Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Zwei Orte feiern ein großes Fest

1100-Jahr-Feier Zwei Orte feiern ein großes Fest

So haben sich die Breidenbacher und Kleingladenbacher ihre 1100-Jahr-Feier vorgestellt: sonniges Wetter, eine überwältigende Vielfalt an Attraktionen, tausende Besucher.

Breidenbach . Der Aktionstag am Samstag war ein Höhepunkt während der Feierlichkeiten. Die Jubiläumsdörfer warteten mit mehr als 120 Ständen, zwei Bühnen und Ausstellungen auf. Tausende Besucher kamen ins Gewerbegebiet, auf das Gelände der Firma Christmann + Pfeifer und in die Breidenbacher Ortsmitte.

Wer den Gang über das Fest in der Ortsmitte begann, konnte sich auf eine Zeitreise gefasst machen. In der Buderusstraße erlebten die Besucher Historisches, stets mit örtlichem oder regionalem Bezug.

Grau angemalte, verschwitzte Männer in Lumpen, die auf den ersten Blick an den Grenzgangsmohren aus Biedenkopf oder Buchenau erinnerten, demonstrierten das Eisenschmelzen in Rennfeuern. Sogenannte „Rennöfen” hat es auf dem Gebiet des Hinterlandes und der Lahn-Dill-Kreises schon in vorchristlicher Zeit gegeben. Marco Weirich und Patrick Gürtler aus Achenbach hielten den Ofen am Brennen und grillten nebenbei Sauköpfe, mit denen sie die Schaulustigten verköstigten.

Wissenswertes über die Ernte gab es beim Heimatverein Wallau zu erfahren, angefangen beim Dengeln einer Sense. Eine Technik, die früher beherrscht werden musste. Wolfgang Meißner beherrscht sie noch heute.

Wie früher mit dem Spinnrad gearbeitet wurde, gab es bei der Hessischen Volkskunstgilde zu erfahren, deren Mitglieder aus allen Teilen des Landkreises Marburg-Biedenkopf kommen. Und auch die Breidensteinerin Ursula Seibel bewies am Spinnrad ihr Können.

Weiter in Richtung Gewerbe­gebiet zog eine Ausstellung alter Traktoren große Mengen von Besuchern an. Glänzendes Blech, kraftvolle Motoren und staunende Gesichter bestimmten das Bild.

Unweit der Ausstellung dominierten am Nachmittag nicht Motorgeräusche, sondern musikalische Klänge das Geschehen: Auf der Bühne des Ingenieursbüros „REC Engineering“ spielten die Bands „Old Stuff” und „The Henhouse Ramblers“ aus Bad Laasphe.

Im Gewerbegebiet, wo auch die Oberhessische Presse mit einem Infostand vertreten war, kamen die Zeitreisenden endgültig in der Moderne an. Betriebe wie zum Beispiel die Firma Weber Maschinenbau öffneten ihre Pforten zum Tag der offenen Tür, darüber hinaus lockte ein vielfältiges Bühnenprogramm die Besuchermassen ins Gewerbegebiet, das auch per Bimmelbahn erreicht werden konnte.

Späne und Splitter flogen bei der „STIHL Timbersports”-Darbietung. Es ist eine Extremsportart, bei der es gilt, Bäume zu fällen und Holz zu zerkleinern - und zwar in unterschiedlichen Disziplinen: mit Äxten, Motor- und Handsägen. Die Profis Robert Ebner, amtierender Deutscher Meister, und Nils Müller zeigten ihre Kräfte, durchschlugen und durchsägten Baumstämme in Sekunden.

Zumindest in einer Disziplin konnten auch Freiwillige ihre Kräfte und ihr Geschick messen: im „Single Buck“. Dabei kommt es darauf an, jeweils mit einer etwa zwei Meter langen „Single Buck“-Säge einen horizontal befestigten Baumstamm zu durchsägen. Wem dies als erster gelingt, hat gewonnen.

Nach mehrfacher Aufforderung aus dem Publikum und des Moderators Sebastian Schäffler nahm Breidenbachs Bürgermeister Christoph Felkl die Herausforderung zum Kräfte­messen an. Sein Gegner war der Holzhäuser Viktor Enns. Beide lieferten sich ein spannendes Duell, das Felkl mit einigen Sekunden Vorsprung für sich entschied.

Ruhiger ging es bei der Kleingartenschau des Obst- und Gartenbauvereins zu, aber langweilig wurde wohl niemandem, auch nicht den Jüngsten: Sie konnten sich auf einer Hüpfburg austoben, in der Halle der Firma Krug eine Lego-Stadt errichten oder ihrer Fantasie bei Elisabeth Achenbach freien Lauf lassen: Die Gemeindejugendpflegerin und ihr Team hatten eine Wand aus Dehn­folie gespannt, die mit Farbe besprüht werden konnte.

Von einer Haltestelle zwischen Ortskern und Gewerbegebiet aus gelangten die Festbesucher zum Gelände der Firma Christmann + Pfeifer, die zum Tag der offenen Tür einlud und über die Arbeit des C+P Bildungszentrums informierte. Außerdem starteten vom Firmengelände Hubschrauberrundflüge, die den Besuchern einen Blick aus der Vogelperspektive ermöglichten.

Zufrieden äußerte sich Burkhard Schmidt, Pressesprecher von „Breidenbach aktiv” „Wir sind begeistert von der Resonanz”, sagte er. Das Konzept, das Gewerbe und die Industrie vor Ort so stark in die 1100-Jahr-Feier mit einzubeziehen, habe sich bewährt. Die Besucherzahl zu schätzen, sei schwierig, ergänzte Schmidt, der als Größenordnung „10000 plus X” nannte. Begeistert waren Schmidt und seine Mitstreiter auch von den vorherigen beiden Festtagen.

von Björn-Uwe Klein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland