Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Zwei Familien verlieren ihr Heim

Wohnungsbrand Zwei Familien verlieren ihr Heim

Im Unglück zeigt sich der Zusammenhalt: In der Nacht zum Sonntag werden zwei Familien im Lohraer Ortsteil Damm obdachlos. Am Sonntagabend verfügen sie über eine Unterkunft und viele Spenden der Dorfbewohner.

Voriger Artikel
150 Menschen protestieren gegen Zentralisierung der Bereitschaftsdienst-Zentralen
Nächster Artikel
Trillern gegen das Ende der Bereitschaft

Es ist noch dunkle Nacht, als das Feuer in Damm ausbricht. Etwa 70 Rettungskräfte bekämpften den Brand. 

Quelle: Michael Hofstetter

Lohra. Schreckensnacht im 232-Seelen-Dorf Damm. Um 3.30 Uhr wird die Feuerwehr zu einem Wohnhausbrand an der Ecke Salzbödestraße/Untere Straße gerufen. Als die ersten Feuerwehrleute am Ort eintreffen steht die Mitte des Wohnhauses, dort wo das Treppenhaus war,  schon in hellen Flammen und das Dach war eingestürzt. Das Feuer hatte auch schon auf die angrenzende Scheune  übergegriffen. Diese Bild bot sich Kreisbrandinspektor Lars Schäfer. „Es war klar, dass wir das Wohnhaus nicht betreten konnten“, sagt Schäfer. Das war auch nicht mehr erforderlich, da sich die 15 Bewohner, zwei Dammer Familien und ihre Gäste, unverletzt ins Freie gerettet hatten. Sie waren vom Lärm des einstürzenden Daches geweckt worden.


So beschränkten sich die Wehren darauf, das Feuer von außen zu löschen. Dazu waren rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz: neben allen Lohraer Wehren auch noch die Drehleiter sowie ein Löschfahrzeug aus Gladenbach, der Atemschutzgerätewagen aus Biedenkopf und eine weitere Drehleiter aus Marburg-Cappel. Diese wurde vorsorglich angefordert, da die Gefahr bestand, dass sich das Feuer auf ein angrenzendes Wohnhaus übergriff und die Löscharbeiten in den verwinkelten Bauten schwierig zu bewerkstelligen waren. Zudem mussten die Wehrleute Wasser aus der Salzböde heranholen.
Die Bilanz des mehr als sechsstündigen Einsatzes lautet: Das nach biologischen Gesichtspunkten in achtjähriger Arbeit fast fertig sanierte Wohnhaus ist niedergebrannt, Scheune gerettet. Den Schaden siedelt Schäfer im sechsstelligen Bereich an, wobei die Scheune „mit geringem Aufwand“ wieder zu nutzen sei.
Verletzt wurde niemand, selbst die vier Pferde wurden rechtzeitig aus der Scheune geholt. Einzig der Hund einer Familie wird noch vermisst, wobei unklar ist, ob er sich überhaupt in dem Haus befand.

Dammer unterstützen  Helfer und Opfer

Als bemerkenswert erwähnt Schäfer, dass zwar viele Dorfbewohner kamen, um den Wehren bei ihrer Arbeit zuzusehen,
diese jedoch nicht durch Aufdringlichkeit behinderten.
Zudem seien die Brandschützer noch während des Einsatzes von Dammern mit Schinkenbroten und Kaffee versorgt worden. Nicht alltäglich und dankenswert, findet Schäfer.
Stolz ist auch Jan Klefenz auf „seine Dammer“. Wie der  Ortsvorsteher gestern Abend berichtet, erfahren die Geschädigten eine Welle der Solidarität aus dem Ort und gar darüber hinaus. Noch am Sonntag stellte ein Hausbesitzer den beiden vorübergehend obdachlosen Familien eine Bleibe zur Verfügung, die sich auch über weitere „Unmengen an Spenden“ wie Kleidung, Lebensmittel und weitere Dinge, die zum täglichen Leben benötigt werden, freuen können.
„Toll, dass das alles so funktioniert“, sagt Klefenz erfreut und erleichtert.

von Gianfranco Fain

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr