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„Jede Neuinvestition genau bedenken“

Patricia Agricola (SPD) im OP-interview „Jede Neuinvestition genau bedenken“

Die SPD stellt derzeit mit Abstand die größte Fraktion im Gemeindeparlament. 15 Sitze sind es. Die gilt es nun zu verteidigen beziehungsweise auszubauen. Dazu vier Fragen an die Listensprecherin Patricia Agricola.

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SPD-Listensprecherin Patricia Agricola.

Lahntal. OP : Bio-Energiedörfer gibt es in Lahntal keine. Man kann sie sicherlich auch nicht verordnen. Aber es gibt andere Möglichkeiten an der Energiewende mitzuarbeiten. Was darf man diesbezüglich in den nächsten fünf Jahren von der SPD-Lahntal erwarten?

Patricia Agricola: Die Bio-Energiedörfer sind auf Initiative der Bürgerschaft entstanden, und das ist für eine erfolgreiche Umsetzung auch zwingend notwendig. Sollte dieser Wunsch offensiv an uns herangetragen werden, werden wir dies genauso unterstützen, wie wir es vor einigen Jahren bereits in Kernbach getan haben – leider wurde eine konkrete Umsetzung nicht erreicht. Dass es in Lahntal bisher noch kein Bio-Energiedorf gibt, könnte auch daran liegen, dass das Gasnetz vor wenigen Jahren umfassend erweitert wurde und viele private Heizungsanlagen bereits modernisiert worden sind. Als Beitrag zur Energiewende werden wir wie in unseren Neubaugebieten deshalb weiterhin auf kleine Insellösungen setzen. Außerdem wollen wir die energetische Sanierung der gemeindeeigenen Gebäude vorantreiben.

OP: Die Gemeinde Lahntal ist finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet. Wo sieht die SPD neue Einnahmequellen beziehungsweise Einsparmöglichkeiten, um einen sicheren, also mindestens ausgeglichenen, Haushalt hinzubekommen?

Patricia Agricola: Wir haben nun zum zweiten Mal hintereinander einen ausgeglichenen Haushalt. Die damit einhergehende Freiheit in den Entscheidungen ist ein Zustand, den wir beibehalten möchten. Aber Rosen sehen nicht nur schön aus, sie haben auch Dornen: Wir werden auch weiterhin jede Neuinvestition genau bedenken und eventuell auch neue Wege gehen müssen, zum Beispiel mögliche Einsparpotentiale durch interkommunale Zusammenarbeit ausloten. Dies ist ja schon erfolgreich beim Bauhof und mit dem Verein „Kinder sind unsere Zukunft“ gelungen. Dabei dürfen wir aber nicht die Attraktivität Lahntals als Lebensmittelpunkt für Familien aus den Augen verlieren. Denn nur wenn Lahntal lebenswert bleibt, können wir weiterhin mit einer wachsenden Bevölkerung rechnen, was sich letztlich positiv auf unsere Schlüsselzuweisungen auswirkt.

OP: Wie positioniert sich die SPD in Sachen Heimatmuseum in Caldern? Soll das Gebäude erhalten bleiben oder soll es wenigstens ein neues Museum geben?

Patricia Agricola: Eine endgültige Entscheidung zur Zukunft des Heimatmuseums ist ja noch nicht gefallen, denn es steht noch das Gutachten eines Architekten zu einer möglichen Teilsanierung aus. Wir wollen das Heimatmuseum und das Haus gern für die Lahntaler erhalten.
Es darf aber nicht so sein, dass wir für die Erinnerung an die Vergangenheit Geld ausgeben, das uns zur Gestaltung der Zukunft fehlt, etwa bei Kindergärten. Sollte eine Sanierung zu teuer werden, müssen wir einen Weg finden, wie das Museum in einem anderen Gebäude weiterbestehen kann.

OP: Mehrzweckhallen und Bürgerhäuser sind wahre Geldfressmaschinen. Wollen Sie das so hinnehmen oder werben Sie für neue Wege in der Bewirtschaftung dieser Einrichtungen?

Patricia Agricola: Seit dem Bau der Häuser hat sich unsere Gesellschaft einfach verändert und damit auch die Ansprüche der Nutzer, gerade was die Ausrichtung großer privater Feiern angeht. Um die Nachfrage zu steigern, bietet die Gemeinde bereits jetzt schon flexiblere Angebote an, wie zum Beispiel eine Wochenendpauschale oder eine 5-stündige Nutzung für zum Beispiel Kindergeburtstage. Mittelfristig wollen wir die Attraktivität durch eine (auch energetische) Sanierung erhöhen, wodurch sich in Folge auch die laufenden Aufwendungen für die Gemeinde reduzieren werden. Die großen Häuser sind unverzichtbar, da sie ein wichtiger Bestandteil im örtlichen Vereins-, Schul- und Zusammenleben sind. Für die kleinen Häuser suchen wir nach neuen Konzepten, in die eventuell auch ehrenamtliche Träger einbezogen werden können.

von Götz Schaub

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