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SPD verfehlt die absolute Mehrheit knapp

Vorläufiges Endergebnis für Wetter SPD verfehlt die absolute Mehrheit knapp

Die Wetteraner SPD fühlt sich in ihrer Politik bestätigt und geht wohl vorerst nicht auf Koalitionssuche. Die meisten anderen Fraktionen zeigten sich gestern grundsätzlich offen zur Zusammenarbeit.

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Wetter. Wetter. Harald Althaus (SPD) war mit dem Ergebnis in Wetter „absolut zufrieden“ und freute sich auch über sein persönliches Ergebnis. Als Spitzenkandidat erreichte er die meisten Stimmen, obwohl die Liste vollbesetzt war. „Es wird wahrgenommen, was wir in den letzten Jahren geleistet haben. Das wir fast auf das Niveau von vor 2006 kommen, hätte ich nicht erwartet.“

Am Mittwoch steht für die SPD die erste Fraktionssitzung nach der Wahl an. Eine eventuelle Koalition werde da nicht das wichtigste Thema sein, man habe in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen mit themenbezogenen Mehrheiten gemacht. „Wir werden erstmal sondieren, wen wir in den Magistrat und die Ausschüsse schicken und wer der Stadverordnetenvorsteher wird“, sagt Althaus.

Nicklas Zielen, Spitzenkandidat der CDU, war geschockt.  „Damit kann man aber noch leben.“ Aufgrund der Landespolitik hatte er vor der Wahl noch stärkere Verluste befürchtet. Nach den ersten Trends sah es dann noch aus, als könnte die CDU leicht zulegen. „Vielleicht haben wir nicht die richtigen Themen angesprochen und deshalb die Bürger nicht so erreicht“, vermutet Zielen. Was die themenbezogene Mehrheitsfindung im Parlament angeht, will die CDU sich nicht versperren. „Grundsätzlich sind wir daran interessiert, etwas Gutes für Wetter zu machen und sind gern bereit, da auch miteinander zu arbeiten.“
Linke wollen Mitarbeit von Inhalten abhängig machen.

Stefan Ronzheimer ist "sehr zufrieden"

Klaus Gerber von den Grünen war positiv überrascht. „Es war mir klar, dass wir nicht nochmal an das Ergebnis der letzten Wahl rankommen.“ Dass man nicht weiter abgesackt sei, interpretiert Gerber so, dass die Partei ihre „Hausaufgaben gemacht habe und der Wahlkampf in Ordnung“ war. Positiv könnte sich die Haltung zur Flüchtlingspolitik ausgewirkt haben, vermutet Gerber. „Vier Sitze sind für Wetter ein realistisches Ergebnis.“ Wie sie sich im Parlament positionieren wollen, werden die Grünen zunächst in der Fraktion absprechen.

Erste Trends hatten der Partei Die Linke noch eine Verdopplung des Ergebnisses aus 2011 vorausgesagt, das Plus an Stimmen fiel etwas geringer aus. „Wir sind glücklich mit dem Ergebnis, leider reicht es nicht für einen dritten Sitz“, sagte Martin Krieger. In der vergangenen Wahlperiode habe man zum Beispiel bei der Windkraft am Wollenberg eine andere Position eingenommen, vielleicht hat das die Stimmen eingebracht, erwägt Krieger. „Wir haben Schnittpunkte mit den anderen Parteien, aber es gibt auch Unterschiede.“ Ob die Linke bei themenbezogenen Mehrheiten mitmacht, will die Fraktion im Einzelfall entscheiden und von den Inhalten abhängig machen.

Stefan Ronzheimer war für die FDP mit einer Liste von drei Kandidaten angetreten. „Dafür bin ich sehr zufrieden, dass wir wieder im Stadtparlament vertreten sind und für unsere Ziele eintreten können.“ Seine Partei habe viele Listenkreuze bekommen, für jedes aber nur neun Stimmen. Parteien mit 11 Kandidaten bereits 31, soviele Stimmen, wie es Sitze in der Stadtverordnetenversammlung gibt. Daraus zieht er den Schluss, auf Mitgliederwerbung gehen zu müssen. Wer für die Liberalen das Mandat in der Stadtverordnetenversammlung antritt, konnte Ronzheimer noch nicht sagen. „Das muss ich noch mit den Parteikollegen abstimmen.“ Die FDP will sich in den Abstimmungen je nach Sachlage anderen Fraktionen anschließen.

von Philipp Lauer

 
Die Vertreter des Stadtparlaments

SPD:                      Stimmen in Klammern
Harald Althaus (2698)
Nils Jansen (2254)
Helga Hübener (2243)
Richard Heß (1906)
Dr. Richard Fett (1723)
Ralf Funk (1663)
Gerd Nienhaus ( 1656)
Jörg Weiershäuser ( 1606)
Heinrich Eife (1605)
Heike Göbeler (1603)
Dieter Archinal (1538)
Rolf Weisenfeld (1511)
Matthias Gnau ( 1484)
Bernd Rößer (1457)
Gretel Kranz, Gretel (1445)

CDU:
Volker Drothler (2181)
Konrad Moog (1895)
Elke Weide ( 1893)
Nicklas Zielen ( 1851)
Torsten Scherer ( 1708)
Reinhold Brössel ( 1646)
Norbert Fett (1625)
Stefan Muth ( 1617)
Tim Alexander Textor (1559)

Bündnis 90 / Die Grünen:
Jörg Bettelhäuser ( 1618)
Klaus Gerber (1357)
Sabine Matzen (985)
Jacklin Moldenhauer-Dersch ( 883)

Die Linke:
Martin Krieger ( 599)
Sabine Krieg-Önogul ( 546)

FDP:
Karl Zissel 1126

 
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