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"Wir brauchen das Dorfgemeinschaftshaus"

Bürgerversammlung "Wir brauchen das Dorfgemeinschaftshaus"

Die Willershäuser Bürger wollen an ihrem Dorfgemeinschaftshaus festhalten. Doch noch gibt es keine Lösung, um das Haus wirtschaftlich zubetreiben.

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Das Dorfgemeinschaftshaus in Willershausen ist eines von zehn in der Gemeinde Lohra. Keines der Häuser kann wirtschaftlich betrieben werden.Foto: Gianfranco Fain

Nanz-Willershausen. Am Mittwoch leitete Hans-Wilhelm Kisch, Vorsitzender, der Gemeindevertretung, die Bürgerversammlung in Nanz-Willershausen. Ihm zur Seite stand Bürgermeister Georg Gaul, der den Bürgern Rede und Antwort stand. Hauptthema war der defizitäre Haushalt.

Ein großer Kostenfaktor ist die Bewirtschaftung der zehn Bürgerhäuser in der Gemeinde. Gemessen an den Kosten sei die Auslastung der Häuser zu gering. Nun sucht die Verwaltung nach Wegen, um die Kosten zu senken. Während der Bürgerversammlungen sollen Vorschläge gesammelt werden. Außerdem steht den Bürgern die Möglichkeit offen, ihre Ideen in den nächsten Wochen der Gemeindeverwaltung zu übermitteln. Es ist vorgesehen, diese Vorschläge in einer weiteren Bürgerversammlung zu erörtern.

Vor allem in Willershausen ist die Angst groß, dass das Bürgerhaus geschlossen werden könnte. „Wir brauchen das Dorfgemeinschaftshaus“, ließ der Ortsbeirat verlauten. Denn wohin solle man sonst gehen bei Trauerfeiern, Ortsbeiratssitzungen oder auch Bürgerversammlungen.

„Wir haben ja hier nichts anderes“, meinte ein Bürger, der noch schmunzelnd hinzufügte: „Wir können uns ja dann auf dem Marktplatz treffen.“ Undurchsichtig seien für die Bürger auch die Berechnungen zu den Kosten der Bürgerhäuser, was Kisch und Gaul einhellig zugaben und zu erklären versuchten. Sie machten auch klar, dass es Eigentums- und Trägermodelle gibt, bei denen es nicht zu solch hohen Kosten kommen würde. Hier seien aber die Bürger und der Zusammenhalt im Ort gefragt, um solche Modelle in Angriff nehmen zu können.

Denkbar wären beispielsweise die Gründung eines Dorfvereins, wie in Rollshausen derzeit diskutiert, die Gründung einer Stiftung oder die Übernahme des Hauses durch die freiwillige Feuerwehr. Bei all diesen Möglichkeiten sollte man nicht außer Acht lassen, zu prüfen, ob dafür öffentliche Zuschüsse zu beantragen sind. Schließlich sei das Bürgerhaus in Willershausen in den späten 1960er-Jahren noch von den Bürgern gebaut worden. Deshalb reagiere man dort sensibel auf die drohende Schließung.

Was als lustiger Vorschlag gedacht war, nämlich die Installation einer Blitzeranlage für Willershausen, war im Nachgang durchaus ernst zu nehmen. Denn eine Verkehrszählung, die an mehreren Tagen rund um die Uhr vorgenommen werden soll, ist bereits in Vorbereitung. Je nach Ausgang, wird über die Anschaffung einer solchen Anlage entschieden, was zusätzlich Geld in die klamme Gemeindekasse spülen würde.

Ein weiterer Vorschlag soll möglichst schnell entschieden und in die Tat umgesetzt werden. Auf die Frage, ob man sich in Willershausen vorstellen könnte die Straßenbeleuchtungszeiten zu verkürzen, waren alle anwesenden Bürger mit der Hand bei der Abstimmung schnell oben. Nun gilt es für alle Ortsteile, sich mit den defizitären Dorfgemeinschaftshäusern zu beschäftigen und ein tragfähiges Gesamtkonzept zu finden. Denn klar ist auch: An den meisten Gemeinschaftshäusern besteht ein erheblicher Sanierungsbedarf. Die Gemeinde sei per Gesetz verpflichtet, ihren Haushalt auszugleichen. Wie sie das bewerkstelligt stehe ihr frei. Im Falle der Gemeinde Lohra könnte das bedeuten, dass einige Bürgerhäuser geschlossen werden müssen - außer die Bürger finden Lösungen für „ihre“ Häuser, erläuterte Gaul.

von Daniela Pieth

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