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Wenn‘s bei Hof brennt, darf Lohras Wehr nur zuschauen

Brandeinsatz Wenn‘s bei Hof brennt, darf Lohras Wehr nur zuschauen

Unter den Lohraer Feuerwehrleuten herrscht Unmut über ihren Nichteinsatz beim Brand im Gewerbegebiet an der Gemarkungsgrenze von Gladenbach und Lohra. Für den Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal ist Galdenbach zuständig.

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Das Strohpellet-Lager der Firma Hof im Gewerbepark Salzbödetal brannte am 11. Januar. Zum Löschen des Feuers im Gladenbacher und Lohraer Gewerbegebiet durften nur Feuerwehrleute aus dem Stadtgebiet anrücken.

Quelle: Archivfoto

Lohra. Man braucht es sich nicht einmal vorzustellen, es ist tatsächlich passiert: Am 11. Januar brannte das Strohpellet-Lager der Firma Hof im interkommunalen Gewerbegebiet Salzbödetal zwischen Gladenbach und Lohra, die Feuerwehr wird alarmiert, rund 80 Brandschützer aus Gladenbach rücken an, nur die Lohraer Kameraden - sie müssen zuschauen.

Eine Tatsache, die Hans-Georg Hof, der Firmeninhaber sichert als „Partner der Feuerwehr“ mit der Freistellung von allein 12 Feuerwehrleuten die Tagesalarmbereitschaft der Lohraer Wehr, am Unglückstag nicht realisierte. Sein Fokus lag darauf, dass die Produktionshallen von einem Übergreifen der Flammen verschont bleiben. In diesem Fall, so Hof, wäre der Schaden riesig geworden.

Wie hoch der durch den Brand im Vorratsbunker für die Heizanlage des Werkes entstandenen Schaden ist, steht laut Hof noch nicht fest. Zur Brandursache erklärt Polizeisprecher Martin Ahlich, dass es sich um eine „technische Ursache“ gehandelt hat. Dies haben die Untersuchungen der Ermittler und eines Gutachters ergeben.

Was für Hof eine Sache der Feuerwehr ist, fand jedoch schon seinen Niederschlag als Anfrage während der Gemeindevertretersitzung Ende Januar in Weipoltshausen. Weshalb sei die Lohraer Wehr bei dem Brand nicht alarmiert worden?, will Feuerwehrmann Peter Thiel vom Gemeindevorstand wissen. Eine Frage, die nicht sogleich beantwortete werden konnte. Offensichtlich fühlen sich die Lohraer Feuerwehrleute gegenüber ihrem Arbeitgeber verpflichtet, durften aber anders als ihre Arbeitskollegen aus Gladenbach nicht bei der Brandbekämpfung mitwirken. Weshalb wurden nicht die Wehren im Umkreis von drei Kilometern zu dem Feuer alarmiert?, ergänzt Gemeindevertreter Thiel seine Frage gegenüber der OP. Zudem seien Atemschutzgeräteträger aus dem weit entfernteren Gladenbacher Stadtteil Runzhausen nachalarmiert worden, die aus Lohra jedoch nicht. Dabei sei doch der Lohraer Gemeindebrandinspektor vor Ort gewesen, und es sei vereinbart, dass „alle helfen, wenn‘s dort mal brennt“.

Ausrückeordnung regelt Einsatz

Grundsätzlich sei zwar jede Feuerwehr für Brände auf ihrem Gebiet verantwortlich, und man wolle in den Gewerbepark eigentlich auch zusammen ausrücken, sagt dazu Gemeindebrandinspektor Markus Wißmann, doch „wenn der zuständige Wehrführer das nicht für erforderlich hält . . .“ Es sei gewiss nicht die Absicht gewesen, die Lohraer Feuerwehr zurückzusetzen, erklärt Reiner Horak, aber der Einsatz sei halt „nach unserem Schema abgelaufen“. Der Gladenbacher Stadtbrandinspektor bezieht sich auf die Alarm- und Ausrückeordnung, die mit der Branddienststelle des Kreises abgestimmt ist.

Die wird nach einer rein fachlich/sachlichen Bewertung erstellt, erklärt Feuerwehrsprecher Stephan Schienbein. Wenn dann in der Leitstelle eine Brandmeldung eingeht, wird das Ereignis anhand der Schilderung in eine von drei Alarmierungsstufen (F1 bis F3) eingeordnet. Am 11. Januar war dies ein „Feuer in einem Industriebetrieb“, woraufhin der Computer bei Eingabe von „F3, Mornshausen/S., Firma Hof“ den Einsatz der Gladenbacher Wehr mit ihren Mitteln vorgeschlagen habe, weil dies offensichtlich so hinterlegt sei.

Schienbein hat eine einfache Lösung für dieses Problem parat: „Der Stadt- und der Gemeindebrandinspektor könnten einen gemeinsamen Ausrückeplan für das Gewerbegebiet erstellen.“

von Gianfranco Fain

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