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Barrierefreie Straßen stehen im Fokus

Kommunalwahl in Cölbe Barrierefreie Straßen stehen im Fokus

Schönstadt hat eine Grundschule, einen Kindergarten, aber recht wenige Gehsteige beziehungsweise von der Fahrbahn visuell abgetrennte Gehwege. Ist das etwa kein Problem?

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Die Kreuzung Am Berg / Triftweg in Schönstadt. Beide innerörtlichen Straßen haben keinen richtigen Gehweg. Von dieser Sorte gibt es im Dorf noch einige weitere Straßen.

Quelle: Thorsten Richter / Archiv

Schönstadt. In Schönstadt kommen die Bürger in vielen Straßen, in denen die Häuser schon seit mehreren Jahren stehen, immer noch oder vielleicht sogar gewollt ohne Gehsteige aus. In einigen Straßen gibt es optisch abgegrenzte Ränder, die als Gehweg genutzt werden. Im Ortskern gibt es auch ein paar Gehsteige, auf die kein Kinderwagen passt.

Da drängen sich schon ein paar Gedanken auf, wie es mit dem Ort, der im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Bundesebene vor wenigen Jahren eine Bronzemedaille holte, weitergehen soll. Geben wir die Frage doch einfach mal weiter an die vier Listensprecher der Parteien, die sich um Plätze im neuen Cölber Gemeindeparlament bewerben. Also: „Wie möchten Sie in den nächsten fünf Jahren den Ort Schönstadt weiterentwickeln?“

Hildegard Otto (SPD)

Die Straßen des Ortskerns in Schönstadt wurden bereits zum größten Teil im Zuge des Dorferneuerungsprogramms barrierefrei saniert. Viele Seitenstraßen waren hiervon nicht betroffen. Das Ziel, dass wir in den nächsten Jahren gerne umsetzen möchten, ist möglichst viele Straßen im gesamten Gemeindegebiet barrierefrei zu gestalten. Die Gemeinde möchte die grundhafte Sanierung der Gemeindestraßen mit wiederkehrenden Straßenbeiträgen umsetzen. Da hier der Gemeinde und den Anliegern Kosten entstehen werden, kann dies nur in enger Abstimmung mit den Anliegern erfolgen.  In Schönstadt gibt es noch eine relativ gute Infrastruktur, es fehlt aber an einer Begegnungsstätte für alle Generationen. Hier gibt es eine Initiativgruppe, die das Bürgerhaus gern umstrukturieren möchte.

Das ist ein Prozess, der gut durchdacht werden sollte. Mit Blick auf die Haushaltslage der Gemeinde begleiten wir diesen Prozess sehr gerne. Schönstadt als Bioenergiedorf stellt eine besondere Position dar, die wir weiterhin tatkräftig unterstützen werden und vielleicht auf andere Ortsteile projizieren können.

Miriam Peter (Bürgerliste Cölbe)

In Schönstadt, wie in allen anderen Ortsteilen, sollten die Straßen nach den derzeitigen Mobilitätsansprüchen gestaltet werden. Neben dem Autoverkehr muss eine Innerortsstraße auch für Mobilität von Fußgängern und Radfahrern ausgelegt werden.

Als Folge des demographischen Wandels sind vermehrt Fußgänger mit Rollatoren und Rollstühlen unterwegs. Darüber hinaus sind Eltern mit Kinderwagen und / oder begleitenden Kleinkindern, die Fahrrad oder Roller benutzen, auf den Bürgersteig angewiesen.

Aus Sicherheitsgründen ist nur bei Hauptverkehrsstraßen eine Trennung zum Autoverkehr durch einen Bordstein nötig. Die nutzbare Gehwegbreite muss dann mindestens 1,50 Meter betragen, ein einseitiger Gehweg reicht aus. Absenkungen an Einmündungen und Fußgängerfurten ermöglichen dabei ein barrierefreies Kreuzen der Fahrbahn.

Bei allen anderen Straßen sollte – unter Verzicht auf Borde – die Straßenfläche multifunktional gestaltet werden, das heißt es wird lediglich eine optische Trennung der Gehwegflächen von der Fahrbahn (Markierungsstreifen) angebracht.

Solide Finanzen, deren Schaffung und Erhalt wichtiger Teil unseres Programms sind, schaffen die Voraussetzung zur Umsetzung dieser Projekte.

Ute Hoppe (Bündnis 90 /Die Grünen)

Schönstadt ist ein sehr lebendiger Ortsteil Cölbes. Die Bürgerinnen und Bürger haben bewiesen, was sie gemeinsam erreichen können: Die Nahwärmeversorgung  war eine Idee aus dem Dorf, die vom Dorf umgesetzt wurde.
Es gab viel Arbeit – und für alle Probleme gab es „Kümmerer“. Aktuelles Beispiel ist die Initiative Schönstädter Bürger, ihre Straßen in Eigenregie und auf eigene Kosten selbst auszubauen. Bürger und Gemeinde können dabei viel Geld sparen. Weiterentwicklung in den Dörfern bedeutet für uns auch immer, diese Eigeninitiativen aus unseren Dörfern aktiv zu unterstützen. Auch in Schönstadt gibt es heute schon optische Abgrenzungen statt Gehsteigen. Ziel muss sein: mehr Barrierefreiheit – für alle Generationen.

Wichtig für die Weiterentwicklung in Schönstadt ist die Sicherung der Arbeitsplätze vor Ort. Eine neue Herausforderung, die Integration von Geflüchteten, wird in Schönstadt – nach den positiven Erfahrungen mit der Einbindung der „Fleckenbühler“ ins Dorf – kein Problem sein.

Christian Hölting (CDU)

Schönstadt bietet eine sehr gute Infrastruktur und eine sehr hohe Lebensqualität – beides gilt es zu erhalten und noch weiter zu verbessern. Auch in den anderen Cölber Ortsteilen gibt es in manchen Straßen keine oder nur schmale Gehwege. In den allermeisten Fällen ist das kein Problem, aber es gibt auch kritische Stellen wie zum Beispiel die Ortsmitte in Schönstadt. Hier werden wir für mehr Übersichtlichkeit und Sicherheit sorgen, indem wir eine sinnvolle Parkregelung vorschlagen, eine gefahrenfreie Überquerung der Straße gerade für Kinder ermöglichen, und natürlich sollen sich auch Menschen mit Kinderwagen und Rollatoren gut und sicher bewegen können.

Für die Entwicklung von Schönstadt ist es von größter Bedeutung, dass die sehr gut funktionierende Dorfgemeinschaft unter anderem mit gemeinsamen Aktivitäten für den Ort weiter gestärkt wird. Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Ortskern attraktiv bleibt und die Bedürfnisse aller Generationen in Schönstadt Gehör finden und ernst genommen werden.

von Götz Schaub

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