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Weltmeister erhält Verdienstorden

Bundesverdienstkreuz für Friseurmeister Karlheinz Koch Weltmeister erhält Verdienstorden

Für sein ehrenamtliches Engagement wird am Mittwoch Karlheinz Koch das „Verdienstkreuz am Bande“ durch Finanzminister 
Dr. Thomas Schäfer und Landrätin Kirsten Fründt erhalten.

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Friseurmeister Karlheinz Koch erhält am Mittwoch das Bundesverdienstkreuz.

Quelle: Helga Peter

Hartenrod. Für den am 5. September 1947 in Hartenrod geborenen Karlheinz Koch stellten sich nach seiner Entlassung aus der hiesigen Volksschule die Perspektiven „entweder Maurer oder Friseur“. „Da ich eine Lehrstelle in Bischoffen bei Meister Beecht antreten konnte, habe ich mich letztendlich für den Beruf des Friseurs entschieden“, berichtet Karlheinz Koch und erinnert sich gerne an die Lehrzeit, die er noch vor dem regulären Ende erfolgreich abschloss und danach die Meisterprüfung ablegte.

Für den Berufsstand der Friseure hat sich Karlheinz Koch in großem Maße ehrenamtlich eingebracht. Als er 1999 das Amt des Kreishandwerksmeisters übernahm, das er bis 2014 bekleidete, war er bereits seit 1996 Obermeister der Friseurinnung Biedenkopf. In diesem Amt sei es ihm wichtig gewesen, zweimal jährlich die Modeveranstaltungen Frühjahr/Sommer beziehungsweise Herbst/Winter auf einem fachlich hohen Niveau zu organisieren und über neue Trends zu informieren.

Er habe stets Wert darauf gelegt, dass auch seine Kollegen ausreichend junge Leute ausbildeten. Er selbst habe in seinem Salon mindestens jährlich einen neuen Auszubildenden eingestellt. So wurden dort gleichzeitig zumindest drei junge Menschen ausgebildet.

Vom Obermeister der Friseurinnung zum Kreishandwerksmeister – dieser Weg begann laut Karlheinz Koch 1998. Damals habe ihn Friedel Bögel, ehemaliger Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, angerufen und nachgefragt, ob er sich vorstellen könne, das Amt des Kreishandwerksmeisters zu bekleiden. Auch der damals amtierende Kreishandwerksmeister Willi Schmidt habe ihn gebeten, sein Nachfolger zu werden. Koch willigte ein und schon 2001 sei erstmals unter seiner Regie eine gemeinsame Freisprechungsfeier aller Junggesellen der der Kreishandwerkerschaft angehörenden Innungen organisiert worden.

Reisen rund um den Globus

Weiter hätten sich die Innungen in die von der Industrie- und Handelskammer organisierte Berufsbildungsmesse eingebracht. „Für mich als Kreishandwerksmeister war es wichtig, dass die Sitzungen der Kreishandwerkerschaft harmonisch verlaufen, und dass Einigkeit unter den Innungen besteht. Wir haben in meiner Amtszeit eine sparsame Kreishandwer-kerschaft zusammen mit den Innungen gelebt und dies war immer mein Bestreben.“

Einen Einschnitt in seiner Schaffenskraft erlebte Karlheinz Koch 2013, sodass er im Folgejahr nicht mehr kandidierte. Die Friseurinnung Biedenkopf ernannte ihn im gleichen Jahr zum Ehreninnungsobermeister. Dem Modefachbeirat der Innung blieb er federführend erhalten. Im Jahre 1988 errang Karlheinz Koch den Titel „Weltmeister der Friseure im Herrenfach“. Bis zum vergangenen Jahr trainierte er deutsche Spitzenfriseure und bereitete diese im Auftrag des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks auf die WM vor. Dies führte ihn rund um den Globus.

Der Kontakt mit den Menschen ist es, den Karlheinz Koch berufsbedingt pflegt, und es ist die Verkündigung des Evangeliums, das er seit dem Jahre 1971 zunächst als Lektor und jetzt als Prädikant betreibt. „Du hilfst mit Kindergottesdienst zu gestalten“, so hatte ihn die damalige Hartenroder Diakonissenschwester Natalie bereits 1962 verpflichtet. Daraus sei ihm später der Verkündigungsdienst im Dekanat Gladenbach und benachbarten Gemeinden sehr wichtig geworden. So sei es schon vorgekommen, dass er zusammen mit seinem Bruder Hartmut Koch, der als Kantor für die musikalische Ausgestaltung sorgte, gemeinsam Gottesdienste gestalten konnte.

„Ich bin mit meinem Leben zufrieden“

Fußball fasziniert Karlheinz Koch von Jugend an. Seiner aktiven Zeit als Kicker wurden durch den Beruf schnell Grenzen gesetzt. In seinem Heimatverein, dem SV Rot-Weiss 1921 Hartenrod, arbeitet er im Präsidium mit. „Als echter Hesse“ ist er ein Fan des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt, deren Spiele er öfters besucht.

„Ich bin mit meinem Leben zufrieden und konnte mich vielseitig engagieren. Es gibt Dunkelheit und Sonnenschein und es ist wichtig, einen Halt zu haben“, so Karlheinz Koch. „Dass mir jetzt eine solche Auszeichnung zuteil wird, was soll ich dazu sagen: Ich freue mich darüber.“

von Helga Peter

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