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Zwei Windräder drehen sich zur Probe

Windpark „Lahn-Dill-Bergland Mitte“ Zwei Windräder drehen sich zur Probe

Mitte April sollen die Fundamente für die drei Windräder des Windparks „Lahn-Dill-Bergland Mitte“ auf der Endbacher Platte und am Schönscheid gegossen werden.

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Die Anlagen E 101 der Firma Enercon, die auf dem Hilsberg errichtet wurden, haben eine Nabenhöhe von 135 Metern. Die auf der Endbacher Platte und am Schönscheid geplanten Windräder sind noch mal 10 Meter höher.

Quelle: Florian Gaertner

Bad Endbach. Der von der Gemeinde Bad Endbach im Alleingang errichtete Windpark Hilsberg, der seit seiner Planung für Furore gesorgt hat, befindet sich teilweise noch immer im Probebetrieb. Die Inbetriebnahme der fünf Windräder nach dem BImschG (Bundes-Immissionsschutzgesetz) erfolgte fristgerecht zum 31. Dezember 2014. Somit sicherte sich die Gemeinde die höhere Einspeisevergütung.

Die Abnahme, das heißt die tatsächliche Inbetriebnahme der Anlagen – der Regelbetrieb – ist noch nicht für alle Windräder erfolgt. Die Standorte 1, 2 und 5 laufen bereits, die Standorte 4 und 6 befinden sich noch im Probebetrieb.

„Bevor die zwei Windräder im Normalbetrieb betrieben werden, müssen sie 300 Stunden im Probebetrieb laufen“, sagt Bürgermeister Markus Schäfer. Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Standorte 4 und 6 Ende März Strom ins Netz einspeisen, der der Gemeinde entsprechend vergütet wird. Die Einspeisevergütung, die der Gemeinde durch den Probebetrieb verloren ging, wird von der Firma Enercon gezahlt.

Bürgermeister: Jeder nimmt Lärm anders wahr

Die Anlagen seien an ein Fernwartungssystem angeschlossen. Dieses ermittelt die Windgeschwindigkeit und den Strom, den die Anlagen erzeugen würden. Daraus ergibt sich die Differenz, die die Firma Enercon zahlt. Das Hauptverfahren zur Genehmigung des Windparks Hilsberg ist noch immer nicht abgeschlossen. „Es ist nicht wirklich relevant“, sagt Schäfer. Im Eilverfahren habe das Gericht in der Tiefe ermittelt, sodass aus Sicht der Gemeinde kein anderes Urteil erwartet wird.

Das Thema Lärm, das den Standort-Gegnern derzeit mächtig auf der Seele brennt, hat durchaus seine Berechtigung. Allerdings sei es nur ein einziges Mal seit der Inbetriebnahme der Windräder aufgrund eines technischen Defekts zu erhöhten Werten gekommen. Die anhaltenden Beschwerden über die von den Windrädern verursachte Lärmbelästigung schreibt Bad Endbachs Bürgermeister hauptsächlich den persönlichen Befindlichkeiten zu – gleichwohl streitet er nicht ab, dass jeder Mensch Lärm anders wahrnimmt.

Sein einstiges Lieblingsprojekt verhagelt ihm aber schon lange nicht mehr die Laune. Umso mehr freut ihn, dass der interkommunale Windpark „Lahn-Dill-Bergland Mitte“ ohne Aufruhr in die Errichtungsphase geht. Die Investition in erneuerbare Energien hält er für richtig und wichtig – trotz der Hilsberg-Erfahrungen.

Ende März sollen die Windräder bei der Firma Enercon bestellt werden. Die Voraussetzungen dafür hatte das Parlament in seiner jüngsten Sitzung Anfang März geschaffen. Errichtet werden sollen auf der Bad Endbacher Platte und am Schönscheid drei Windräder der Bezeichnung Enercon E 115.

Anlagen speziell für Mittelgebirge

Im Gegensatz zu den auf dem Hilsberg errichteten Windrädern Enercon E 101 erreichen die neu geplanten eine höhere Nabenhöhe von gut 10 Metern. Als Nabenhöhe hat die Firma Enercon 135 bis 149 Meter angegeben. Auch der Rotordurchmesser ist größer, er beträgt 115 Meter.

„Diese Anlagen sind speziell für die Mittelgebirge konzipiert“, erklärte Bürgermeister Markus Schäfer. Vorteil gegenüber der E 101: Sie laufen bei schwachem Wind eher an und schalten bei stärkerem eher ab. Übers Jahr erreichen die Anlagen laut dem Hersteller eine höhere Windausbeute.

Mit der E 115 bietet Enercon in der am stärksten nachgefragten Anlagenklasse eine State-of-the-art-Anlagentechnologie mit technischen Neuerungen wie dem geteilten Rotorblattkonzept für eine optimierte Projektlogistik“, sagt Enercon-Vertriebsleiter Stefan Lütkemeyer.

Das Rotorblatt besteht aus zwei Hälften, das heißt beim Transport sind sie komfortabler und bei der „Zuwegung ist der Eingriff nicht so hoch“, sagt Bad Endbachs Bürgermeister Schäfer. Weitere Anlagen dieses Typs werden vom interkommunalen Windparkbetreiber „Lahn-Dill-Bergland Mitte“ entstehen: in Bischoffen drei Anlagen und in Siegbach eine.

von Silke Pfeifer-Sternke

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