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Weniger Autos auf der Innenstadt-Insel

Neuer Entwurf Weniger Autos auf der Innenstadt-Insel

Das Parlament hat am Donnerstagabend die Entscheidung über die weiteren Schritte zur Umsetzung des Projektes Innenstadt-Insel an zwei Fachausschüsse übertragen.

Gladenbach. Während die Stadtverordnetenversammlung Sommerpause macht, werden die beiden Gremien - der Bau- und Planungsausschuss sowie der Ausschuss für Wirtschaft, Landwirtschaft und Verkehr - in gemeinsamer Sitzung über einen noch anzufertigenden neuen Entwurf für die Gestaltung des Areals zwischen Teichstraße und Marktstraße beraten.

Findet der Entwurf die Zustimmung der Gremien, dann leitet deren Beschluss die weiteren Schritte zur Umsetzung des Projektes in die Wege.

Folgen würde die sogenannte Ausführungsplanung. Der Zeitplan sieht vor, dass sie bis Ende Juni fertiggestellt werden soll. Die Ausschreibung könnte bis Mitte August erfolgen, die Auftragsvergabe Ende Oktober. Wenn dies alles nach Plan funktioniert, könnte bereits im November mit den Bauarbeiten begonnen werden und Gladenbachs neugestaltete Innenstadtinsel im Juli nächsten Jahres eingeweiht werden.

Mit der Übertragung der Entscheidung in der Sache an die beiden Ausschüsse folgte das Parlament am Donnerstag einer Empfehlung des Ältestenrates, der in einer Sitzungsunterbrechung tagte. Damit wurde ein mögliches Scheitern der Beschlussvorlage des Magistrates vermieden. Das schien durchaus möglich, denn bei der Vorstellung der Entwurfsplanung in der vergangenen Woche im Bau- und Planungsausschuss gab es jede Menge Kritik, auch in Reihen der CDU.

Fast jeder Diskussionsteilnehmer sprach davon, dass er zunächst erschrocken gewesen sei, als er den Planentwurf für die Innenstadt-Insel gesehen habe. Auf dem Areal sei zu viel Parkraum und zu wenig Platz zum Verweilen vorgesehen, lauteten die am häufigsten genannte Argumente.

Am Ende der Diskussion stand bei den meisten Kritikern die Erkenntnis, dass unter Berücksichtigung der Vorgaben, Wünsche und der Zwänge kein viel besserer Plan herauskommen kann, aber schon nachgebessert werden müsste.

In einer eilends einberufenen Sitzung befasste sich am Freitag vergangener Woche der Gladenbacher Ortsbeirat erneut mit dem Entwurf. Das Gremium stellte fest, dass es im unmittelbaren Umfeld der Insel ausreichend Parkflächen gibt. Er möchte weniger Parkplätze und mehr Grün auf der Insel. Dabei soll die Nutzbarkeit des nreuen Areals für Wochenmärkte und kulturelle Veranstaltungen gewahrt bleiben.

Der vom Parlament auf den Weg gebrachte Auftrag beinhaltet die Aufforderung an den Planer bei seinem nächsten Entwurf die Zahl der Parkplätze zu reduzieren und die Vorschläge des Ortsbeirates möglichst zu berücksichtigen.

Der Planer hat jetzt eine große Aufgabe, denn etwa zwei Drittel der mehr als 90 geplanten Stellflächen müssen verpflichtend zur Verfügung gestellt werden. Sie sollen aber nicht fest zugeordnet werden, damit bei Veranstaltungen der gesamte Platz genutzt werden und für diese Zeit fürs Parken etwa auf den Marktplatz ausgewichen werden kann.

Und er darf den Kostenrahmen nicht aus dem Auge verlieren. 1,2 Millionen sind für die Neugestaltung der Innenstadt-Insel im Haushalt der Stadt vorgesehen. Die Baukosten sind bisher mit 670000 Euro beziffert. Bund und Land übernehmen über das Förderprogramm Stadtumbau West zwei Drittel der Kosten, den Rest zahlt die Stadt.

Mit der Umgestaltung der jetzigen Brachflächen zu Grünanlagen und Parkplätzen sowie einer großzügigen Bepflanzung der Randzonen und der Herstellung von zusätzlichen Wegeverbindungen zwischen Marktplatz und der Marktstraße soll die bisher trennende Wirkung dieser Insel aufheben.

Beschlossen hat das Parlament den Bebauungsplan für das neue Baugebiet „Unter dem Schlossberg“, die Erteilung des Planungsauftrages für die Errichtung von Windenergieanlagen auf dem vorgesehenen Standort in den Gemarkungen von Rachelshausen und Römershausen, eine Neufassung der Spielapparatesteuer sowie den zweiten Bauabschnitt für den Umbau des Regionalmuseums „Hinz Hoob“ in Weidenhausen. (Bericht folgt)

von Hartmut Berge

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