Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
"Wunderbarer Start für neues Dekanat“

Wahlen im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach "Wunderbarer Start für neues Dekanat“

Pfarrer Andreas Friedrich ist neuer Dekan des Evangelischen Dekanats Biedenkopf-Gladenbach.

Voriger Artikel
Niedereisenhausen wird Dekanatssitz
Nächster Artikel
„Dammer Spatzen“ nisten sich im Gerätehaus ein

Andreas Friedrich (rechts) wird neuer Dekan des Evangelischen Dekanats Biedenkopf-Gladenbach: Er wurde, wie sein künftiger Stellvertreter Gerhard Failing (links), ohne Gegenstimmen gewählt. Im Hintergrund freut sich der amtierende Präses Joachim Lies mit den beiden.

Quelle: Klaus Kordesch

Friedensdorf. Der 50-jährige Theologe aus Herborn startet mit einem starken Rückhalt: Bei einer Enthaltung wählten die 81 anwesenden Stimmberechtigten ihn während der konstituierenden Dekanatssynode im evangelischen Gemeinde­zentrum in Friedensdorf am Samstag einmütig in das Leitungsamt.

Zum stellvertretenden Dekan kürten sie ebenfalls einstimmig bei fünf Enthaltungen den bisherigen Biedenkopfer Dekan Gerhard Failing.
Die Amtszeit des Führungsduos beginnt zum 1. April. Failing ist bis dahin auch Interims-Dekan und Vorsitzender der Dekanatssynode (Präses). Für diese Position war kein Kandidat gefunden worden, so dass das Amt kommissarisch an den amtierenden Dekan fällt.

Zur stellvertretenden Präses kürte die Synode die bisherige Vorsitzende der Dekanatssynode Biedenkopf, Liesel
Hallenberger aus Frohnhausen. Ihr Gladenbacher Kollege, Joachim Lies aus Friedensdorf, hatte nicht mehr kandidiert, führte aber noch bis zur Wahl des DSV durch die Sitzung und wurde dann mit „Standing Ovations“ von der Versammlung verabschiedet.

Als Gladenbacher Präses hatte er mit großem Engagement und Sachverstand unter anderem die Vereinigung der Dekanate Biedenkopf und Gladenbach maßgeblich mitgestaltet.
In den Dekanats-Synodal­vorstand (DSV) wählten die Vertreter aus den 48 Kirchengemeinden des zum Jahresanfang aus den bisherigen Dekanaten Biedenkopf und Gladenbach entstandenen neuen Dekanats neben Liesel Hallenberger noch Renate Seibel-Kretz (Biedenkopf), Christian Obermayer (Wilsbach), Werner Reitz (Breidenbach), Daniel Schwichtenberg (Gladenbach) und Karl-Heinz Schneider (Mornshausen) als Nicht-Ordinierte.
Als theologische Vertreter bestimmten die Synodalen die Pfarrer Dr. Frank Rudolph (Niederweidbach), Olaf Schmidt (Gönnern), Oliver Schönfeld (Bromskirchen) und Katrin Simon (Bottenhorn). Zuvor hatten die Synode mehrheitlich entschieden, einen DSV mit 13 Personen zu wählen.

Friedrich: „Uns gibt’s nur noch gemeinsam!“

Friedrich hatte sich in seiner Ansprache ausdrücklich für das als „Dekanat der Regionen“ geplante neue Dekanat mit all seiner Vielfalt im evangelischen Glaubens- und Gemeinde‑Leben ausgesprochen: Auch wenn es Ergebnis eines Verwaltungsakts sei, gehe es geistlich um viel mehr: „Wir sind aneinander gewiesen und aufeinander angewiesen, uns gibt’s nur noch gemeinsam!“, beschwor Friedrich das Zusammengehörigkeitsge­fühl. Paulus spreche vom Leib Christi, von dem jeder Einzelne ein Teil sei, und das könne man auch auf das neue Dekanat beziehen: „Wir gehören zueinander, weil wir aneinander hängen – ein Ohr, eine Lunge, einen großen Zeh gibt’s immer nur in Verbindung mit dem Ganzen“, verdeutlichte Friedrich, der seit 2012 das Dekanat Herborn leitet.

Zugleich sei die Vielfalt der Gemeinden und Regionen die Stärke der evangelischen Kirche: „Das darf nicht nur so sein, das soll so sein!“, betonte Friedrich: „Gottes Geist ist kein Vereinheitlicher.“
Was in der Gemeinde gut aufgehoben sei, möge gern dort bleiben; aber je stärker sich ein Angebot nach außen richte, desto mehr passe es in die Region und für nachbarschaftlich umgesetzte Formate.

Als Dekan werde er starke Regionen nach Kräften fördern und „in das Miteinander im Dekanat investieren, dass sich jeder als Teil des Ganzen versteht und sich in das Ganze einbringt“, versicherte der Pfarrer: „Kirche in der Region ist mehr als die Summe der Kirchtürme!“

Zu Beginn der Synode waren die Synodalen in einem Gottesdienst von Pfarrerin Annegret Puttkammer, der Pröpstin für Nord-Nassau, Gerhard Failing als kommissarischem Dekan und dem bis zur Neuwahl des DSV amtierenden Präses Joachim Lies für ihr Ehrenamt verpflichtet worden. Die Pröpstin dankte den Vertretern der 48 Kirchengemeinden des Dekanats für ihr En­gagement, das Zeit und Geduld, Kraft, Liebe und Besonnenheit verlange: „Das ist nicht selbstverständlich“, betonte sie. Andreas Friedrich empfahl sie den Synodalen namens der Kirchenleitung „aus tiefster Überzeugung“ zur Wahl. Durch die sachlich-kompetente und zugleich ausgleichende und faire Art und Weise, wie er das Dekanat Herborn geführt habe, habe er sich hohes Renommee erworben, sagte die Pröpstin.

Zum Abschluss der Tagung lobte sie ausdrücklich die harmonisch-entspannte und freundliche Atmosphäre der Synode: „Jetzt sind Sie nach dem langen Weg zueinander zusammen unterwegs“, freute sie sich: „Das war ein wunderbarer Start für das neue Dekanat.“

von Klaus Kordesch

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr