Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Absolute SPD-Mehrheit ist dahin

Vorläufiges amtliches Endergebnis für Ebsdorfergrund Absolute SPD-Mehrheit ist dahin

Eigentlich könnte die SPD Ebsdorfergrund zufrieden sein, sie ist mit Abstand die stärkste Fraktion. Doch die Freude darüber ist getrübt, denn mit dem Verlust eines Sitzes ist die bequeme absolute Mehrheit nicht mehr vorhanden.

Voriger Artikel
SPD gewinnt einen Sitz der BLS
Nächster Artikel
SPD ist obenauf, aber wie geht‘s weiter?

Marburg. Die SPD hat einen komfortablen Vorsprung und doch ein riesiges Problem. Denn um weiter ihre Politik im Grund zu fahren, bedarf es nun eines verlässlichen Partners. Und dieser Partner hat mehr als nur die SPD-Option. Die Rede ist von den Grünen, die zwar einen Sitz verloren haben, aber dennoch mit zwei Sitzen „das Zünglein an der Waage“ sein werden, wie es Heinrich Rabenau, Sprecher der Grünen-Liste ausdrückt. Und mehr noch.

Um einen Platz im Gemeindevorstand zu bekommen, müssen die Grünen eine Koalition beziehungsweise Zählgemeinschaft eingehen. Gehen sie eine Zählgemeinschaft mit CDU sowie ÜBE / FWG ein, dann verliert die SPD auch im Gemeindevorstand die Mehrheit. Bis jetzt alles nur Zahlenspiele. Aber Zahlenspiele, mit denen sich die Listen in den nächsten Tagen eingehend beschäftigen werden. „Wir werden die Optionen prüfen, was mit CDU und den Grünen möglich ist“, sagt Andreas Rink von der ÜBE / FWG. 

„Ich freue mich, dass nach unserem Wahlkampf wohl doch einige Bürger nachdenklich geworden sind und so gewählt haben, dass im Parlament mehr Vielfalt zugelassen wird“, sagt Rink in einer ersten Stellungnahme gegenüber der OP. Und: „Wir haben keine Probleme damit, gute Anträge mitzutragen, egal von wem sie kommen. Aber es ist schon sehr gut, wenn umstrittene Anträge diskutiert und dann auch Kompromisse gefunden werden müssen, mit denen alle leben können.“ Die ÜBE /FWG wird, terminlich bedingt, das Wahlergebnis erst nächste Woche am Dienstag analysieren und sich dann auch überlegen, wie es weitergehen soll. Grüne
und SPD treffen sich jeweils schon in dieser Woche.

Die Grünen werden zunächst mit zwei Frauen im Parlament vertreten sein. „Mit ein bisschen Glück hätten wir den dritten Sitz noch gehabt“, sagt Listensprecher Rabenau. Über die beiden Sitzverluste gegenüber der letzten Wahlperiode sei man zwar enttäuscht, aber insgesamt nicht niedergeschlagen. „Der Trend ging nun mal überregional gegen die Grünen, aber sicher sind hier auch noch ein paar Nachwehen zur letzten Wahlperiode zu verzeichnen.“ Rabenau spielt dabei darauf an, dass es innerhalb der Grünenfraktion erheblich knirschte und das Personal letztendlich durchgewechselt werden musste, bis gar die Liste erschöpft war. Das soll jetzt anders werden.

Er gratuliert auch ausdrücklich den beiden Frauen, die die Sitze einnehmen werden. „Careen Knauf und Anja Krassa haben es verdient, sie haben sich im Wahlkampf gut eingebracht.“ Thorsten Reinhardt von der CDU hätte sich schon ein besseres Ergebnis gewünscht, doch habe auch die CDU Ebsdorfergrund die Stimmung gegen die Bundespolitik zu spüren bekommen, resümiert er. So mussten die Christdemokraten, die bislang sieben Sitze innehatten,  einen Sitz abgeben. Nichtsdestoweniger wird sich die CDU offen für Gespräche mit den anderen Fraktionen zeigen.

Elisabeth Newton, Listensprecherin der SPD, die persönlich auch das beste Ergebnis aller Bewerber eingefahren hat, ist verhalten glücklich mit dem Wahlergebnis. Den Verlust der absoluten Mehrheit führt sie ganz allein auf den allgemeinen überregionalen Trend zurück, dass etablierte Parteien Verluste aufgrund der Bundespolitik hinnehmen mussten.

So gesehen habe es die SPD Ebsdorfergrund nur minimal erwischt, aber dann doch sehr erheblich, weil die absolute Mehrheit nicht mehr erreicht wurde. „Enttäuscht zeigt sie sich angesprochen auf die Dauer-Panne im Internet. Die aufwändig gestaltete Homepage der selbst ernannten Grundpartei SPD Ebsdorfergrund war all die Tage vor der Wahl nicht aufrufbar. „Das ist dann schon sehr ärgerlich, wenn eine Homepage bezahlt wird, dann aber nicht aufrufbar ist“, so Newton.

von Götz Schaub

 
Gewählt sind:

CDU:                                   Stimmen in Klammern
Thorsten Reinhardt (1851)
Helga Schneider (1667)
Heinrich Fritz-Emmerich (1646)
Peter Bender (1606)
Clara Michanikl (1604)
Thomas Preiß (1422)

SPD:
Elisabeth Newton (3183)
Rudolf Claar (2545)
Werner Böckler (2262)
Lothar Heidt (2220)
Peter Debelius (2095)
Wilfried Schäfer (1957)
Roswitha Stahringer-Brandenstein (1945)
Maximilian Kühn (1885)
Carsten Görlich (1877)
Alexandra Bier (1819)
Jörg Habiuk (1786)
Friedhelm Maikranz (1770)
Mike Hame (1755)
Walter Kaiser (1751)
Wilfried Eucker (1748)

Bündnis 90 / Die Grünen:
Careen Knauf (1154)
Anja Krassa (1041)

ÜBE / FWG:
Andreas Rink (2144)
Marcell Büttner (2083)
Holger Erkel (2041)
Reiner Nau (2041)
Michael Preiß (1870)
Horst Gombert (1794)
Eckhard Grau (1655)
Yvonne Ebinger (1622)

 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr