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Ziel: Trägerverein übernimmt das Haus

Dorfgemeinschaftshaus Ziel: Trägerverein übernimmt das Haus

Bei der beabsichtigten Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Weipoltshausen werden die gegensätzlichen Positionen deutlich. Während der Gemeindevorstand Lohras seine Absicht bekräftig, dass Dorfgemeinschaftshaus n an einen Trägerverein zu verkaufen, will dieser nicht mal die Sanierungskosten "abarbeiten".

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Das Dorfgemeinschaftshaus Weipoltshausen könnte im Zuge des Dorferneuerungsprogramms saniert werden. Über den Umfang der Arbeiten und die künftige Nutzung des Hauses herrscht zwischen Dorfgemeinschaft und Gemeindevorstand Uneinigkeit.

Quelle: Archivfoto

Weipoltshausen. Nach den von Ortsvorsteher Patrick Voyé geäußerten Vorwürfen in Richtung Gemeindevorstand meldet sich das Gremium zu Wort. Über ihren Sprecher, Bürgermeister Georg Gaul war zu der Zeit im Urlaub, lässt der Gemeindevorstand verlauten: Die Weipoltshäuser müssen sich für die Zukunft des Dorfgemeinschaftshauses festlegen!

Denn: Bereits im Juli habe der Gemeindevorstand erklärt, unter welchen Bedingungen die Sanierung des Weipoltshäuser Dorfgemeinschaftshauses im Zuge der Dorferneuerung weitergehen könne. Schätzungen ergaben einen Sanierungsbedarf von rund 350000 Euro, der Eigenanteil der Gemeinde würde rund 150000 Euro betragen, der Rest käme als Fördergeld durch die Dorferneuerung zusammen. Dieses Geld soll nach dem Willen des Gemeindevorstands von den Orts-Vereinen in den nächsten 15 Jahren zurückgeführt werden, um den defizitären Haushalt der Gemeinde zu entlasten.

Der Gemeindevorstand schlug dazu vor, dass die im Trägerverein zusammengeschlossenen Vereine zum Beispiel die Betreuung des Spielplatzes und die Grünflächenpflege, die von Mitarbeitern des gemeindlichen Bauhofs oder von geringfügig Beschäftigten der Gemeinde Lohra erledigt wird, im Ort übernehmen. Dadurch wäre eine Erstattung der Kosten in den nächsten Jahren „durchaus möglich“. Voyé hatte als Ansprechpartner des Arbeitskreises Dorferneuerung dazu erklärt, dass die Vereine dies ablehnen. Zum einen, weil es die Kapazitäten der Vereine übersteige, zum anderen, weil man einigen Weipoltshäusern Vereinen diese „Verdienstquelle“ nicht wegnehmen möchte.

Unter anderem dieser Vorschlag veranlasste Voyé dazu, dem Gemeindevorstand vorzuwerfen, dieser würde „immer neue Hürden errichten, sobald Anforderungen erfüllt seien“. Das stimme so nicht, erklärt Gaul, weil die Voraussetzungen für die Sanierung mit dem Arbeitskreis klar definiert seien. Mit der besprochenen Einrichtung eines Dorfcafés habe die Aufforderung des Gemeindevorstands nichts zu tun. „Tatsache ist aber, dass ein Dorfcafé in keiner Weise ausreicht, die 150000 Euro aufzubringen“. Tatsache sei aber auch, dass ein Dorfcafé auch ohne weitere Sanierung eingerichtet werden kann – auch wenn ein „schöneres Ambiente“ gewünscht werde.

Alle Lohraer Bürger müssten Sanierung zahlen

Das Dorfgemeinschaftshaus in Weipoltshausen dürfe nicht losgelöst von den Häusern in den anderen Ortsteilen gesehen werden, vor allem im Hinblick auf die defizitäre Situation der Gemeinde, fährt Gaul fort: „Beim DGH Weipoltshausen sind noch nicht einmal die letzten Sanierungskosten des Dachs von 1998 abgezahlt, es verbleiben immer noch fast 30000 Euro aus Krediten.“ Auch deshalb sei es nicht richtig, wenn behauptete würde, die Gemeinde sei an möglichen Fördergeldern nicht interessiert. Im Gegenteil, es müssten auch die finanziellen Möglichkeiten Lohras beachtet werden.

Das Ehrenamt – wie von Voyé vorgeworfen – totzuschlagen, sei sicher nicht das Ziel des Gemeindevorstands, aber die Vereine Weipoltshausens müssten sich entscheiden, ob sie die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses durch zukünftige Eigenleistung ermöglichen wollen. Denn: Die Bürgerinnen und Bürger seien mehr denn je gefragt, etwas für die Entwicklung ihres Ortsteils beizutragen. Werde diese Leistung durch die Weipoltshäuser nicht erbracht, erfolge die Finanzierung durch allgemeine Steuermittel, was bedeute, dass alle Bürger der Großgemeinde für die Sanierung des DGH Weipoltshausen zahlen.

Das Ziel müsse sein, dass ein Trägerverein die Liegenschaft als Eigentum übernimmt, dabei dürfe die Gemeinde das Gebäude allerdings nicht unter Marktwert veräußern. Der Gemeindevorstand sei weiterhin gesprächsbereit. Nicht richtig sei, dass seitens des Gemeindevorstands kein Interesse besteht und die Sache bewusst verzögert werde. Die Dorferneuerung gehe noch bis 2016, Zeitdruck, wie in der Presse verlautbart, besteht in keinem Fall, so Gaul.

von Gianfranco Fain

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