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Zweite Instanz überprüft die Vorwürfe

Aus dem Landgericht Zweite Instanz überprüft die Vorwürfe

Weil er pornografische Bilder seiner Ex-Freundin verbreitet haben soll, wurde ein Biedenkopfer zu
einer achtmonatigen 
Bewährungsstrafe verurteilt. Der 50-Jährige bestreitet die Vorwürfe in zweiter Instanz.

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Vor dem Landgericht Marburg beteuert ein 50-jähriger Angeklagter seine Unschuld. Er war zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er nach Überzeugung des Biedenkopfer Amtsgerichts pornografische Schriften seiner Ex-Freundin verbreitet hat.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Nach Überzeugung des Amtsgerichts Biedenkopf hat sich der 50-Jährige der Verbreitung pornografischer Schriften und „Verletzung des höchstpersönlichen Lebens- und Geheimnisbereichs“ sowie der Körperverletzung und Beleidigung schuldig gemacht.

Laut erstinstanzlichem Urteil hat er im Dezember 2011 nach Ende der Beziehung Bilder, die die Frau nackt oder bei sexuellen Handlungen mit ihm zeigen, auf eine fiktive Internetseite gestellt, die er ausgedruckt unter anderem an ihren Vermieter und Arbeitgeber, bei dem er selbst auch beschäftigt war, schickte. Auf der Seite schien es so, als böte die Frau sexuelle Dienste an. „Ich suche nach reinem Sex, überall, wo es passt“ und „nur ein Lover ist mir zu wenig“, stand dort.

Weiter soll der Biedenkopfer die Bilder im Sommer 2012 unter einer E-Mail-Adresse mit dem Namen seiner Ex-Freundin, die dieser aber nicht gehörte, an mehrere ihrer Bekannten geschickt haben. Der spätere Freund der Frau, auch er arbeitet in der gleichen Firma, berichtete dem Gericht noch unter anderem, er habe gehört, dass der Angeklagte die Bilder noch einer Vielzahl weiterer Kollegen gezeigt habe.

Durchsuchung: keine Beweise auf PC gefunden

„Ich kann dazu nur sagen, dass ich das nicht getan habe“, betonte der Angeklagte am Freitag vor der Berufungskammer des Marburger Landgerichts, die den Fall ganz neu aufrollen muss. „Ich war mit ihr zusammen, wir haben die Bilder einvernehmlich gemacht“, berichtete er, was die 28-Jährige als Zeugin auch bestätigte. Sie betonte jedoch, dass er es gewollt habe, sie habe daran kein Interesse gehabt. Später habe er zu ihr gesagt, „ich habe sie nur gemacht, damit ich mich rächen kann, falls du mich verlässt“.

Sowohl der Angeklagte, als auch die Frau, sagten aus, dass er die Beziehung beendet habe. „Für mich war es aber eine Kurzschlussreaktion“, sagte sie. In späteren SMS habe er ausgedrückt, sie wiederhaben zu wollen, sie aber auch beschimpft und mit Veröffentlichung der Bilder gedroht, was er bestreitet.

Während die Frau aussagte, nur ein Päckchen mit einem USB-Stick mit den Dateien mit der Post erhalten zu haben, gab der 50-Jährige an, ihr den Stick sowie eine externe Festplatte, auf denen sich das verfängliche Bildmaterial befunden habe, ausgehändigt zu haben. An diesem Tag sei die Situation zudem eskaliert, sagte der Angeklagte. Es tue ihm leid, die Frau dabei beim Wegschubsen auch im Gesicht getroffen zu haben, aber sie habe auf ihn eingeprügelt, er habe sich nur gewehrt. Zuvor, so die Zeugin, sei es nie zu Gewalttätigkeiten gekommen, auch wenn die etwa halbjährige Beziehung „schwierig war“.

Auf seinem Computer seien die Bilder nie gewesen, er habe sie nicht mehr gehabt und auch von seinem Mobiltelefon nach Ende der Beziehung ihre Nummer gelöscht, beteuerte der Angeklagte. Ein Polizist bestätigte, dass bei einer Hausdurchsuchung auch nichts gefunden wurde.

Ein Urteil fiel noch nicht. Die Verhandlung wird am 28. Oktober fortgesetzt.

von Heiko Krause

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