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„Wir möchten diesen Sport kanalisieren“

Bürgerversammlung „Wir möchten diesen Sport kanalisieren“

Neben dem Thema Flowtrail-Strecke, die von der Gemeinde geplante Strecke für Mountainbiker durch den Wald stößt auf Kritik, ging es bei der Bürgerversammlung auch noch um die Lahn-Dill-Bergland-Therme und die Dorferneuerung in Bad Endbach.

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Etwa 200 Bürger besuchten die Bürgerversammlung in Bad Endbach und stellten manche kritische Fragen, auch zu den Kosten der Lahn-Dill-Bergland-Therme.

Quelle: Klaus Peter

Bad Endbach. Obwohl die geplante Mountainbikestrecke mit Flowtrail am Enwuchs der „Kerngemeinde“ nicht direkt auf der Tagesordnung der Bürgerversammlung stand, gab es zu diesem geplanten Projekt viele kritische Fragen aus der rund 200 Bürger umfassenden Zuhörerschaft. Hans-Jürgen Sohn aus Günterod fragte an: „Was kostet dieses Projekt, wie wird es finanziert und wie refinanziert sich dasselbe?“

Stefan Ziegler, Betriebsleiter der Therme, begründete den geplanten Bau der Mountainbikestrecke damit, dass diese die Attraktivität Bad Endbachs stärke. Zurzeit würden Verhandlungen mit Sponsoren zwecks Kostenbeteiligung geführt. In einer anderen Kommune trage sich eine solche Strecke durch Sponsoren und Nutzungsgeld. Sohn merkte an, dass das Parlament sich dieses Projekt nicht wie den Standort der Kindertagesstätte auf das Auge drücken lassen dürfe.

Jagdgenossenschaft sieht Strecke kritisch

Reiner Herrmann meldete große Zweifel an, ob eine solche Radstrecke mit einem naturnahen Tourismus in Einklang zu bringen sei. Ein solches Projekt werde sicherlich zukünftig die Jagdpacht erheblich mindern. Ziegler erläuterte, dass dieser Rundkurs etwa 10,5 Kilometer lang sei und damit auch der Nutzung illegaler Strecken entgegengewirkt werde. „Wir möchten diesen Sport kanalisieren.“ Im Übrigen befürwortete bei einer Infoveranstaltung eine große Mehrheit dieses Projekt.

Der Günteroder Herbert Hinder entgegnete dazu, dass die Jagdgenossenschaft Günterod die Installation einer solchen Strecke mehr als kritisch sehe. Anstatt darin zu investieren sei es deutlich wichtiger, dass die Schlaglöcher in den Ortsstraßen beseitigt würden. Die derzeitige Vorgehensweise bei der Sanierung der Schlaglöcher bezeichnete Hinder als „stümperhaft“. Auch sei die Gemeinde nicht in der Lage, Ordnung zu halten. Dieses werde unter anderem deutlich bei dem vor wenigen Jahren eröffneten Multifunktionssportfeld in Günterod. Diesen Redebeitrag begleiteten die Bürger mit starkem Applaus.

Klaus Müller aus Günterod fragte, ob es sich die Gemeinde leisten könne, jede Sportart zu legalisieren, zumal dieser Modesport nur eine begrenzte Lebensdauer habe. Er könne nicht glauben, dass ein Jagdpächter zu dem Bau einer solchen Strecke sein Einverständnis gegeben habe.

Der Wommelshäuser Bernd Becker merkte an, dass bei der Informationsveranstaltung weder jemand aus Günterod noch aus Hartenrod anwesend war und auch nach seiner Kenntnis die dortigen Jagdpächter und Vorsitzenden der Jagdgenossenschaften nicht eingeladen waren. Parlamentschef Claus Lixfeld wies darauf hin, dass eine solche Strecke lediglich von Mai bis Ende Oktober und dies zu festen Zeiten offen sei.

Jeder Bürger gibt 5,50 Euro Thermenbesuch-Zuschuss

Dann stellte Ziegler die Erweiterung der Lahn-Dill-Bergland-Therme vor, in die 700000 Euro investiert wurden. Dafür sei eine Kapazitätserweiterung erfolgt sowie der Umkleide- und Ruhebereich im Saunentrakt erweitert worden. Die Therme weise im ersten Halbjahr 2013 eine Steigerung um 1,26 Prozent auf 42270 Besucher auf. Im Saunabereich sei die Besucherzahl um 10,48 Prozent auf 23311 Besucher gestiegen.

Ein Bürger wollte wissen, wie hoch der Thermenbesucher aus Siegen bezuschusst würde. Bernd Grebe, Betriebsleiter Eigenbetrieb, teilte dazu mit, dass das Gesamtdefizit der Therme jährlich 700000 Euro betrage und theoretisch damit der Besuch der Therme von jedem Bürger mit 5,50 Euro bezuschusst würde.

Marco Herrmann von der Gemeindeverwaltung stellte in seinem Vortrag die Dorferneuerung in der Großgemeinde vor, die im Jahre 2021 auslaufe. Im Mittelpunkt stände die Verschönerung der Dorfkerne, wobei Häuser, die bis 1950 erbaut wurden, für Umbau, Sanierung und Erweiterung auf Antrag mit bis zu 30 Prozent, maximal 30000 Euro, bezuschusst würden. In einigen Ortschaften hätten bereits Begehungen stattgefunden, in weiteren würden diese noch folgen.

von Klaus Peter

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