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Grüne in Cölbe kreisweit die stärksten

Vorläufiges amtliches Endergebnis für Cölbe Grüne in Cölbe kreisweit die stärksten

In Cölbe ist nach der Gemeindewahl vieles denkbar – am ehestens, dass die Gemeindevertreter in wechselnden Mehrheiten ihre Entscheidungen fällen werden.

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Cölbe. Ute Hoppe jubelt. Die Spitzenkandidatin der Grünen in Cölbe ist glücklich über das Ergebnis ihrer Partei, „es kann sich sehen lassen und es ist das beste Ergebnis der Grünen im Kreis“. Zwar verliert die Umweltpartei in der Gemeinde im Norden von Marburg drei Sitze, doch Hoppe möchte dieses Ergebnis eher nicht im Licht der „Fukushima-Kommunalwahl“ von 2011 sehen.

Dass die Grünen dieses Ergebnis nicht würden wiederholen können, das sei doch zu erwarten gewesen. Dass die Grünen fast 23 Prozent und somit sechs Sitze geholt haben, versteht Hoppe als Bewertung der Bürger für die Arbeit in der Gemeindevertretung. Und auch als Würdigung der progressiven Flüchtlingspolitik der Grünen in Cölbe. „Es beruhigt mich, dass wir so solide Verhältnisse vor Ort haben“, sagt Hoppe und geht optimistisch in die neue Wahlperiode.

Für die kommunalpolitische Arbeit kann sie sich weiterhin wechselnde Mehrheiten und flexible Bündnisse an der sachpolitischen Lage orientiert vorstellen, aber auch über eine Koalition könne diskutiert werden. Darüber wollen die Grünen am Freitag sprechen.

Wie überall im Landkreis, wo Freie Wähler und Bürgerlisten zugelegt haben, ist auch die Büberliste Cölbe der Wahlgewinner überhaupt. Als einzige Fraktion bekommt sie einen zusätzlichen Sitz, ist dann mit fünf Personen vertreten. Da hat BL-Spitzenkandidatin Miriam Peter allen Grund, zufrieden zu sein. Allerdings geht sie selbst davon aus, dass der Zugewinn an Stimmen vor allem einer echten Protestwahl geschuldet ist, in der die Bürger die etablierten Parteien überwiegend abgestraft und die Wählergemeinschaften als Alternative ausgesucht haben. „Die anderen Parteien müssen sich ein bisschen korrigieren“, sagt sie. Welche Bündnisse sich die Bürgerliste für die Arbeit im Parlament wünscht, lässt Miriam Peter noch offen.

Stärkste Fraktion ist die SPD

Dass die CDU in Cölbe einen Sitz verliert, führt deren Spitzenkandidat Christian Hölting vor allem auf die Verkleinerung des Gemeindeparlaments zurück. Statt vorher 31 Vertreter, werden in der neuen Wahlperiode nur noch 27 Frauen und Männer kommunalpolitisch mitwirken. „Wäre alles beim Alten geblieben, hätten wir auch unsere acht Sitze behalten“, sagt Hölting und ist mit dem Ergebnis zufrieden.

Was die Sondierungsgespräche mit den anderen Fraktionen in den kommenden Tagen und Wochen angeht, so hält Hölting fest, dass die CDU mit allen Gespräche führen wolle. „Eine Zählgemeinschaft mit Bürgerliste und Grünen wäre denkbar, aber auch mit der SPD gibt es Überschneidungen“, sagt der CDU-Spitzenkandidat zu den inhaltlichen Gemeinsamkeiten und Zielen und nennt das Nahversorgungszentrum Bürgeln als Beispiel. Die Union wird dabei vermutlich lieber auf eine lose Zusammenarbeit als auf eine feste Koalition setzen, um flexibel zu bleiben.

Stärkste Fraktion ist und bleibt in Cölbe die SPD mit ihren erneut neun Sitzen. „Wir haben uns die ganze Zeit für die Bürger eingesetzt – und das wird nun honoriert“, sagt dazu Sozialdemokrat Ernst Fehler und ist davon überzeugt, dass die SPD mit einer Politik ohne Ideologie gepunktet habe. Als Beispiel nennt er das parlamentarische Ringen um das Nahversorgungszentrum Bürgeln, wobei sich die SPD für die Ansiedlung des Norma-Marktes eingesetzt habe. Das Ergebnis der CDU kommentiert Ernst Fehler so: „Es dürfte teils der bundespolitischen Lage geschuldet sein.“

Dass die Bürgerliste stark geworden ist in Cölbe, führt der Sozialdemokrat unter anderm darauf zurück, dass sie eine gute Auswahl an Kandidaten zur Verfügung gestellt habe.
Die SPD hat sich intern noch nicht beraten, um festzustellen, welche Arbeitsmethode für die neue Wahlperiode die richtige sein könnte, doch geht Fehler davon aus, dass beides in Frage kommt: das Aggieren innerhalb einer Zählgemeinschaft, beispielsweise zusammen mit CDU oder Grünen. Oder auch wechselnde Mehrheiten, die sich themen- und sachbezogen von Mal zu Mal neu finden.

von Carina Becker

 
Gewählt sind

SPD:          Stimmen in Klammern
Hildegard Otto (1882)
Reinhold Guhlke (1546)
Eckhard Heym (1541)
Ernst Fehler (1535)
Uwe Helfert (1524)
Martina Bovelet ( 1469)
Helga Heym (1443)
Heinrich Friedrich (1414)
Dagmar Spitmann-Rex (1352)

CDU:
Christian Hölting (1669)
Dr. Jens Ried (1430)
Christa Weckesser (1378)
Jörg Drescher (1314)
Michael Kiefer (1224)
Marion Hentrich (1186)
Michael Damian (1164)

Grüne:
Barbara Fiebiger (1193)
Gisela Nagel-Rotarius (1184)
Jörg Block (1161)
Dr. Jürgen Bunde (1137)
Ute Hoppe (1086)
Michael Timme (1041)

BL:
Peter Ziegenspeck (1395)
Dieter Löchel (1392)
Gisela Heller (1359)
Miriam Peter (1332)
Markus Dörnbach (1280)

 
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