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MZV fährt auf neuen Wegen in Zukunft

Müllabfuhrzweckverband MZV fährt auf neuen Wegen in Zukunft

In den vergangenen 
Monaten befreite sich 
der MZV Biedenkopf 
von vielen Altlasten 
und präsentiert sich nun als modernisiertes Ent­sorgungsunternehmen.

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Das Team des MZV bilden (von links): Thomas Rösser, Birgit Kirstein, Jasmin Seyfarth, Timo Willershäuser, Melanie Benner, Sabine Hilpert-Schuldt, Theresa Dreyer, Melanie Achenbach, Anne Kehlinger, Anja Reichel. Es fehlt Andrea Schmidt.

Quelle: Gianfranco Fain, Thorsten Richter

Breidenbach. Es tut sich was beim Müllabfuhrzweckverband (MZV) Biedenkopf. Geschah dies zuletzt noch hinter den Kulissen, so ist es seit Dienstag mit dem Freischalten der neu gestalteten Homepage öffentlichkeitswirksam.

Auf das Wesentliche reduziert und einfacher zu bedienen, so lautete das Ziel der Neugestaltung des Internetauftritts des MZV. Dieser Aufgabe stellte sich Thomas Rösser. Der Marburger erfüllt seit dem 
1. April die zuvor lange Zeit vakante Stelle des Öffentlichkeitsarbeiters mit 
Leben.

Die neue Homepage präsentiert sich luftiger, bietet eine bessere Übersicht über das Angebot sowie die Preise des MZV und hat auch einige praktische kleine Helfer an Bord. So lässt sich per Mausklick auf einen in der oberen rechten Ecke platzierten Knöpfe der Kontrast erhöhen, die Farbe in Graustufen tauschen oder die Schrift vergrößern. Echte Zutaten im Sinne der Abfallvermeidung sind ein Restekochbuch sowie Umwelttipps.

Neue Telefonanlage ermöglicht besseren Kundendienst

Tipps zur Mülltrennung, und dies auch in mehreren Sprachen, wie zum Beispiel Russisch oder Arabisch, finden sich nun auf der Homepage ebenso, wie der Hinweis auf eine Umorganisation. Von der Zuordnung von vier bis fünf Mitgliedskommunen auf Zweier- und Dreierteams sollen die Kunden profitieren.

Ob Bescheiderstellung, Gefäßänderung oder eine Reklamation, die Kunden können nun die für sie zuständigen Mitarbeiter direkt erreichen ohne den Umweg über ­eine Vermittlungszentrale wählen zu müssen.

Technisch ermöglicht dies eine neue digitale Telefonanlage, die zum Preis von rund 5000 Euro einen Mitarbeiter vom Vermittlungsdienst entbindet, der somit für andere Aufgaben zur Verfügung steht. Zur digitalen Aufrüstung gehört auch der Einsatz eines neuen Servers, der in Kooperation mit der Gemeinde Breidenbach genutzt wird. Dieser ermöglicht wiederum die Einführung eines völlig papierlosen Dokumentenmanagements, wodurch der MZV selbst zum Umweltschutz beiträgt. Alles wird eingescannt und digital gespeichert. Den jederzeitigen Zugriff gewährleistet die nun erfolgte Verknüpfung aller Programme.

MZV leert gut 117.000 Mülleimer

Somit kann jeder Mitarbeiter des elfköpfigen Teams von der sofortigen Überprüfung der Tonnenleerung bei Reklamationen – eine Möglichkeit, die seit der Bestückung der Tonnen mit Mikrochips besteht – über eventuell anfallende Gefäßänderungen bis zur Rechnungserstellung und der Überprüfung von Zahlungsrückständen sofort bearbeiten.

Möglichkeiten dazu gibt es 
genug. Genau 117.554 Müll-­Gefäße stellt der MZV zur Entsorgung von Bioabfall, Restmüll, Gelbe Tonnen und Papier den 28.600 Haushalten im Verbandsgebiet bereit. Dem MZV gehören 13 Kommunen von Breidenbach bis Wetter und Biedenkopf bis Fronhausen an.

Doch auch am Stammsitz des MZV im Bürgerhaus Breidenbach gibt es optische und räumliche Verbesserungen, die der Beschluss beförderte, dass der MZV kein eigenes Verwaltungsgebäude errichten wird, sondern weiterhin die rund 181 Quadratmeter für seine acht Büroräume nutzt. Nun ist der Eingang barrierefrei gestaltet, präsentiert sich und den MZV offener und moderner.

Das dürfte hauptsächlich die Breidenbacher erfreuen, die den Großteil der Kunden stellen, die, wie Anja Reichel erklärt, die MZV-Geschäftsstelle aufsuchen. Reichel ist seit dem Jahr 2000 beim MZV angestellt und hat Mitte Februar die Leitung der Geschäftsstelle übernommen.

Überschüsse müssen zurückgeführt werden

Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist demnächst, den Abschluss eines 
neuen Abfuhrvertrages für den Ende 2017 auslaufenden Kontrakt einzuleiten. Vom Ergebnis wird es abhängen, inwieweit sich die Gebühren verändern werden.

Bisher erwirtschaftete der MZV entgegen seiner Satzung Jahr für Jahr Überschüsse. Diese jährlichen Gewinne müssen an die Kunden innerhalb von fünf Jahren zurückgeführt werden, doch dazu bedarf es genauer Zahlen. Die letzte konkrete Angabe dazu gab es im Abschlussbericht 2012, damals betrug die Rücklage rund 2,4 Millionen Euro.

Die Jahresabschlüsse 2013 bis 2014 sind mittlerweile im Haus geprüft und müssen jetzt nur noch von der Verbandsversammlung genehmigt werden, und der Abschluss für das Jahr 2015 liegt auch schon zur Prüfung vor.

Somit könnte die Verbandsversammlung, die sich am 28. Oktober konstituieren wird, während einer ihrer nächsten Sitzung darüber entscheiden, ob und wie viel Geld aus der Rücklage wie in den vergangenen Jahren verwendet wird, um die Gebühren stabil zu halten oder gar zu senken.

von Gianfranco Fain

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