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Zwei mühevolle Entscheidungen

Lohra Zwei mühevolle Entscheidungen

Für das alte Bahnhofsgebäude in Lohra sollte die Möglichkeit einer gastronomischen Nutzung geprüft werden. Der Rollshäuser Feuerwehrverein erhält für 10 000 Euro die Schutzhütte.

Lohra. Nachdem die Themen „Kündigung des Vertrags mit der Zentralen Diakoniestation Lohra-Weimar-Fronhausen“ und „Dorferneuerung Weipoltshausen“ nicht behandelt wurden, schien es am Donnerstagabend eine kurze Sitzung zu werden, folgten doch schnelle einstimmige Beschlüsse. Doch dann bissen sich die Lohraer Gemeindevertreter an zwei Themen fest: Nutzung des Bahnhofs und Verkauf der Schutzhütte Rollshausen an den Feuerwehrverein.

Während Hermann Schorge für die SPD den Grünen Antrag lobte, bat CDU-Fraktionschef Werner Waßmuth die Verfasser, ihren Antrag zurückzuziehen. Seine Begründung: Wenn geprüft werde, ob für das Haus ein Investor für eine gastronomische Nutzung zu finden ist, würde der jetzige Nutzer – die Diakonie – verunsichert und könnte abwandern.

Dies konnte Karl Klefenz „nicht nachvollziehen“. Man nehme kein Ergebnis vorweg, sondern bitte zu prüfen. Die Grünen regten an zu überlegen, in welche Richtung man sich bewegen wolle. Diese beschrieb Fraktionssprecherin Inge Weckend-Schorge mit: Nicht die Diakonie verjagen, sondern die Entwicklung zum sanften Tourismus voranbringen. Harald Rink (BfB) schlug eine Änderung des Antrags vor, um diesen offener zu gestalten und stimmte dann gegen den geänderten Antrag. Dieser wurde bei Stimmengleichheit abgelehnt.

Gleich drei Änderungsanträge, wovon einer – Verkauf für 5000 Euro ­– abgelehnt wurde, gab es zum Verkauf der Schutzhütte Rollshausen an den Feuerwehrverein. Letztlich ging es um die Formulierung im Antrag über die Verwendung des Verkaufserlöses des Gebäudes bei Auflösung des Vereins. Die Diskussion uferte dermaßen aus, dass Schorge mahnte, das Verhandlungsergebnis nicht zur Disposition zu stellen. Letztlich wurde der geänderte BfB-Änderungsantrag angenommen.

- Die Kündigung des Diakonievertrags wurde von der Tagesordnung genommen, weil es noch „erheblichen Verhandlungs- und Klärungsbedarf gibt“, erklärte Bürgermeister Georg Gaul. Zur Dorferneuerung Weipoltshausen wollen Gemeindevorstand und Weipoltshäuser nächste Woche ein Gespräch führen. Darin wird es um das Konzept des Trägervereins und eine von der Verwaltung ermittelte Rentabilitätsrechnung gehen. Die Zielrichtung ist, dass der rund 150000-Euro-Anteil der Gemeinde an den Sanierungskosten, in 15 bis 20 Jahren wieder erwirtschaftet wird.

von Gianfranco Fain

ENTSCHEIDUNGEN

- Für die Teilfortschreibung des Feuerwehrentwicklungsplanes beschloss die Gemeindevertretung einstimmig statt eines LF 20/16 ein gebrauchtes HLF 20/16 zu kaufen.

- Bei zwei Enthaltungen wurde der Kauf eines Grundstücks in Lohra (Bolzplatz) für den Bau eines Feuerwehrhauses beschlossen.

- Ebenfalls bei zwei Enthaltungen wurde der Bebauungsplan „Feuerwehrgerätehaus Lohra“ beschlossen.

- Bei Stimmengleichheit wurde ein Prüfantrag der Grünen abgelehnt. Es sollte ermittelt werden, ob ein Investor einen gastronomischen Betrieb im alten Bahnhof errichten würde.

- Mehrheitlich stimmten die Parlamentarier einer jährlichen Förderung in Höhe von 1500 Euro pro Kind für den Waldkindergarten Kirchvers zu.

- Der Verkauf der Schutzhütte Rollshausen an den Feuerwehrverein für 10000 Euro erhielt die mehrheitliche Zustimmung.

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