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Klaus-Dieter Knierim marschiert durch

Vorläufiges Endergebnis für Gladenbach Klaus-Dieter Knierim marschiert durch

Die Freien Wähler haben in Gladenbach mit dem Knierim-Effekt einen kometenhaften Aufstieg hingelegt. Größter Verlierer ist die CDU, die 14,4 Prozent der Stimmen abgeben musste.

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Gladenbach. Während die CDU das schlechteste Wahlergebnis seit 2006 hinnehmen muss, katapultierten die Wähler der Stadt Gladenbach die Gruppierung Freie Wähler (FW) aus der Bedeutungslosigkeit heraus.  Allerdings könnte der Traum als Koalitionspartner trotzdem ausgeträumt sein. Es scheint, als sei es nach den Querelen um die Innenstadt-Insel für die beiden großen Volksparteien nicht denkbar, mit den Freien Wählern, die immerhin 9 der 37 Sitze geholt haben, eine Koalition einzugehen.

Eine große Koalition aus CDU (31,3) und SPD (36,5) scheint mehr als wahrscheinlich. Davon geht auch Helmut Brück, Listenführer der FW, aus.

Helmut Brück: Von dem Ergebnis selbst überrascht

Im Stillen habe er mit einem zweistelligen Ergebnis gerechnet, aber nicht mit diesem. Von den erreichten 25 Prozent der Wählerstimmen war Brück selbst überrascht. „Die Innenstadt-Insel ist der CDU jetzt auf die Füße gefallen“, sagte er.
In der vergangenen Legislaturperiode verfügten die FW über zwei Mandate, nun müssen sie sich neu ausrichten.

Das schlechte Abschneiden seiner Partei führt CDU-Fraktionssprecher Hans-Hermann Ullrich vor allem auf die Unzufriedenheit der Bürger mit der Bundespolitik in Bezug auf die  Flüchtlingssituation zurück. Auf die Frage der Bürger, wie die CDU dieses Problem in den Griff kriegen will, wusste seine Fraktion einfach keine Antwort, sagt Ullrich. Auch die Querelen um die Innenstadt-Insel waren ein Thema an den Wahlständen, ebenso wie die Frage, was die CDU mit Herrn Knierim gemacht habe. Die massiven Zunahmen an Stimmen, die auf die FW entfielen, führt Ullrich auf den Knierim-Effekt zurück. Der Altbürgermeister kandidierte auf Platz 3 der FW-Liste und holte für die Gruppierung die meisten Stimmen, sodass er auf jeden Fall in die Gladenbacher Stadtverordnetenversammlung einziehen wird. Somit lernt er die Arbeit der ehrenamtlichen Politiker aus einer ganz neuen Perspektive kennen.

Die Ursache für das erdrutschartige Abschneiden seiner Fraktion sieht Ullrich darin, dass die CDU die Wähler nicht erreicht hat. Diejenigen, die ihr Kreuz bei den Freien Wählern gemacht haben, hätten die CDU für das Debakel um die Innenstadt-Insel verantwortlich gemacht, das sich höchstwahrscheinlich in der kommenden Legislaturperiode fortsetzt. Ullrich ist sicher, dass auf der Tagesordnung nach der Konstituierung des Stadtparlamentes die Innenstadt-Insel sowie die zwei vorliegenden Gutachten Thema sind. Weil der Hessische Städte- und Gemeindebund Altbürgermeister Knierim kein schuldhaftes Verhalten nachgewiesen hat, gaben CDU, SPD und Grüne ein weiteres in Auftrag, das nun vom Gegenteil ausgeht.

Viele CDU-Wähler seien auch aus Protest nicht zur Wahl gegangen oder hätten einer Alternative ihre Stimme gegeben. „Mit dem Ergebnis müssen wir leben“, sagte Ullrich. Bei den Ortsbeiräten, so ist er sich sicher, hätten die Wähler personenbezogen gewählt und nicht mit einem Auge nach der Bundespolitik geschielt. Das Ergebnis der CDU für die Stadtverordnetenversammlung bezeichnete er als „ernüchternd“.
Die SPD hat im Vergleich zum Vorjahr leicht Federn gelassen und verliert 1,3 Prozent der Wählerstimmen. Auch die Grünen müssen Verluste hinnehmen. Von 2006 bis 2011 konnten die Grünen ihr Ergebnis nach Fukushima fast verdoppeln. Auf das Niveau von 2006 fiel die Partei mit 7,3 Prozent fast zurück.

von Silke Pfeifer-Sternke

 
Vertreter der Stadtverordnetenversammlung

CDU: 1. Walter Emil Jakowetz (2 102), 2. Hans-Hermann Ullrich (1 879), 3. Gunthard Koch (1 835), 4. Markus Baumann (1 715), 5. Stefan Runzheimer (1 555), 6. Helmut Wild (1 554), 7. Johannes Pfizenmayer (1 530), 8. Johannes Koch (1 476), 9. Rolf Baumann (1 452), 10. Oliver Bens (1 412), 11. Hartmut Heck (1 398) und  12. Michael Thomas (1 391).
SPD: 1. Markus Wege (3 167), 2. Brunhilde Becker (2 183), 3. Rainer Bastian (2 098), 4. Stefan Düppers (1 919), 5. Michael Willms (1 872), 6. Hans-Bernhard Schwarz (1 810), 7. Roland Petri (1 810), 8. Elfi Kirch (1 773), 9. Jan Willms (1 740), 10. Patrick Bernshausen (1 688), 11. Jörg Ruppert (1 663), 12. Harry Walter (1 652) und 13. Robby Jahnke (1 551).

JL/Bündnis 90/Die Grünen: 1. Edmund Zimmermann (1 228), 2. Petra Marenda-Garth (1 064) und 3. Werner Rotter (1 064).

Freie Wähler: 1. Klaus-Dieter Knierim (2 877), 2. Helmut Brück (2 447), 3. Jens Urban (2 276), 4. Nils Becker (2 255), 5. Margarete Kuhrt (2 086), 6. Rudolf Schön (2 037), 7. Carsten Brück (2 029), 8. Andreas Strobl, (2 002) und 9. Michaela  Siegel (2 000).

 
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