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„’s Lädchen“ ist und bleibt Treffpunkt

Dorfversorgung „’s Lädchen“ ist und bleibt Treffpunkt

Der Dorfladen „’s Lädchen“ bleibt den Hartenrodern erhalten. Jetzthoffen die Hinterländer Werkstätten als Betreiber auf ein Umsatzplus, damit das Konzept langfristig gesichert ist.

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Gruppenleiterin Nadja Präg (links) steht mit Jennifer Jacob hinter dem Tresen der Postagentur im Dorfladen „’s Lädchen“.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Hartenrod. Fast hätten die schlechten Umsätze im vergangenen Jahr das Aus für den Dorfladen bedeutet. Doch die Betreiber wollen an dem Konzept festhalten und sich nicht aus ihrer sozialen Verantwortung stehlen. Denn mit dem Dorfladen steht und fällt nicht nur die wohnortnahe Versorgung der Harten­roder, auch sieben Menschen mit Behinderungen sind dort beschäftigt. Im direkten Kundengespräch und im Umgang mit den Waren und mit Geld werden sie für den sogenannten ersten Arbeitsmarkt fit gemacht.

Neue Öffnungszeiten

Für ein Jahr wurde der Mietvertrag für den 50 Quadratmeter großen Laden verlängert. Allerdings müsse sich das Kaufverhalten noch etwas verbessern, sagt Peter Liebetrau von den Hinterländer Werkstätten in Dautphetal. Ortsbeiratsvorsitzender Hans-Jürgen Debus appelliert an die Bevölkerung, das Angebot im Ort wahrzunehmen, weil er mit Sorge beobachtet, dass vor allem die ­ältere Generation nicht mehr so mobil ist. Im Dorfladen werden viele Produkte des täglichen Bedarfs angeboten: unter anderem Backwaren, Konserven, Wurstwaren, Reinigungsmittel, Getränke und Süßwaren. Um das Geschäft weiter anzukurbeln, fehlt es nicht an Ideen. So besteht eine Kooperation mit dem Skiclub, der Waren aus dem Dorfladen in der Skihütte zum Verzehr anbietet. Der Kontakt zur Schule ist hergestellt, um die Nahrungsmittel für den Mittagstisch anzuliefern und im Kindergarten können die Kinder das gesunde Frühstück auch aus dem kleinen Laden genießen.

Auch plant Liebetrau, die Bewohner des vom Lebenshilfewerk geführten Betreuten Wohnens in Bad Endbach mit Notwendigem aus Hartenrod zu versorgen. Gleiches könnte der Laden für die betreuten Bewohner in Dautphe bieten. „So helfen wir uns gegenseitig“, erklärt Liebetrau.

Einkauf wird direkt nach Hause gebracht

Ein weiteres Hilfsangebot gibt es speziell für die Hartenroder Bürger. Die Beschäftigten bringen den Einkäufern, die die Last der Tüten und Taschen nicht tragen können, ihren Einkauf direkt ins Haus. Das „Sonderangebot“ ist das Ergebnis einer Umfrage, bei der es eigentlich um einem Bringservice ging. Es habe sich herausgestellt, dass die Befragten den Gang in das Lädchen nicht missen wollen. Dort ist ein Treffpunkt und es bleibt Zeit zum Plaudern. Deshalb sei es schade, dass kein ausreichender Platz zur Verfügung steht, um im Laden noch ein kleines Café zu betreiben, sagt Liebetrau.

Zum Dorfladen gehören noch Sozialräume und ein kleines Lager im Keller. Was fehlt sind Parkplätze direkt davor. Liebetrau will noch mal einen Versuch starten und bei der Gemeinde nachfragen, ob es nicht möglich ist, am Straßenrand zwei Parkflächen einzuzeichnen. Das dies unter Umständen nicht klappt, kalkuliert er allerdings schon ein. Schließlich befindet sich der Läden in der eng zulaufenden Straße Richtung Schlierbach. Das Postschild hat bereits einen Kontakt mit einem Bus nicht überstanden, sodass der Laden von außen nicht zwangsläufig als Lebensmittelgeschäft mit einer angeschlossenen Postagentur zu erkennen ist. Das soll sich aber noch ändern. Eine neue Außenreklame soll es geben - nach einem Grillfest. Der Gewinn des Festes wird reinvestiert. Mit der Entscheidung am Standort zu bleiben, fiel auch die Entscheidung, die Öffnungszeiten anzupassen.„’s Lädchen“ ist wegen der Schüler und Kindergartenkinder nun von Montag bis Freitag von 7 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Am Samstag ist der Dorfladen von 6.30 bis 12 Uhr geöffnet. Gearbeitet wird in zwei Schichten. Wenn der Frühdienst beendet ist, fahren die Betreuten in die Hinterländer Werkstätten zum Mittagessen, bevor sie dann nach Hause gebracht werden. Die zweite Schicht wird zum Mittagessen von zu Hause abgeholt und beginnt danach in Hartenrod ihre Schicht. In jeder Schicht ist ein Gruppenleiter dabei, der mit den Betreuten individuelle Pläne zur Förderung erstellt und darauf achtet, dass im Geschäft alles glatt läuft.

von Silke Pfeifer-Sternke

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