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Zulassung von Einzelhandel soll auf den Prüfstand

Gewerbegebiete Zulassung von Einzelhandel soll auf den Prüfstand

Wenn die Überprüfung der Gladenbacher Gewerbegebiete auf den Ausschluss von Einzelhandel erfolgt ist, heißt das nicht, dass die Bebauungspläne auch geändert werden. Dafür hat die Stadt momentan kein Geld.

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Auf diesem Gelände am Fuße des Kirchbergs soll dem Vernehmen nach ein neuer Rewe-Markt entstehen. Die Vorstellung des Projektes steht noch aus. Foto: Hartmut Berge

Gladenbach. Am derzeitigen Bauantrag für einen Einkaufsmarkt am Kirchberg-Center hängten Gunthard Koch (CDU) und Roland Petri (SPD) am Donnerstagabend ihre „Frage aus aktuellem Anlass“ in der Stadtverordnetenversammlung auf.

Im Gewerbegebiet in der Gladenbacher Innenstadt, wo ehemals Tegut einen Markt betrieb, will die Rewe-Gruppe auf einer Freifläche nahe Aldi und Rossmann einen neuen Markt errichten. Über ihre Pläne schweigen sich der Investor und der Grundstücksbesitzer noch aus.

Vollsortiment auf 1200 bis 1300 Quadratmetern

Nach Informationen der OP handelt es sich um einen „Vollsortimenter“ der seine Waren auf einer Fläche von 1200 bis 1300 Quadratmetern anbieten wird.

Der Magistrat habe keine Möglichkeit gehabt den Antrag abzulehnen, erklärte Bauamtsleiter Ulrich Weber während der Sitzung, da es einen rechtsgültigen Bebauungsplan aus dem Jahr 1966 gibt, der keinen Ausschluss von Einzelhandel vorsieht. „Man hätte reagieren können“, bemerkte Weber dazu, warum dies nicht geschehen sei, könne er nicht sagen.

Zudem, so Weber weiter, weise der im Januar eingereichte Bauantrag keine gravierenden Beeinträchtigungen auf, sodass dieser an die Bauaufsicht des Landkreises weitergeleitet wurde. Wann mit einer Genehmigung zu rechnen ist, vermochte Weber nicht zu sagen.

Petri fragte, ob es noch weitere solcher Bebauungspläne gebe, und ob der Magistrat diese nicht durchforsten solle, um „böse Überraschungen“ zu vermeiden.

Darauf erklärte der Erste Stadtrat Walter Jakowetz, dass das Problem erkannt sei. Allerdings seien viele Bebauungspläne in den 50er bis 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts entstanden. Diese zu ändern würde etwa 20000 Euro pro Plan kosten und dieses Geld habe die Stadt Gladenbach im Moment nicht.

Bei zwei anderen Bebauungsplänen, wie zum Beispiel für das Gewerbegebiet „Im tiefen Graben“ in Erdhausen, sei der Ausschluss aufgenommen worden, erklärte Weber noch.Dies gelte auch für das Gewerbegebiet Industriestraße und für das Gewebegebiet in Erdhausen, ehemals Weigand, erklärte Weber gestern auf Nachfrage. Aber die Stadt verfüge über viele Gewerbegebiete, auch Mischgebiete, deren Bebauungspläne nun überprüft würden.

Die Kosten für eventuelle Änderungen hingen von der Größe des Gebiets ab und auch davon, ob Fachgutachten erstellt werden müssen. Deshalb bezeichnet Weber 20000 Euro als Obergrenze.

von Gianfranco Fain

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