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Wenn der Ernst den Spaß verdrängt

Wahl zur Kirschenkönigin Wenn der Ernst den Spaß verdrängt

Die humorlose Reaktion des Bürgermeisters Peter Kremer kommt bei der Frohnatur wiederum gar nicht gut an.

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Das neueste Werk der Ute Friederike von Gebhardi-Villani, ein Bewerbungsvideo zur Wahl der Kirschenkönigin 2015, kam bei Gladenbachs Bürgermeister Peter Kremer nicht gut an. Dessen Reaktion bei Gebhardi-Villani auch nicht.

Quelle: Gianfranco Fain

Gladenbach. Eigentlich ist Ute Friederike von Gebhardi-Villani eine Frau, die zum Fröhlichsein neigt, eine, die sicherlich den Titel „Ulknudel“ tragen würde, hätte sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. Doch zurzeit ist der 49-Jährigen gar nicht so lustig zumute. Das liegt zum einen an einem witzigen Einfall, der zu einer humorlosen Reaktion des Bürgermeister führte, die die Inhaberin eines Blumengeschäftes wiederum nicht lustig findet.

„Mir ist der Spaß vergangen“, sagt Gebhardi, die bei den Umzügen des Kirschenmarktes im Jahr 2012 als „Utche I.“ mit dem Gewerbevereinsvorsitzenden und Apotheker Axel Baum ein Traumpaar („Utche I – Königin der Herzen“ und „Axel I – Prinz der Schmerzen“) bildete oder im vergangenen Jahr als „Mutter Flodder“ auftrat. „Schuld“ ist ein, wie immer, spontaner Einfall der Gladenbacherin. Beim Besuch bei einer Freundin spann sie die Geschichte der „Königin der Herzen“ weiter.

Ein Video (Link) entstand, es zeigte „Mutter Flodder“ wie sie zum Lied „All by myself“ um den Kirschenmarkt trauert. Dieses Video stellte sie bei Facebook ein, wo es rund 4700 Mal „geliket“ wurde. „Ein echter Hype mit vielen positiven Kommentaren“, war Gebhardi erfreut. Daraufhin bot ihr Thorsten Bobenau an, ein professionelleres Video zu drehen. Dieses trägt den Titel „Lieber Günter, hier ist meine Bewerbung für die Wahl als Kirschenkönigin 2015, Gruss Utche.“

Bürgermeister will keine Gaudi-Wahl

Gemeint war Günter Euler, als SEB-Geschäftsführer verantwortlich für die Organisation des Kirschenmarktes und der Königinwahl. „Das Video lief im Internet mit gleichem Erfolg wie das erste“, berichtet die 49-Jährige. Es landete innerhalb einer Woche sogar auf der Facebook-Seite der Stadt Gladenbach. Ab dann bekam die Geschichte eine negative Wendung.

Bürgermeister Peter Kremer schaltete sich in die positiven Kommentare ein. Wenn die Wahl auf eine reine Gaudi zusteuere, dann werde es im nächsten Jahr keine Kirschenkönigin-Wahl mehr geben, schrieb er. Was als Drohung klang, war eher dem Gedanken geschuldet, dass sich dann keine Kandidatinnen mehr melden, wo doch die Stadt schon jedes Jahr Mühe hat, genügend Bewerberinnen für die Wahl einer Repräsentantin der Stadt zusammenzubekommen. Die Wahl per Akklamation im Festzelt ist für die Stadt also schon „eine ernste Sache“.

Doch dem Bürgermeister brauste ein Sturm an empörten Kommentaren entgegen. Diese seien zum Teil unter der Gürtellinie oder gar beleidigend gewesen, sodass er aus Haftungsgründen die Diskussion von der Seite entfernt habe, berichtet Kremer, dem anzumerken ist, wie unerfreut er darüber ist, wie die Sache „aus dem Ruder gelaufen ist“.

Unerfreut ist auch „Utche“. Sie habe eigentlich die Erwartung, dass der Bürgermeister zu seinen Worten stehe. Sie selbst, könne als Utche gar nicht anders, als zur Gaudi beizutragen. „Das wollen die Leute doch!“ Und dem verstaubten Wahl-Ritual könne etwas Neues doch nur guttun. Ja, sie hätte es vielleicht auch ihren Anhängern zuliebe getan, vielleicht reicht sie auch noch eine offizielle Bewerbung ein. „Noch ist ja Zeit!“

von Gianfranco Fain

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