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Olaf Hausmann ist neuer Bürgermeister in Kirchhain

Sieg für SPD-Mann Olaf Hausmann ist neuer Bürgermeister in Kirchhain

Die Besucher der OP-Wahlparty erlebten einen ungewöhnlich langen Wahlabend bis zur Verkündung des vorläufigen Endergebnisses.

Der Sieger der Bürgermeisterwahl in Kirchhain: SPD-Kandidat Olaf Hausmann.

Quelle: Archivfoto

Kirchhain . Das erste Ergebnis kam entgegen aller Vorhersagen erst um 18.31 Uhr im Kirchhainer Bürgerhaus an. Schon in Himmelsberg zeichnete sich ab, was am Ende Gewissheit war: Olaf Hausmann (SPD) hatte gegenüber Dietmar Menz (CDU, unterstützt von Bündnis 90/Die Grünen und FDP) die Nase vorn, wenn auch in Himmelsberg nur knapp. 

Olaf Hausmann wird neuer Bürgermeister in Kirchhain. 59,8 Prozent der Wähler stimmten für ihn, 40,2 Prozent für Mitbewerber Dietmar Menz.

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Auch wenn der Wahlabend am Ende lange dauerte, das Endergebnis wurde erst nach 19.30 Uhr verkündet, Hausmann sollte seinen Vorsprung nicht mehr abgeben, sondern Zug um Zug weiter ausbauen. Er selbst blieb lange zurückhaltend bei der Bewertung. „Abwarten, es kann noch viel passieren“, kommentierte er bei der „Halbzeit“, als die Ergebnisse von 10 der 20 Stimmbezirke vorlagen. Seinem Mitbewerber schwante da schon Übles. „Ich glaube, dass Olaf das Rennen macht, der Wahlabend ist gelaufen“, sagte er am Mikrofon von OP-Redakteur Matthias Mayer, der moderierte.

Rund 200 Zuschauer erlebten den Abend im Bürgerhaus bei der Wahlparty, die der Magistrat der Stadt und die OP ausrichteten. Während bei den Anhängern der SPD früh Feierstimmung ausbrach, blieb es an den Tischen der bisherigen Koalitionsparteien ruhig. Als um 19 Uhr das erste Großseelheimer Ergebnis vorlag, wo Hausmann 76,5 Prozent der Stimmen holte, gab es den ersten ganz großen Jubel im Bürgerhaus-Saal.

Für das Finale war Geduld nötig

Wahlparty-Besucher brauchten viel Geduld. Die beiden letzten Ergebnisse aus Kleinseelheim und Langenstein ließen gefühlte Ewigkeiten auf sich warten. Mit dem Endergebnis, das Wahlleiter Bürgermeister
Jochen Kirchner (parteilos) am Ende verkündete, hatte zu

Beginn des Abends niemand gerechnet, am wenigsten wohl die beiden Kandidaten selbst. Als Kirchner verkündete, dass Hausmann am Ende 59,8 Prozent der Stimmen erhalten hat, war der Jubel so groß, dass der Wert von Menz mit 40,2 Prozent schon nicht mehr von jedem gehört werden konnte. Hausmann selbst war „überwältigt und überglücklich. Heute Abend fliegt die Kuh“, kündigte er eine ausgiebige Wahlfeier mit seinen Unterstützern in
einer Kirchhainer Kneipe an. So euphorisch Hausmann war, so traurig und enttäuscht zog Dietmar Menz eine Bilanz. „Für das Ergebnis übernehme ich persönlich die Verantwortung“, erklärte er. Über die Folgen will er jetzt zunächst mit seiner Familie und seinen politischen Freunden beraten.

Eine erste Analyse der prozentualen Ergebnisse der beiden Kandidaten: Olaf Hausmann lag in 17 von 20 Wahlbezirken vorne. Darin ist der Briefwahlbezirk der Kernstadt enthalten. In den Stadtteil-Wahlbezirken wurden
die Briefwahlstimmen direkt ausgezählt. Kirchhains gewählter künftiger Bürgermeister schaffte sein mit Abstand bestes Ergebnis in Betziesdorf. Mit 77,9 Prozent der Stimmen, sein schlechtestes in Emsdorf mit 33,4 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen. In den Kernstadt-Wahlbezirken dominierte der Sieger des Abends seinen Mitbewerber vollständig, teils mit mehr als 20 Prozent Vorsprung wie im Bezirk Grundschule.

Zukunft der Koalition gänzlich ungewiss

Menz holte die konservativen Kirchhainer Hochburgen Stausebach, Anzefahr und Emsdorf.  Am besten schnitt der amtierende Erste Stadtrat Kirchhains dabei in Emsdorf ab mit 66,6 Prozent der Stimmen. Sein mit Abstand schlechtestes Ergebnis erzielte Menz analog zum Hausmannschen Abschneiden dabei in Betziesdorf.
Erste Einschätzungen des Wahlausgangs kamen von Reiner Nau (Bündnis 90/Die Grünen) und Uwe Pöppler (CDU), beide bisher Fraktionsvorsitzende der Koalitionsparteien. Beide reagierten tief enttäuscht und beide machten klar, dass es zumindest fraglich sein wird, ob das Bündnis „Kompetenz für Kirchhain“ weiterbestehen kann. „Wir haben unser Wahlziel, das Dietmar Menz Bürgermeister wird, nicht erreicht. Es wird jetzt viel nachgedacht und geredet werden müssen“, sagte Reiner Nau.

Uwe Pöppler freute sich zumindest über die sehr hohe Wahlbeteiligung und gratulierte Hausmann zur Wahl. Er kannte den Trend, der sich für das Stadtparlament abzeichnete. Ein Fortbestand der Koalition sei nicht aus dem Rennen. Aber auch er kündigte zunächst nur intensive Gespräche an.

von Michael Rinde

 

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