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Welpe „Ayla“ soll später Menschen helfen

Bad Endbach Welpe „Ayla“ soll später Menschen helfen

Physiotherapeutin Evelyn Sucker will mit der Golden Retriever Hündin „Ayla“ tiergestützte Therapie betreiben.

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Physiotherapeutin Evelyn Sucker will den Golden Retriever Welpen „Ayla“ zum Therapiehund ausbilden lassen.

Quelle: Helga Peter

Bad Endbach. Vor etwa zwei Wochen ist in der Berliner Straße 1 in Bad Endbach ein Golden Retriever Welpe mit Namen „Ayla“ eingezogen. Die junge Hundedame, hat von Brandenburg bis nach Bad Endbach schon eine weite Reise zurückgelegt. Evelyn Sucker, ihre neue Besitzerin, hatte sie sich dort bei einer Züchterin ausgesucht.

Noch gibt es viel zu erkunden für „Ayla“ in ihrer neuen Umgebung. Diese Lernphase soll jedoch noch stark ausgebaut werden, berichtete ihre Besitzerin, denn „Ayla“ soll später als Therapiehund eingesetzt werden. So werden Patienten aus Biedenkopf, Bad Endbach und Umgebung die Möglichkeit haben, einen Therapiehund kennen zu lernen und tiergestützte Therapie in Anspruch zu nehmen.

Bis es jedoch so weit ist, muss „Ayla“ zuvor Grundgehorsam lernen, eine Welpen- und eine Junghundeschule in Biedenkopf besuchen und die Begleithundprüfung ablegen. Zunächst jedoch müsse „Ayla“ stubenrein werden, wobei sich Evelyn Sucker über die Unterstützung ihrer drei Kinder und ihres Mannes sehr freut. Über die Entwicklung und die Ausbildung der Hündin will Sucker ein Tagebuch führen.

Nach „Aylas“ Ausbildung, die etwa ein Jahr dauert, will die Physiotherapeutin zusammen mit der Hündin eine Ausbildung zum Therapiehundeteam absolvieren, die mit einer Prüfung abschließt. Dazu will die 37-jährige Bad Endbacherin einen sechsmonatigen Kurs am Bildungsinstitut für Gesundheit in Bensberg am Vinzenz-Palotti-Hospital belegen.

Dort erfolgt ein spezielles theoretisches Training für die Besitzerin, es werden Therapieeinsätze geplant und unter Anleitung umgesetzt. Eine gemeinsame praktische Prüfung von Hund und Besitzerin ist die Voraussetzung für eine Arbeit als Therapiehundeteam, wobei ein Therapiehund täglich nicht länger als zwei Stunden mit zwischengeschalteten Pausen eingesetzt werden dürfe.

„Nach zwei Aha-Erlebnissen vor ein paar Jahren war für mich klar, dass ich irgendwann einmal mit einem Therapiehund arbeiten werde“, berichtete Evelyn Sucker. Dies sei zum einen ein autistischer Junge gewesen, der überraschend positiv auf einen Hund reagiert hätte, in dem er sich auf diesen einließ, den Hund berührte und diesen streichelte. Dieses Erlebnis habe sie sehr berührt.

Ein paar Monate später hatte sie eine Begegnung in einem Altenheim. Eine fast bewegungsunfähige Frau reagierte überaus positiv auf einen Hund.
Therapiehunde können bei Besuchsdiensten in Seniorenheimen, Kliniken, Hospizen, Kindergärten und Schulen oder bei behinderten Menschen eingesetzt werden. Die Rasse Golden Retriever gelte als gutmütig und als Familienhund.

Um „Ayla“ auf ihre spätere „Tätigkeit“ vorzubereiten, werde diese bereits jetzt in kurzen Phasen an Rollstühle, umfallende Stützen, das Schreien von Kindern, den Straßenverkehr in der Stadt mit Bussen, Autos und Fahrrädern gewöhnt. In ihrem Arbeitsbereich hat sich Evelyn Sucker auch auf die Behandlung von Kindern spezialisiert.

„Viele meiner kleinen Patienten in einer Schule für behinderte Kinder und Jugendlichen freuen sich schon auf „Ayla“ und fragen immer wieder nach, wann es endlich soweit ist“, berichtete die Physiotherapeutin und ergänzte, dass tiergestützte Therapien und therapeutisches Reiten nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören und die Behandlungskosten von diesen nicht übernommen werden.

von Helga Peter

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