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CDU legt in Wohratal zu, SPD verliert

Vorläufiges Endergebnis für Wohratal CDU legt in Wohratal zu, SPD verliert

In Wohratal hat das vorläufige amtliche Endergebnisse erhebliche Verschiebungen gegenüber dem Trend vom Sonntagabend gebracht.

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Das Gemeindeparlament in Wohratal setzt sich zukünftig wie in dieser Grafik zusammen.

Wohratal. Wahlsieger ist beim prozentualen Ergebnis die CDU. Sie legte fast 6 Prozent zu und hat einen Sitz im Gemeindeparlament hinzugewonnen. Trotz Verlusten bleibt allerdings die SPD die stärkste politische Kraft im Gemeindeparlament. Sie behält ihre sechs Sitze. Grund ist das Verhältniswahlrecht. Bei der Offenen Liste Wohratal hat sich das Trendergebnis vom Sonntag nicht bewahrheitet. Ihr Zugewinn fällt mit 2,1 Prozent moderat aus. Im ersten Trend, bei dem nur die Stimmen, bei denen nur Listenwahl  ausgezählt wurde, sah die OLW noch wie ein überragender Wahlsieger aus. Dass es in Wohratal Ergebnis- und Sitzverschiebungen geben musste, ergab sich dabei aber auch durch die Tatsache, dass die Bürger für Wohratal nicht mehr angetreten waren. Sie hatten 2011 noch 4,8 Prozent der Stimmen und einen Sitz im Gemeindeparlament geholt.

Bei der Gesamtstimmenzahl hatte wie vor fünf Jahren Klaus-Dieter Engel von der SPD „die Nase vorn“. Er erhielt 802 Stimmen, mit weitem Abstand auf Platz 2 folgt Harald Homberger von der OLW mit 701 Stimmen. 

Wie bewerteten die Spitzenkandidaten der drei Parteien das Wahlergebnis?

Dr. Gerhard Willmund von der CDU war die Freude über das Abschneiden seiner Partei anzuhören. „Wir fühlen uns nicht als die großen Sieger, aber wir fühlen uns mit dem Ergebnis sehr wohl“, gab Willmund eine erste Bewertung ab.  

CDU, OLW und die Bürger für Wohratal mit ihrem einen Sitz hatten in den vergangenen fünf Jahren eine Zählgemeinschaft in Wohratal gebildet. OLW und CDU hatten im Wahlkampf das Bündnis gelobt. Das machte Willmund am Montag ebenfalls. „Ich könnte mir vorstellen, dass Gespräche mit der OLW zu einer vernünftigen Basis für eine weitere Zusammenarbeit finden könnten“, sagte Willmund.

Bei Klaus-Dieter Engel gab es am Montagnachmittag eine gewisse Enttäuschung über das Abschneiden der SPD in Wohratal. „Gegenüber dem Trend vom Sonntag bin ich natürlich nicht unzufrieden“, sagte Engel. Ganz offensichtlich sei in den Dörfern Wohratals intensiv kumuliert und panaschiert worden, was sich bei Vergleichen klar zeige. „Glücklich ist man natürlich nie, wenn man Stimmen verliert“, betonte Engel.  

Neuauflage der Zählgemeinschaft?

Etwas anderes entsetzt den Sozialdemokraten beim Blick auf den Kreistrend. Nach allem, was an Zahlen bis Montagnachmittag bekannt war, hat die AfD in der Gemeinde Wohratal stellenweise besonders gut abgeschnitten. Sie liegt in zwei Ortsteilen sogar über 20 Prozent. „Es erschreckt und betrübt mich, dass so etwas in meiner Heimatgemeinde möglich ist“, wurde Engel deutlich.

Zu möglichen Bündnissen wollte sich Engel, wenige Stunden nach Bekanntgabe des Endergebnisses noch nicht äußern. Das wolle er zunächst in Ruhe mit seinen künftigen Fraktionskollegen besprechen, sagte er.

OLW will Gespräche mit der CDU

Für die OLW äußerte sich am Montag Oliver Mohr gegenüber der OP. In den vergangenen fünf Jahren war er Erster Beigeordneter und damit ehrenamtlicher Stellvertreter des Bürgermeisters.  „Dieses Ergebnis ist für uns erfreulich. Zunächst gratuliere ich aber der CDU rund um Gerhard Willmund“, erklärte Mohr. In Addition der Zahlen von OLW und CDU sieht er eine deutliche Zustimmung der Wohrataler Wähler zur „harmonischen Zusammenarbeit und der Politik der Zählgemeinschaft in den vergangenen fünf Jahren“. Die OLW habe mit diesem Ergebnis ihr Kernziel erreicht. „Mehr hätten wir auch nicht erwartet“, sagte Mohr.

Auch er kündigte für die OLW an, Gespräche mit der CDU über eine weitere Zusammenarbeit führen zu wollen. „Diesen Gesprächen sehen wir positiv entgegen“, erklärte der amtierende Erste Beigeordnete der Gemeinde.

Mohr war bei der Wahl 2011 in den Gemeindevorstand berufen worden, ohne direkt in das Parlament gewählt worden zu sein. Aktuell wäre er auf der OLW-Liste erster Nachrücker in das Gemeindeparlament. Mit seinem persönlichen Abschneiden ist er ebenfalls sehr zufrieden.

 
 
Die Gemeindevertreter
SPD: Klaus Dieter Engel (802 Stimmen), Karl Ludwig Bubenheim (628), Willi Schollmeier (562), Hans-Günter Vestweber (514), Hermann Kreuer (504) und Hartmut Dörr (419)
CDU: Wilfried Herbst (549), Dr. Gerhard Willmund (528), Andreas Müller (436), Peter Müller (379) und Stefan
Leonhäuser (375)
Offene Liste Wohratal (OLW): Harald Homberger (701), Hannelore Keding-Groll (513), Bernd Müller (471) und Tanja Boucsein (446).

von Michael Rinde

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