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Windräder stehen noch still

„Lahn-Dill-Bergland Mitte“ Windräder stehen noch still

Nur für fünf der sieben Windräder des Interkommunalen Windparks „Lahn-Dill-Bergland-Mitte“ konnte die höhere Einspeisevergütung aus 2015 gesichert werden.

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Über der Lahn-Dill-Bergland-Therme ragen zwei der sieben Windräder des Interkommunalen Windparks Lahn-Dill-Bergland Mitte 200 Meter in den Himmel.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Bad Endbach. Vier der sieben Windräder des Interkommunalen Windparks Lahn-Dill-Bergland Mitte thronen hoch über der Bad Endbacher Lahn-Dill-Bergland-Therme und warten auf ihre Inbetriebnahme.

Insgesamt wurden für den Windpark sieben Windräder des Typs Enercon E 115 errichtet, die eine Gesamthöhe von 206 Metern haben und die weithin sichtbar sind. Bei einer Gesamtleistung von rund 21 Megawatt wird ein jährlicher Stromertrag von 46 Millionen Kilowattstunden erwartet.

Ursprünglich sollten alle sieben Windenergieanlagen des Windparks Lahn-Dill-Bergland Mitte bis zum 31. Dezember des vergangenen Jahres in Betrieb genommen werden, um die für 2015 geltende EEG-Umlage (Erneuerbaren Energien Gesetz) zu sichern. Anfang Dezember war Bad Endbachs Bauamtsleiter Thomas Reuter noch zuversichtlich, dass der Plan gelingt.

Maschinenhäuser waren noch nicht betriebsbereit

Doch aufgrund des im Herbst und Winter oftmals zu stark wehenden Windes konnten die erforderlichen Arbeiten nicht komplett vorgenommen werden, um alle Montagen in einer Höhe von 149 Metern (Nabenhöhe) fertigzustellen.

Zum Jahreswechsel ist es den Technikern der Firma Enercon zwar gelungen, alle Rotorblätter zu montieren, allerdings konnten die Anlagen noch nicht ihren planmäßigen Betrieb aufnehmen, da in den Maschinenhäusern derzeit noch abschließende Arbeiten erfolgen müssen.

Für fünf der sieben Anlagen des Windparks konnte vor dem Jahreswechsel eine Kurz-
inbetriebnahme stattfinden. Damit konnten für diese Anlagen die für 2015 geltenden Vergütungssätze nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz festgeschrieben werden. Pro eingespeister Kilowattstunde Strom werden somit für diese Anlagen 8,9 Cent gezahlt.

Bei den übrigen beiden Anlagen werden die leicht verringerten Vergütungssätze aus dem ersten Quartal 2016 von 8,79 Cent festgeschrieben, was sich insgesamt nur minimal auf die Wirtschaftlichkeit des Windparks auswirke, erklärte EAM-Pressesprecher Steffen Schulze. Alle Anlagen sollen in den nächsten Wochen ihren Betrieb aufnehmen, ergänzte er.

Kaum Proteste in der Bevölkerung

Das interkommunale Projekt kostet 34,4 Millionen Euro. Jeweils drei Anlagen stehen in der Bad Endbacher Gemarkung, drei Anlagen in der Nachbarkommune Bischoffen und eine­ in Siegbach. Anfang Dezember hatte das Wetter die Arbeiten an den Anlagen lahmgelegt.

Die Anlagen waren zum Teil noch nicht endmontiert. Doch es schien zu diesem Zeitpunkt sicher, dass das Projekt fristgerecht fertiggestellt wird und dass somit der Erzielung der höheren EEG-Umlage nichts im Wege steht. Doch ganz konnte die Erwartung nicht erfüllt werden. Und: Noch drehen sich die Anlagen nicht im Wind.

Beteiligt an dem Windpark sind außer den drei Kommunen Bad Endbach, Bischoffen und Siegbach auch die EAM Mitte Natur. Die Kurgemeinde Bad Endbach und die Gemeinde 
Bischoffen sind mit je vier Millionen Euro Eigenkapital am Projekt beteiligt, Siegbach mit 1,3 Millionen Euro und EAM Mitte Natur mit knapp einer Million Euro.

Bei der Umsetzung des Millionen-Projekts kam es im Gegensatz zu anderen Projekten in der Region nicht zu Protesten in der Bevölkerung, die zum Beispiel in Holzhausen und in Biedenkopf in der Gründung einer Bürgerinitiative mündeten. Reuter war froh, über die positive Grundstimmung in der Bevölkerung.

von Silke Pfeifer-Sternke

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