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Woscht, Blumen und selbst gehäkelte Kirschen

Krammarkt in Gladenbach Woscht, Blumen und selbst gehäkelte Kirschen

Bruno Hercher ist seit 23 Jahren für die Organisation und den reibungslosen Ablauf des Krammarktes verantwortlich. Wer mit einem Stand dabei sein möchte, kommt an ihm nicht vorbei.

Gladenbach. Mit all seiner Erfahrung, Übersicht und Ruhe hat Bruno Hercher längst alles arrangiert, „mit Hilfe der Mitarbeiterinnen der Kur- und Freizeitgesellschaft und den Bediensteten des Bauhofs“, betont er immer wieder.

Rund 230 Händler, die am Freitag zum Krammarkt erwartet werden, seien ein Beleg dafür, dass das Gladenbacher Volksfest nicht nur bei den Besuchern einen guten Ruf, freut er sich.

„Vielen, die gerne dabei gewesen wären, mussten wir absagen“, bedauert Hercher. Er freut sich über den guten Ruf des Kirschenmarktes, der sich auch darin widerspiegele, dass wenige Tage vor Beginn immer noch Händleranfragen kommen.

Ihnen empfiehlt Hercher, sich beim nächsten Mal früh genug und schriftlich zu bewerben. Auch diesmal kommen die Händler aus vielen Teilen Deutschlands, aber auch zahlreiche aus der Region.

Gute Beziehungen zwischen Händlern und Anliegern

Damit alles seine Ordnung hat, jeder weiß, wann er aufbauen kann, bis wann er abbauen muss und dass er seinen Standplatz sauber zu verlassen hat, schließt die Kur- und Freizeitgesellschaft, als Veranstalter des Marktes, mit den Händlern Verträge ab. So kann jeder am Freitag in Ruhe auf den ihm zugewiesenen Standplatz fahren. Bei der Zusammenstellung der Stände legt Hercher großen Wert auf Tradition und ein ausgewogenes Angebot. „Ich schaue darauf, dass Qualitätsware verkauft wird“, betont er.

Überangebote erfreuen seiner Erfahrung nach weder die Kundschaft noch die Händler. So gibt es am Freitag beispielsweise kein halbes Dutzend Stände mit frischen Kirschen, sondern zwei. Der größte Teil der Händler kommt seit vielen Jahren nach Gladenbach. „Sie stehen auch möglichst an der gleichen Stelle“, sagt der Marktmeister und verdeutlicht, dass dies nicht nur im Interesse der Stand-Betreiber geschieht. Es sei nicht gut, wenn die Kundschaft zu sehr nach bestimmten Waren suchen müsse. So findet die Runzhäuserin die Manchesterhosen für ihren Mann am selben Platz wie im vergangenen Jahr. Und der Marktbesucher aus Lohra braucht nicht nach dem Hut-Stand zu suchen, den er an jedem Kirschenmarkt-Freitag ansteuert. „Manche Händler kommen seit Jahrzehnten nach Gladenbach“, freut sich Hercher und berichtet: „In der Ringstraße und Ferdinand-Köhler-Straße haben sich regelrechte freundschaftliche Beziehungen entwickelt. Die Anlieger sorgen nicht nur für Wasser und Strom: Sie laden die Händler auch schon mal zum Kaffee ein oder bieten ihnen Stellplätze für ihre Autos.“ Oberstes Ziel des Marktmeisters ist die Zufriedenheit der Händler, Marktbesucher und Anlieger.

Die Platzierung der alten und neuen Angebote spielt nach wie vor eine große Rolle. So gibt‘s auch diesmal wieder Marktschreier - weit genug voneinander entfernt, damit sie sich beim lautstarken Anpreisen ihrer Waren nicht stören. Die Stellflächen für die Stände in der Gladenbacher Innenstadt werden mit dicken Kreidestrichen markiert und nummeriert. Mit eingebunden in die große Budenstadt ist der Parkplatz vor dem neuen Freizeitbad „Nautilust“. Mit dabei ist nach einem Jahr Pause wieder ein Blumenhändler, pausieren musste 2012 auch der Runzhäuser Förderkreis. Diesmal wird er in der Ferdinand-Köhler-Straße wieder Bratwurst und Getränke verkaufen. Neu dabei ist ein Verkaufswagen mit Imkereiprodukten. Auch Käse-Liebhaber kommen auf ihre Kosten. Zum ersten Mal auf dem Kirschenmarkt ist Ute Lederer. Die Eschenburgerin bietet selbst gehäkelte Kirschen an.

Um 6.30 Uhr stehen Nachrücker vorm Zelt

Um 7.30 Uhr müssen die Händler da sein, sonst wird ihre Standfläche neu vergeben. Bruno Herchers Arbeitstag beginnt bereits um 6 Uhr. Dann ist er mit dem Fahrrad unterwegs und kontrolliert, ob die Autofahrer die eigens für den Krammarkt aufgestellten Hinweis- und Verbotsschilder beachtet haben. „Wir schleppen rigoros ab“, kündigt er an, ist aber froh, dass er nur selten zum letzten Mittel greifen muss. Meist gelingt es ihm, die Fahrer rechtzeitig mittels einer Halternachfrage über die Polizei ausfindig zu machen. „Gegen 6.30 Uhr stehen die potenziellen Nachrücker vorm Zelt“, berichtet er. Für manchen findet Hercher noch ein Plätzchen, denn es gibt auch den einen oder anderen, der kurzfristig absagt.

von Hartmut Berge

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