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Viel Lob und auch etwas Kritik

Bürgermeister-Wahl Viel Lob und auch etwas Kritik

Von der eigenen Partei über den Klee gelobt, vom Koalitionspartner 
zu Verbesserungen 
aufgerufen von der Opposition kritisiert: So bewerten die drei Gruppierungen der Gemeindevertretung den Kämmerer.

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Bernd Schmidt strebt seine dritte Amtszeit als Bürgermeister Dautphetals an.

Quelle: Michael Hoffsteter

Dautphetal. Zwei Amtsperioden ist Bernd Schmidt schon Bürgermeister der Gemeinde Dautphetal, und die Wiederwahl des Kandidaten der Freien Wähler (FW) am kommenden Sonntag ist mangels Herausforderer so gut wie sicher. Die OP befragte die Fraktionsvorsitzenden der Gemeindevertretung, wie sie die Arbeit des Verwaltungschefs beurteilen und was sie vom Kämmerer in der nächsten Amtsperiode erwarten.

Einiges auszusetzen hat Joachim Ciliox. Die SPD quält offensichtlich immer noch der Verlust der Koalition, die laut dem Frontmann der Fraktion „einseitig durch die FW trotz erfolgreicher Wahl mit fadenscheinigen Begründungen aufgekündigt“ wurde.

Dies habe auch zu einem 
 Vertrauensverlust gegenüber dem Spitzenkandidaten der 
FW, Bernd Schmidt, geführt. Zumal die SPD folglich „von vielen internen Entscheidungen ausgeschlossen wurde“. Ciliox nennt als Beispiele die Neuorganisation der Fachgebiete in der Verwaltung sowie das Ende für die hauptamtliche Jugendpflegerin nach der dreijährigen Startphase.

SPD will Bürgermeister 
für alle Dautphetaler

Positiv findet Ciliox am Bürgermeister, dass er sich manchmal für Ideen der SPD gewinnen ließ. Fügt dann aber sogleich an: „Oftmals aber wurden auch gute Anträge und Anregungen der SPD nach der Verabschiedung durch die Gemeindevertretung vom Bürgermeister als Leiter der Verwaltung nur schleppend oder gar nicht umgesetzt.“

Im Falle der Wiederwahl 
 erwarte die SPD von Schmidt, dass er sich als Bürgermeister aller Dautphetaler erweist und damit auch für SPD-Themen wie die Lebensqualität für alle 
Bürger in allen Ortsteilen zu 
erhalten und zu verbessern interessiert und auch dafür engagiert. Zudem hofft die SPD, dass Schmidt sich nicht von den jetzigen Koalitionären und anderen Akteuren im Hintergrund treiben und bestimmen lässt, sondern bei akuten Problemen wieder zeitnah Gespräche mit allen Fraktionen sucht.

CDU will mit Schmidt weiterarbeiten

Wesentlich positiver bewertet Dr. Horst Falk, Fraktionschef der mit den FW in einer 
Koalition verbundenen CDU, das Wirken Schmidts. Man sei froh, die Zukunft Dautphetals in einer vertrauensvollen und konstruktiven Zusammenarbeit mit Bürgermeister Schmidt zu 
gestalten. „Er ist offen für unsere 
Ideen“. Dr. Falk bezeichnete 
die CDU als den Ideenmotor Dautphetals, „und bringt sie mit uns gemeinsam voran.“

Zur Zukunft befragt, erklärt Dr. Falk: „Wir möchten nach der Wahl die erfolgreiche Arbeit mit Bürgermeister Schmidt fortsetzen.“ Die CDU liefere dazu 
Ideen für alle Generationen. Der Blick auf diese und alle Ortsteile sowie stabile Finanzen – 
„Diese Themen sollten auch für Bürgermeister Schmidt ganz oben auf der Agenda stehen.“

Zudem sieht die CDU Handlungsbedarf bei der Kommunikation zwischen Verwaltung, Ortsvorstehern sowie den Bürgern. Da dieses Thema immer wieder an die CDU herangetragen werde, müsse sie verbessert werden.

Freie Wähler: viel Lob für den eigenen Kandidaten

„Unser Bürgermeister Bernd Schmidt hat die Erwartungen der Freien Wähler Dautphetal deutlich übertroffen“, findet 
deren Fraktionsvorsitzender 
Michael Honndorf. Schmidt lebe 
den Bürgermeisterjob und bringe die Gemeinde zielgerichtet voran, ergänzt Honndorf.

Er habe es unter anderem geschafft die Gewerbeansiedlungen deutlich zu erhöhen, den Straßenausbau umzusetzen, das Familienzentrum zu realisieren, Kindertages- und /-gartenplätze zu schaffen und dabei die Finanzen im Griff zu behalten. Ein Punkt, der für die Freien Wähler besonders wichtig ist und den Honndorf noch unterstreicht: „Der Gemeindehaushalt ist im vierten Jahr in Folge positiv.“

Die Freien Wähler wollen zusammen mit Schmidt und den Bürgern das Integrierte Kommunale Entwicklungkonzept 
(IKEK), die neue Form des Dorfwettbewerbs, ausgestalten,
Vereine unterstützen, die 
Infrastruktur ausbauen und Dautphetal zum Mittelzentrum entwickeln, so lauten die von Honndorf aufgezählten Ziele.

„In der zurückliegenden 
Legislaturperiode hat Schmidt zusammen mit den FW hervorragende Arbeit geleistet. Ich glaube der Wähler honoriert dies mit Wiederwahl“, sagt Honndorf. Denn: Die Bürger wollten nachvollziehbare, sinnvolle Entscheidungen vor Ort und keine von oben vorgegebene Partei- oder Landespolitik.

von Gianfranco Fain

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