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Zusammenarbeit verringert Kosten

Zusammenarbeit verringert Kosten

Durch interkommunaler Zusammenarbeit gewinnen Gemeinden und drei Feuerwehren: neue Führerscheininhaber für große Einsatzfahrzeuge bei verringerten Kosten.

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Sie freuen sich über die interkommunale Zusammenarbeit bei der Feuerwehr (von links) Erich Schnabel Gemeindebrandinspektor aus Fronhausen, der Erste Beigeordneter Lothar Mücke, der in Fronhausen für Brandschutz und allgemeine Hilfe zuständig ist, Lohras Bürgermeister Georg Gaul und Gemeindebrandinspektor Markus Wißmann sowie aus Weimar Gemeindebrandinspektor Markus Herrmann und Bürgermeister Peter Eidam.Foto: Anita Ruprecht

Lohra. In interkommunaler Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Weimar und Fronhausen/Lahn will die Gemeinde Lohra die Führerscheinausbildung für Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren organisieren. Vorteile des neuen Ausbildungsverbunds seien eine erhöhte Flexibilität und eine deutliche Reduzierung der Kosten, sagte Lohras Bürgermeister Georg Gaul.

Grundlage für die jetzt mögliche Kooperation ist die am 16. Februar verabschiedete neue hessische Fahrberechtigungsverordnung (HFbV) nach der Mitglieder der Feuerwehren, des technischen Hilfswerks und des Katastrophenschutzes die Fahrerlaubnis zum Führen von Einsatzfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen im vereinfachten Verfahren erwerben können.

Kommunen können jetzt Ausbildung selbst leisten

Acht Einweisungsfahrten von jeweils 45 Minuten und eine Prüfungsfahrt von 75 Minuten sind die Voraussetzung für den Erwerb der Fahrerlaubnis. Ein Ausbildungsteam aus Wehren aller drei Gemeinden zu bilden, sei die Konzeption der gemeinsamen Führerscheinausbildung, erläuterte Gaul.

Für die beiden Fahrzeuge in Lohra und Altenvers, die das zulässige Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen überschreiten, werde nach wie vor die Fahrerlaubnis C, der sogenannte Behördenführerschein, benötigt. „Die Wehren der Gemeinde Lohra verfügen über genügend Einsatzkräfte, die diese Fahrzeuge fahren dürfen“, sagte Gaul.

Die neue HFbV ermögliche es den Kommunen als Verantwortliche, für den Brandschutz in ihrer Gemeinde, die Ausbildung mit eigenem Personal selbst durchzuführen, erläuterte Gaul. Aber die drei ländlichen Flächengemeinden hätten jeweils auf sich gestellt, die Voraussetzungen dafür nicht erfüllen können. So verfügen beispielsweise Lohra und Fronhausen nicht über die nach der HFbV vorgeschriebenen Fahrzeuge.

Das Kooperationskonzept sieht daher vor, dass die Gemeinde Weimar für die gemeinsame Ausbildung zwei Fahrzeuge und geeignete Ausbilder zur Verfügung stellt. Ein ausgebildeter Fahrlehrer kommt aus den Reihen der Feuerwehr der Gemeinde Lohra. Er wird bei der Erstellung der Ausbildungsinhalte behilflich sein, die Ausbilder unterstützen und die Prüfungen abnehmen.

Vorteile: Ausbildung vor Ort bei geringeren Kosten

Das Kooperationsmodell ermögliche es den drei Kommunen nach Bedarf, flexibel auszubilden, stelle eine Erleichterung für die Mitglieder der Feuerwehren dar, weil die Ausbildung vor Ort erfolge, und zeichne sich vor allem durch erheblich niedrigere Kosten aus, erläuterte der Lohraer Bürgermeister.

Bis dato konnten sich Mitglieder der Feuerwehren bei der Behördenfahrschule bewerben und dann die Fahrerlaubnis erwerben, sobald ein Platz frei war. Für den Erwerb der Fahrerlaubnis musste die Gemeinde der Behördenfahrschule 1800 Euro pro Teilnehmer bezahlen. Durch das neue Kooperationsmodell rechnet die Gemeinde mit weniger als 190 Euro pro Fahrschüler für den Erwerb des Führerscheins. In diesem Betrag seien schon die Aufwandsentschädigungen für die Einweisungspersonen sowie die Nutzungsgebühr für die Fahrzeuge enthalten, freut sich Gaul.

Die Kooperationspartner streben an, dass jährlich bis zu fünf Feuerwehrleute aus den drei Gemeinden die Fahrerlaubnis erhalten können. Bisher erlangten sechs Feuerwehrleute aus der Gemeinde Weimar, und jeweils zwei aus Fronhausen und Lohra die Fahrerlaubnis nach der HFbV.

von Anita Ruprecht

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