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Windpark Herzhausen liegt auf Eis

Windpark Windpark Herzhausen liegt auf Eis

Die Energiegenossenschaft Dautphetal-Gladenbach hat den Bau eines Windparks in Herzhausen auf später verschoben.

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Die Energiegenossenschaft Dautphetal-Gladenbach stellt die Planungen für einen Windpark in Herzhausen zurück und verfolgt als nächstes Ziel die Nutzung von Wärmeenergie.Archivfoto: Jan Woitas

Quelle: Jan Woitas

Herzhausen. Die 111 Mitglieder wurden in einem Schreiben der Energiegenossenschaft darüber informiert, dass der Vorstand davon abrät, zum derzeitigen Zeitpunkt die Errichtung eines Windparks in Herzhausen voranzutreiben. Vorstand Gernot Wege nennt zwei Gründe, warum das Projekt zwar nicht aufgehoben, aber doch vorerst verschoben ist:

  • Das Windgutachten, das seit Anfang Juli vorliegt, sehe bei den zunächst berechneten Stromerträgen einen Sicherheitsabzug von 18 Prozent vor. Als Begründung wird angegeben, dass in der Nähe des geplanten Standorts keine ausreichenden Windgeschwindigkeitsaufzeichnungen vorhanden sind und somit Bezugspunkte für eine gesicherte Vergleichsberechnung fehlen.
  • Zudem habe die steigende Nachfrage dazu geführt, dass die Kosten für Windkraftanlagen extrem gestiegen seien. Ursächlich dafür sei die Tatsache, dass viele Betreiber noch bis Ende 2015 bauen wollen, weil zum 31. Januar 2015 die zusätzliche Bonuszahlung von 46 Cent pro Kilowattstunde wegfällt. Auch gebe es laut Wege nur 2 bis 3 Hersteller, die Windräder für Schwachwindstandorte - wie Herzhausen - anbieten können.

Projekt soll nicht „übers Knie gebrochen“ werden

„Es gibt keinen Grund das Projekt übers Knie zu brechen“, sagt Wege. Der Vorstand sieht nämlich keine Möglichkeit, noch bis 2015 zum Erhalt der Bonuszahlung einen Windpark zu errichten. Die Kosten für das erstellte Gutachten bezeichnet Wege als „überschaubar“. Das Bauleitverfahren der Gemeinde Dautphetal sei ohnehin noch nicht rechtskräftig und die für den Bau eines Windparks geforderten weiteren Gutachten benötigten viel Zeit. Man habe entschieden, vorerst noch nicht in weitere Windmessungen einzusteigen, da die Kosten dafür zu hoch seien. „Es geht um das Geld der Genossen. Wir wollen die Einlagen nicht gefährden“, erläuterte Wege das Vorgehen des Vorstands.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor bei der Windpark-Planung ist der Ausgang der Bundestagswahl. Der Wahlausgang habe einen entscheidenden Einfluss auf die zukünftige Gestaltung des Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG), glaubt der Vorstand.

Um den Windpark doch noch zügig zu realisieren, müsste sich etwas an der Preissituation ändern. Es sei zu erwarten, dass das Angebot an Windrädern, die für den Standort Herzhausen geeignet sind, zunehmen und damit im Wettbewerb eine Preisbereinigung eintreten wird. Auch will der Vorstand die Entwicklung und Fertigstellung anderer Windparks - wie den geplanten am Hilsberg - abwarten. Es wird davon ausgegangen, dass die Genossenschaft dadurch auch aussagekräftige Daten für ein Windgutachten erhält.

Außer der Windenergie plant die Genossenschaft aber noch andere Projekte, insbesondere die Bereitstellung von Wärmeenergie. Allerdings wollte Wege sich dazu im Gespräch mit der OP nicht näher äußern. Er verwies darauf, dass die Planungen noch „frisch“ seien und zunächst noch mit dem Aufsichtsrat abgestimmt werden müssen, bevor die Mitglieder der Genossenschaft darüber informiert werden. Der Vorstand geht aber davon aus, dass dieses Projekt zügiger und unproblematischer angegangen werden kann, als das Projekt Windpark Herzhausen.

  • Am 9. Oktober ist eine Mitgliederversammlung geplant. Dann sollen weitere Details zu den neuen Überlegungen vorgestellt werden.

von Silke Pfeifer-Sternke

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