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Zwischen Tänzern stimmt die Chemie

Tanzgala Zwischen Tänzern stimmt die Chemie

13 Tanzpaare, die zur ­Spitzenklasse im deutschen Tanzsport zählen, wetteiferten am Samstagabend um den Kirschenpokal der Stadt Gladenbach.

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Markus und Verena Noll vom TSC Rot-Weiß Böblingen zeigten viel Haut und eine zur Choreografie passende Mimik.

Quelle: Hartmut Berge

Gladenbach. Im Großen Saal im Haus des Gastes flattert Lametta an der Decke und große Lampions werfen stimmungsvolles Licht auf die Tanzfläche. Die mehr als 350 festlich gekleideten Besucher nehmen an den nummerierten Tischen Platz und warten gespannt auf den Start des Tanzturniers. 13 Spitzensportler in der Hauptklasse S-Latein warten ebenfalls: Sie wollen die fünf Wertungsrichter überzeugen.

Bei der ­Vorstellungsrunde sind die Kleider der Tänzerinnen wahre Hingucker. Egal ob hauteng, schrill bunt, glitzernd oder in kräftigem Rot, aber dafür im Mini-Look: jedes Tanzoutfit ist den Tänzerinnen auf den Leib geschneidert und jeweils abgestimmt auf Frisur, Makeup und dieAccessoires. Lena Wurst vom TTK Grün-Weiß Vegesack Bremen präsentiert sich im Look der 1920er-Jahre und zeigt mit Partner Jan Quandt, dass sich Nostalgie und Moderne nicht ausschließen.

Nach der ­Vorstellungsrunde wird es ernst: Die Tanzpaare stehen nacheinander in zwei Vierer- und einer Fünfer-Gruppe auf der Tanzfläche und buhlen um die Gunst der Wertungsrichter beim Samba, Cha-Cha-Cha, der Rumba, dem Paso ­Doble und dem Jive. Turnierleiter Benjamin Würzer gibt dem Publikum zu jedem Tanz einen kurzen geschichtlichen Überblick. So ist der Paso Doble seit 1949 Turniertanz und stellt tänzerisch einen Stierkampf nach. Der Tänzer ist der Torero und die Tänzerin das rote Tuch. Der Tanz ist progressiv, das Tanzpaar nutzt die gesamte Tanzfläche aus. Die Tänzer tragen ihren Kopf stolz erhoben, die Bewegungen sind schnell, mit vielen Drehungen. Und die Zuschauer sind gefesselt von der Strahlkraft der Tanzfiguren, die an die spanische Tradition erinnern.

Noch höher im Kurs steht beim Publikum allerdings der Jive. Seit 1968 ist er Turniertanz und seither ist die Begeisterung für die schnellen Bewegungen im Vierviertel-Takt ungebrochen. Der Tanz strahlt pure Lebensfreude aus und der Funke springt bei den ersten Takten und den ersten Tanzschritten sofort auf das Publikum über, das klatschend und mit den Füßen wippend die Paare anfeuert.

Der Verwandte des Boogie-Woogie und des Rock’n’Roll ist auch der Tanz, den das Siegerpaar Tobias Soencksen und Luisa Egenolf gegen 24 Uhr noch einmal als Abschluss des Turniers dem Publikum als Zugabe „schenken“. Das Paar von der TSA Lahngold im VfL Altendiez überzeugte die Wertungsrichter auch bei der Samba, dem Cha-Cha-Cha und der Rumba. Es trat in der Endrunde gegen fünf Paare an.

Bereits zum 33. Mal fand das außergewöhnliche Tanzereignis statt, das ­Altbürgermeister Siegfried Dellnitz in Kooperation mit dem Tanzsportclub Rot-Weiß Marburg in die Hinterlandkommune geholt hatte und das nichts von seiner Faszination verloren hat.

von Silke Pfeifer-Sternke

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