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Abstimmen für die Demokratie vor Ort

Kommunalwahl Abstimmen für die Demokratie vor Ort

Tausende Wahlberechtigte im Landkreis haben ihre Stimmen bereits abgegeben – die Briefwahl ist beliebter denn je zuvor. Für alle anderen gilt: Die Wahllokale haben am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

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Eine Wahlhelferin sortiert abgegebene Briefwahlunterlagen. Wähler, die daheim in Ruhe ihre Kreuze machen wollen statt im Wahllokal, können sich dort selbst am Sonntag noch die Unterlagen abholen und mit nach Hause nehmen.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Doch Briefwahl ist noch immer möglich. Freitag bis 13 Uhr konnten die Unterlagen noch per Post in den Rathäusern angefordert werden und kommen dann am Samstag noch mit der Post zum Wähler nach Hause.

Am Samstag richten die Stadt- und Gemeindeverwaltungen noch einmal Sprechstunden ein – Briefwahlunterlagen können dann persönlich abgeholt oder vor Ort ausgefüllt werden (zumeist in der Zeit von 10 bis 12 Uhr). Beispielsweise auch stellvertretend für erkrankte Familienmitglieder oder Freunde, „man braucht allerdings eine Vollmacht“, sagt Achim Batz, Wahlleiter der Gemeinde Fronhausen.

Unterlagen in aller Ruhe zuhause ausfüllen

Und sogar am Sonntag selbst haben Briefwähler noch eine Chance aufs bequeme Wählen daheim – bis 15 Uhr geben die Wahlhelfer in den Lokalen die Briefwahlunterlagen aus. Man kann dann zu Hause in Ruhe ausgiebig Kreuzchen machen, die Unterlagen müssen spätestens um 18 Uhr wieder im Wahllokal abgegeben werden.

Im Landkreis haben sich in den vergangenen Wochen bereits viele Menschen für die Briefwahl entschieden, wie eine Telefonumfrage der OP zeigt. Florian Sauermann, Wahlleiter der Gemeinde Lahntal, musste sogar Briefwahlunterlagen von seinem Fronhäuser Amtskollegen Achim Batz „schnorren“. „Tatsächlich hatten wir zu wenige“, berichtet er.

Lahntal und Fronhausen liegen bei der Briefwahl vorne

721 Bürger haben bislang Briefwahl beantragt – bei 5333 Wahlberechtigten. Das bedeutet, dass der Anteil der Briefwähler derzeit bei 13,5 Prozent liegt. Damit liegt Lahntal deutlich vorm Briefwähleranteil in der benachbarten Gemeinde Dautphetal, wo Wahlleiter Udo Kamm bislang 783 Briefwähler verzeichnet – bei 8970 Wahlberechtigten insgesamt. Das entspricht 9 Prozent.

„Die Briefwahl nimmt insgesamt zu“, sagt Kamm, das hätten auch die Erfahrungen der zurückliegenden Wahlen gezeigt.

Schaut man in den östlichen Kreisteil, nach Stadtallendorf, ergibt sich ein ähnliches Bild. Dort haben aktuell 8,7 Prozent der Wahlberechtigten die Unterlagen vorab angefordert – also 1260 von insgesamt 14.484 Wählern. Und im Süden von Marburg-Biedenkopf, in der Gemeinde Fronhausen? Da ist es ähnlich wie in Lahntal. Schon 12 Prozent der Wahlberechtigten haben Briefwahl beantragt, wie Wahlleiter Batz berichtet: 357 von 3334 Wahlberechtigten nämlich.

Kumulieren und panaschieren – so funktioniert's

Auch wenn die Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen zumeist eher gering ausfällt, ist vielen Bürgern der Gang ins Wahllokal und das Abstimmen dort besonders wichtig. Eine gute Vorbereitung daheim wird sich lohnen, wenn man kumulieren und panaschieren will, also Stimmen anhäufen und Kandidaten einzelne Stimmen geben möchte. Denn dieses Prozedere kostet ein wenig Zeit.

Es funktioniert wie folgt: Bei den Kommunalwahlen hat jeder der 190.481 Wahlberechtigten so viele Stimmen, wie die betreffende Vertretung Sitze hat. Bei der Kreistagswahl also 81. Bei den Stadt- und Gemeindevertretungen sowie den Ortsbeiräten variiert die Anzahl der Sitze je nach Größe der Kommune beziehungsweise des Ortsteils.

Diese Stimmen können die Wähler entweder einzeln an ausgewählte Kandidaten vergeben, auch über die Listengrenzen hinweg (Panaschieren). Man kann einzelnen Kandidaten auch bis zu drei Stimmen geben (Kumulieren). Es ist auch erlaubt, beide Möglichkeiten zu nutzen, also einzelnen Kandidaten eine Stimme und anderen Kandidaten mehrere zu geben.

Ganze Listen wählen oder Kandidaten streichen

Wem das zu viel Aufwand ist, der kann auch eine Liste wählen. Dann erhält jeder Kandidat der Liste der Reihenfolge entsprechend jeweils eine Stimme. Wenn dann noch Stimmen übrig sind, werden diese von oben nach unten weiterverteilt, bis die Stimmen verteilt sind oder alle Kandidaten drei Stimmen haben.

Eine weitere Variante ist, eine beliebige Anzahl der Stimmen an einzelne Kandidaten zu verteilen und den Rest per Listenkreuz zu vergeben. Wer einzelnen Kandidaten einer Liste keine Stimme geben will, kann diese auch vom Wahlschein streichen.

Ab Sonntagabend gibt es online und am Montag in der gedruckten OP erste Trends vom Wahlabend – so weit sie am Sonntag schon ermittelt werden können. Mit vorläufigen Endergebnissen wird erst ab Montag gerechnet. Ausführliche Analysen zu den Wahlergebnissen in den Kommunen und auf Kreisebene folgen.

von Philipp Lauer und Carina Becker

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