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Weißer Stein steht als Käufer bereit

Dorfgemeinschaftshäuser Weißer Stein steht als Käufer bereit

Der Verkauf des ersten Dorfgemeinschaftshauses in der Gemeinde Lohra steht an. Für 110000 Euro will der Verein „Weißer Stein“ das Altenverser Gebäude kaufen. Im Hauptausschuss war die Rede von einer Win-Win-Situation. Es folgte eine einstimmige Empfehlung an die Gemeindevertretung, dem Verkauf zuzustimmen.

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Die Kindertagesstätte im Bürgerhaus Altenvers ist schon weihnachtlich dekoriert. Der Verkauf des Hauses, hinten ist der Saaltrakt zu sehen, könnte für die Gemeinde Lohra und dem Kinderzentrum Weißer Stein wie ein Weihnachtsgeschenk werden.

Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. Als letzten Tagesordnungspunkt berieten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses der Gemeindevertretung Lohras am Dienstagabend über eine Vorlage für die Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 4. Dezember, den der Gemeindevorstand vor der Ausschusssitzung befürwortete. Es geht um den Verkauf des Dorfgemeinschaftshauses­ mit Kindergarten in Altenvers an das Kinderzentrum Weißer Stein, der seinen Sitz in Marburg-Wehrda hat.

Der Kaufpreis soll 110.000 Euro betragen, das Dorfgemeinschaftshaus bleibt den Bürgern in seiner bisherigen Form erhalten und wird vom Kinderzentrum nach der Benutzungs- und Gebührenordnung der ­Gemeinde weiterbetrieben und vermietet. Das Spielplatzgrundstück wird aus dem Flurstück ausgemessen und verbleibt mit einer Zufahrt im Eigentum der Gemeinde. Zudem wird der Kindergartenbetriebsvertrag mit dem Kinderzentrum um 15 Jahre bis zum 31. Januar 2030 verlängert. So steht es in der Beschlussvorlage des Gemeindevorstands.

Zur Begründung verwies Bürgermeister Georg Gaul als Sprecher des Gemeindevorstands auf die vorgeschriebene Konsolidierung des Haushalts und zählte die über die Beschlussvorlage hinausgehenden Vorteile auf, die auch in der Berechnung des Verkaufspreises Berücksichtigung fanden:

  • Die Gemeinde müsse nicht den Kinderspielplatz für rund 50000 Euro sanieren lassen,
  • das Kinderzentrum habe seit der Übernahme des Hauses im Jahr 2008 rund 100.000 Euro investiert, die eigentlich die Gemeinde hätte tragen müssen,
  • das Spielplatzgelände - rund 700 Quadratmeter zum Bodenrichtwert von 50 Euro je Quadratmeter - kann von der Gemeinde verwertet werden und wird während der Dauer des Betriebsvertrags vom Kinderzentrum baulich unterhalten,
  • der Verkauf entbindet die Gemeinde von zukünftigen Unterhalts- und Sanierungskosten und weiteren Aufwendungen von rund 25.000 Euro pro Jahr.

Die Sprecher von SPD und CDU signalisierten Zustimmung. Sozialdemokrat Kurt Schwald sprach von einer Win-Win-Situation und davon, dass beschlossen worden sei, alle Dorfgemeinschaftshäuser individuell zu behandeln. Werner Waßmuth verwies auf die rund 400.000 Euro, die die Bürgerhäuser jährlich an Defizit brächten und das der angenommene Marktpreis (rund 460.000 Euro) nicht zu erzielen sei. Das seien aber die 110.000 Euro und dadurch, dass jährlich 25.000 Euro an Kosten entfallen, „ist es zu vertreten“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Zudem liege der Verkaufspreis über dem Buchwert, ergebe also eine außerordent­liche Einnahme.

Die einzigen kritischen Töne kamen von Hans-Wilhelm Kisch (BfB). Er verwies auf den demografischen Effekt und ein, aus dem daraus folgenden Kindermangel, möglicherweise entstehendes Problem, „wenn wir Altenvers nicht mehr brauchen“. Er schlug vor, den Betriebsvertrag erstmal nur auf sechs Jahre zu fixieren und wenn die Anmeldezahlen es rechtfertigen, dann weiter zu verlängern. Denn, so Kisch: „Nur eines macht der Weiße Stein nicht, Kinder!“. Karl Klefenz von den Grünen wies aber darauf hin, dass das Demografierisiko beim Weißen Stein liege. „Wir zahlen die Kita-Plätze nach Belegung, nicht für Vorhaltung.“

Dennoch soll der Bürgermeister mit dem Kinderzentrum ausloten, ob eine solche Klausel im Vertrag eingebracht werden könne. Anschließend votierte der neunköpfige Hauptausschuss als Empfehlung für die Gemeindevertretung einstimmig bei einer Enthaltung von Harald Rink (BfB) für einen Verkauf.

von Gianfranco Fain

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