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Zweiter Schandfleck steht vor Auflösung

Ehemaliges Steinbrecherwerk Zweiter Schandfleck steht vor Auflösung

Seit Jahrzehnten liegt das Gelände unweit des neuen Bamberger-Lagerplatzes brach. Nun soll eine Änderung des Flächennutzungplanes die Nutzung eines „Sondergebietes Landschaftsbau“ ermöglichen.

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Die Natur holt sich zurück, was der Mensch nicht pflegt. Seit Jahren verfallen die Reste des ehemaligen Steinbrecherwerks bei Buchenau. Nun soll das Gelände einer neuen Nutzung zugeführt werden. Dazu wird auch die Abraumhalde auf der einen Seite des Gebäudes verschwinden.

Quelle: Gianfranco Fain

Buchenau. Ende Juli beschlossen die Dautphetaler Gemeindevertreter einstimmig eine Änderung des Flächennutzungsplanes einzuleiten, damit am Rande des Gewerbegebiets Irrlachenfeld ein „Sondergebiet Landschaftsbau“ entstehen kann. Dies betrifft eine Fläche bei Buchenau, unweit der gerade von Jürgen Bamberger umgewandelten ehemaligen Betriebsfläche der Eiserfelder Steinwerke. In Sichtweite davon erhebt sich am Fuße des Silbergs das Gebäude des ehemaligen Steinbruchs in die Höhe.

Dieses ist noch zu sehen, wird aber immer mehr von Pflanzen überwuchert. Wer sich über einem Feldweg nähert, erkennt, dass sich neben dem Gebäude ein Schutthaufen auftürmt, Unrat und anderer Müll liegen in der nähern Umgebung – ein weiterer Schandfleck, so war es immer zu hören, der nicht nur die Buchenauer stört.

Nachdem das ehemalige Gelände der Eiserfelder Steinwerke jenes nicht mehr ist, ist auch für das Ärgernis am ehemaligen Steinbruch ein Ende in Sicht. Die Änderung des Flächennutzungsplanes sieht vor, aus dem bisherigen Plan eine Teilfläche zu verlagern, die in etwa der Größe entspricht, die den Besitzern einer Feldscheune gehören. Dadurch würde das Sondergebiet „Landschaftsbau“ flächenmäßig annähernd unverändert bleiben, jedoch in nordöstlicher Richtung verlegt.

Dies soll geschehen, weil die Ansiedlung eines Landschaftsbauunternehmens innerhalb der derzeitigen Sondergebietsgrenzen aus eigentumsrechtlichen Gründen nicht möglich ist, so steht es in der vom Gemeindevorstand der Gemeindevertretung vorgelegten Beschlussvorlage. Bei dem erwähnten Unternehmen handelt es sich um „Balzer Garten- und Landschaftsbau Natursteinhandel GmbH“, eine in Buchenau alteingesessene Firma.

Deren Geschäftsführer Frank Balzer erklärt auf Anfrage der OP, dass er auf der Fläche eine Idee seines Vaters vollenden möchte, die auf die 1980er Jahre zurückgeht. Dort soll eine zentrale Lagerfläche entstehen, auf der die Transportmittel und Geräte des Betriebes Platz finden. Das würde eine Entlastung für den Ortskern bedeuten, in dem das Unternehmen mehrere Außenlager unterhält. Die Verwaltung bliebe vorerst im Ort, erklärt Balzer, der mit den Grundstücksbesitzern schon einig ist.

Voraussetzung für die Umsetzung des Vorhabens ist aber, dass der Flächennutzungsplan geändert wird und es keine größeren Auflagen gibt. Sollte das eintreffen, rechnet Balzer mit Baurecht bis Ende Dezember. Baubeginn könnte dann Anfang Januar sein. Nach Angaben aus dem gemeindlichen Bauamt soll im Zuge der Umwandlung die Ruine verschwinden und der Schuttberg abgetragen werden.

von Gianfranco Fain

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