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CDU verliert fast sieben Prozent

Vorläufiges Endergebnis für Stadtallendorf CDU verliert fast sieben Prozent

In Stadtallendorf bleibt die CDU zwar die stärkste Fraktion im Stadtparlament, muss aber drei Sitze abgeben. Die Gewinner der Wahl heißen Bürgerunion und FDP.

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Obwohl die CDU fast sieben Prozent verloren hat, stellt sie die meisten Abgeordneten im Stadtallendorfer Parlament.

Stadtallendorf. Gegenüber dem Trendergebnis von Sonntagabend haben sich die Zahlen und Sitzverteilungen in der zweitgrößten Stadt des Kreises noch einmal erheblich verändert. Zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen um den Status der stärksten Fraktion im Stadtparlament kam es zwischen CDU und SPD dann aber doch nicht. Mit 14 Sitzen stellt die Union die Fraktion mit den meisten Stadtverordneten, wenn auch mit herben Verlusten von rund sieben Prozent und damit von drei Sitzen im Stadtparlament. Traditionell bringt ihr das einen moralischen Anspruch auf die Position des Stadtverordnetenvorstehers und auch des Ersten Stadtrates. Beide Ämter hatten bisher Christdemokraten inne.

Das beste persönliche Ergebnis erzielte der amtierende Erste Stadtrat von Stadtallendorf Otmar Bonacker mit 4 029 Stimmen. Bei der CDU in Stadtallendorf setzt sich mit dem jetzigen Ergebnis allerdings ein Abwärtstrend fort: 2006 erreichten die Christdemokraten noch 47,36 Prozent, 2011 waren es 45,09 Prozent der Stimmen.

Bürgerunion wird drittstärkste Kraft

Wahlsieger angesichts der Zahlen ist die Bürgerunion Stadtallendorf (BUS), die erstmals angetreten ist und im vergangenen Jahr vom früheren Republikaner Manfred Thierau gegründet wurde. Aus dem Stand heraus erreichte sie ein zweistelliges Ergebnis und ist künftig drittstärkste Kraft im Stadtparlament. Das waren bisher Bündnis 90/Die Grünen. Ihre Sitzzahl hat sich allerdings von vier auf zwei halbiert. Ganz anders stellt sich die Situation der FDP dar, die sich über eine Verdopplung ihrer Sitze freuen kann. Bei der SPD hielten sich die prozentualen Verluste in Grenzen, lagen unter dem Strich unter einem Prozent.

Wie bewerten die Spitzenkandidaten der Parteien das Resultat?

Ilona Schaub (CDU) holte persönlich das zweitbeste Ergebnis von allen Kandidaten überhaupt. „Man kann aber nicht zufrieden sein, wenn die eigene Partei drei Sitze einbüßt“, erklärte sie am Montagnachmittag, wenige Minuten nach Bekanntwerden des vorläufigen amtlichen Endergebnisses. Der Wahlkampf sei thematisch vom Thema Flüchtlinge geprägt gewesen, insbesondere auch an den Informationsständen und im Gespräch mit Bürgern. „Natürlich sind wir als CDU froh, dass wir stärkste Kraft im Stadtparlament geblieben sind“, so Schaub.

SPD freut sich über stabiles Ergebnis

Werner Hesse von der SPD freute sich über die Stabilität, die seine Partei im Ergebnis gezeigt habe. Der Abstand zur CDU sei auf ein erträglicheres Maß geschrumpft. „Und die Zuwächse bei den den Namen wechselnden Republikanern waren auch nicht ganz so groß“, merkte er zum Abschneiden der Bürgerunion an. Sie hatte im Trendergebnis noch bei 18,56 Prozent der Stimmen gelegen. Ein großer Teil der Wähler habe sich in Stadtallendorf offenbar von „gesamtpolitischen Fragen“ leiten lassen. Das zeige das Abschneiden der AfD im Kreistrend für Stadtallendorf ebenso wie das Abschneiden der Bürgerunion.

„Davon hat von uns keiner geträumt“, kommentierte Winand Koch (FDP) das Abschneider der Liberalen. Die FDP sei die einzige Partei gewesen, die einen Inhaltswahlkampf in Stadtallendorf geführt habe, was sich aus seiner Sicht ausgezahlt habe. „Das Ergebnis ist für uns eine Verpflichtung und eine schöne Bürde“, resümierte Winand Koch.

BUS will öffentlich informieren

Die Bürgerunion selbst hatte laut ihrem Spitzenkandidaten Manfred Thierau durchaus ein zweistelliges Wahlergebnis erwartet. „Mit diesem hervorragenden Abschneiden gehören wir jetzt zu den Wahlsiegern“, kommentierte er. Jetzt wolle die Bürgerunion den etablierten Parteien zeigen, wie Bürgernähe funktioniere und wie der Bürger einbezogen werde. Zunächst soll es öffentliche Informationsveranstaltungen wie auch öffentliche Fraktionssitzungen der BUS geben.

Von den Grünen war am Montagnachmittag niemand  zu erreichen.

 
 
Die Stadtverordneten
CDU: Otmar Bonacker, (4 029 Stimmen), Ilona Schaub (3 668), Hans-Georg Lang (3234), Fabian Gies (2811), Maria März (2785), Jürgen Berkei (2371), Robert Botthof (2355), Hans-Jürgen Back (2347), Ulrike Quirmbach (2314), Klaus Ryborsch (2263), Stefan Rhein (2202), Dieter Erber (2123), Jochen Metz (2068), Jochen Metz,  (2068) und Annemarie Hühn (1971).
SPD: Werner Hesse (3009), Carla Mönninger-Botthof (2462), Frank Drescher (2207), Handan Özgüven (2139), Wolfgang (2119), Walter Mengel (2024), Markus Becker (2017), Nils Runge (1922), Jürgen Behler (1907), Bernd Waldheim (1785), Sigrid Waldheim (1738) und Stefanie Lütt (1717).
Bürgerunion Stadtallendorf (BUS): Manfred Thierau (2240), Andrea Grigat-Thierau (2140), Walter Witkus (2002), Ingolf Vandamme (1993) und Bruno Welt (1986).
FDP: Winand Koch (1828), Jörg Linker (1191), Ludwig Bachhuber (1183) und Alexandra Baader (1169).
Bündnis 90/Grüne: Michael Feldpausch (1416) und Michael Goetz (1245).

von Michael Rinde

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