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Werbung für mehr fairen Handel

"Tour de Fair" Werbung für mehr fairen Handel

Ab Samstag sind 30 Radfahrer unterwegs, um auf der „Tour de Fair“ die Bedeutung des fairen Handels ins Bewusstsein zu rufen. Erste Stationen sind Biedenkopf, Marburg und Gladenbach.

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Auf ihrem Weg durchs Lahntal machen 30 Mitarbeiter von Weltläden auch in Biedenkopf, Marburg und Gladenbach Station. Sie suchen das Gespräch mit Bürgern und Politikern und eröffnen Ausstellungen.Archivfoto

Gladenbach. Diesmal sind die Teilnehmer der Tour auf dem Lahnradweg unterwegs, sie starten am Samstag in Bad Laasphe und wollen am 3. August am Zielort Koblenz sein.

Sie fahren nicht nur Rad, sondern informieren unterwegs über Sinn und Zweck des fairen Handels, eröffnen in Weltläden Ausstellungen und suchen vor Ort das Gespräch mit Lokalpolitikern. Erste Station der Radler ist nach dem Start in Bad Laasphe der Weltladen in Biedenkopf. Empfangen wird die Gruppe um 20 Uhr von Bürgermeister Joachim Thiemig sowie Mitgliedern der Steuerungsgruppe „Fairtrade“-Stadt. Das Treffen findet im Raum „Eiserner Heinrich“ im Restaurant Schlossterrasse statt.

Am Sonntag kommen die Tour-Teilnehmer gegen 14.30 Uhr in Marburg an. Dort wird eine Ausstellung zum Anbau von fair gehandeltem Kaffee in Honduras eröffnet, die bis zum 18. August im Botanischen Garten in der Karl-von-Frisch-Straße zu sehen ist. In diesem Zusammenhang wird auch über das vor fünf Jahren ins Laben gerufene Partnerschafts-Projekt Elisabeth-Kaffee informiert. Auf dem Programm stehen darüber hinaus eine Führung durch das Tropenhaus und abends ein besuch im Weltladen.

Am Montag, 29. Juli, werden die Radler eine weitere „Stadt des fairen Handels“ erreichen: Gladenbach. Station machen sie am Weltladen, am Marktplatz 3 im BSF-Zentrum. Sie werden gemeinsam mit Welt-Mitarbeiterin Dr. Ute Greifenstein und Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim um 13 Uhr eine Ausstellung eröffnen. Sie trägt den Titel „Arm durch Reichtum“ und befasst sich mit der Problematik, dass in vielen Ländern die Gewinnung von Rohstoffen mit massiver Ausbeutung verbunden ist. Solche Ausbeutungen reichen von der Auflösung gewachsener wirtschaftlicher und sozialer Strukturen, der Vertreibung vom angestammten Land, über Umweltfrevel, bis hin zu der Missachtung von Menschenrechten und Korruption, erklären die Veranstalter. Anhand der Rohstoffe Erdöl, Coltan, Diamanten, Gold und Holz werden Auswirkungen dargestellt, die der Abbau solcher Rohstoffe für die Betroffenen hat. „Wir werden unseren Gästen einen kleinen Imbiss reichen“, kündigt Edith Müller-Zimmermann vom Gladenbacher Weltladen an. Und sie betont: „Alle interessierten Bürger sind zur Ausstellungseröffnung eingeladen.“

Gladenbacher Weltladensammelt alte Handys ein

Die Ausstellung ist bis zum 24. August für alle Interessierte von außen durch die Schaufenster des Weltladens einsehbar. Für Schulklassen und Lehrer hält der Gladenbacher Weltladen Kopiervorlagen für ein die Ausstellung begleitendes Rohstoff-Quiz bereit. Zum Thema Rohstoffe passt auch eine Alt-Handy-SammelAktion des Weltladens: Für den Nabu Berlin werden abgelegte Handys gesammelt. Der Nabu liefert sie bei der E-plus-Gruppe zum Recyceln ab und erhält bis zu drei Euro pro Stück. Damit unterstützt er die Renaturierung der Havel zum Zwecke des Arten- und Hochwasserschutzes.

Iris Degen vom Verein Weltläden in Hessen ruft dazu auf, Teile der Tour nachzuradeln. Abgesehen von der reizvollen Landschaft seien die Ausstellungen noch eine Weile geöffnet. Der „Faire Handel“ sei nach internationaler Definition eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruhe. An vorderster Stelle stehe das Streben nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel. Zu den Zielen zählen unter anderem die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzenten und Arbeiter. In Zeiten einstürzender Textilfabriken in Bangladesch und immer neuer Reportagen über Kindersklaven auf Kakao-Plantagen sei dies ein nach wie vor dringendes Thema.

Obwohl in Deutschland mittlerweile mehr als 400 Millionen Euro für fair gehandelte Produkte ausgegeben würden, würden nicht einmal zwei Prozent des in Deutschland konsumierten Kaffees fair gehandelt, berichtet sie Noch extremer ist es bei Kakao: Hier liegt der Marktanteil bei nur 0,18 Prozent.

Die Teilnehmer der „Tour de Fair“ hätten sich auf ihre Fahne geschrieben, dies zu ändern, erklärt Iris Degen, die sich am Samstag selbst aufs Rad schwingt und die Tour mitfährt.

von Hartmut Berge

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