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Zur Feier des Jubiläums gibt‘s Suppen

Integrationstag Zur Feier des Jubiläums gibt‘s Suppen

Als Reaktion auf rechte Tendenzen in der Großgemeinde vor 25 Jahren entstanden, versteht sich der Arbeitskreis für Menschenrechte und Menschenwürde auch heute noch als Helfer für Migranten, die in Lohra zeitweise eine Bleibe finden.

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Vorsitzende Elfriede Köhler zeigt eine der Suppenschüsseln, die am 4. Tag der Integration in Lohra hoffentlich häufig gefüllt werden. Dieses Jahr wird zugleich das 25-jährige Bestehen des Arbeitskreises für Menschenrechte und Menschenwürde gefeiert.

Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. Es ist der 4. Tag der Integration, der am 9. März im Lohraer Bürgerhaus vom Arbeitskreis für Menschenrechte und Menschenwürde veranstaltet wird, und es gibt wieder viele Suppen im Angebot. 16 werden es diesmal sein, aber eins ist diesmal anders: „Wir feiern vor allem das 25-jährige Bestehen des Arbeitskreises“, sagt die Vorsitzende Elfriede Köhler.

Der Auslöser für die Bildung des Arbeitskreises war nicht nur, dass im Jahr 1989 die Republikaner ins Europaparlament einzogen, sondern auch, dass die Wahlergebnisse in Lohra „schockierend“ waren, erinnert sich Köhler. Unter anderem gab es auch Flugblatt-Aktionen gegen das erste Asylbewerberheim im Ortsteil Kirchvers.

Damals hob der SPD-Fraktionsvorsitzende Helmut Bamberger den Arbeitskreis aus der Taufe. Er war als Gegengewicht gedacht, sollte den Flüchtlingen Hilfestellungen geben und einem Teil der Einheimischen ihre Angst vor den Fremden überwinden helfen.

„Damals ging es manchmal heftig zur Sache“, erinnert sich Köhler, die erst 1992 zum Arbeitskreis fand. In Rodenhausen nahm sie an einem Treffen Teil, war seitdem von der Gemeinschaft sowie der Arbeit fasziniert und wurde 1998 schließlich zur Vorsitzenden gewählt.

Während in den Folgejahren die öffentliche Arbeit der Arbeitskreismitglieder auch aufgrund der Veränderungen in der Asylpolitik sich fast ausschließlich auf die Gedenkveranstaltungen zur Pogromnacht beschränkte, ist sie seit dem vergangenen Jahr wieder hochaktuell. Seit in der alten Molkerei rund 20 Migranten, vorwiegend Somalier, Pakistani und Äthiopier wohnen, „setzen wir uns wieder massiv ein“, sagt Köhler. Wir, das sind bis zu zehn Engagierte, meist Ehepaare, aber zum Beispiel auch der Bürgermeister, berichtet die Vorsitzende. Und sie sind nicht allein: „Es gibt ständig Hilfsangebote aus dem Ort“, sagt Köhler. Während diese hauptsächlich materieller Art seien, unterstützen die Arbeitskreismitglieder die Asylbewerber auch bei Arztbesuchen, Botengängen oder Umzügen und natürlich mit Deutschunterricht. Die Sprache vermittelt Köhler einmal wöchentlich in zweistündigen Einheiten. Sie freut sich über den Zuspruch und auch darüber, dass aus den Übungsstunden manche Freundschaft entstanden ist, die immer noch hält.

Der 4. Tag der Integration mit internationalem Suppenfest beginnt am Sonntag, 9. März, um 12 Uhr im Bürgerhaus Lohra. Geboten werden auch eine große Tombola, ein Kuchenbuffet und Info-Stände zum Beispiel der Vogelschutzgruppe oder zum Gemeindearchiv. Um 14.30 Uhr beginnt der Festkommers.

von Gianfranco Fain

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