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Weißenborns ändern ihren Lebensstil

Buchlesung Weißenborns ändern ihren Lebensstil

Der Marburger Autor Thomas Weißenborn las auf Einladung des Gladenbacher Weltladens aus seinem kürzlich erschienenen Buch "Anders Leben".

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Thomas Weißenborn las im Gladenbacher Weltladen aus seinem Buch „Anders leben“.

Quelle: Björn-Uwe Klein

Gladenbach. Der Titel ist Programm: „Anders leben“ heißt das Buch, das Thomas Weißenborn geschrieben hat und das im Frühjahr erschienen ist (die OP berichtete). Der Dozent am Marburger Bibelseminar lebt jetzt anders. Und er ist nicht allein. Seine Familie macht mit. Ethischer, bewusster und nachhaltiger zu leben, darauf kommt es ihm, seiner Frau, seinem 15-jährigen Sohn und seinen Töchtern (12, 10, 9) an.

Sechs Jahre ist es her, dass die Weißenborns begannen, anders zu leben. Die Umstellung erfolgte nicht von einem Tag auf den andern. Sie ist ein fortlaufender Prozess. Welche Erfahrungen er und seine Familie bislang gemacht haben, welche Motivationen und Ziele der Umstellung zugrunde liegen, das beschreibt Weißendorn in seinem Buch.

Im Gladenbacher Weltladen las er aus seinem Werk. Rund ein Dutzend Zuhörer hatte er. „Anders leben” gliedert sich in zwölf Kapitel, die allesamt mit Tätigkeitswörtern wie „Hinhören” oder „Teilen” überschrieben sind - „weil es etwas zu tun gibt”, wie Weißenborn betont.

Was das Essen angeht, beginnt der 45-jährige Autor mit einem Rückblick auf die 1990er Jahre.

Damals, als der Rinderwahnsinn die Fleischkonsumenten verunsicherte, lebte er in London. Während in anderen Ländern der Konsum von Rindfleisch zurückging, sei in England das Rindfleischessen durch die BSE-Krise für viele zu einem „patriotischen Akt” geworden.

„Mittlerweile ist die Krise vorbei, aber Tiermehl wird immer noch verfüttert”, verdeutlicht Weißenborn.

Ein Punkt, der ihn nachdenklich gestimmt hat. Weißenborn geht auf einen Konsumtrend ein, der im Zuge des Rinderwahnsinns in Deutschland feststellbar war. Erst hätten viele Verbraucher Rindfleisch gemieden und verstärkt Schweinefleisch gegessen, dann seien sie wieder auf Rindfleisch zurückgekommen, weil Schwein dioxinbelastet war.

Der Dioxinskandal ist eines von mehreren Ereignissen, die Weißenborn beispielhaft für den fragwürdigen Umgang des Menschen mit Tieren und Natur erwähnt. Und auch der Umgang von Menschen mit Menschen hat ihn bewogen, anders zu leben. Kinderarbeit ist ein solches Thema. Eines, für das man insbesondere Kinder sensibilisieren könne, wie der Autor in Gladenbach betonte.

Eines Tages, so sagt Weißenborn, habe er genug gehabt vom Unwohlsein. Er wollte etwas ändern. Einen anderen Lebensstil finden. Einen, den auch andere Menschen teilen können. Ein Punkt ist dem Autor ganz wichtig. Anders zu leben bedeute nicht, rückständig zu leben. „Die Verteufelung der Moderne bringt nichts.” Schließlich sei es nicht zielführend, Menschen von einer Umstellung ihres Lebensstils abzuschrecken.

„Das Ganze war und ist ein Experiment”, sagt Weißenborn in Bezug auf sein eigenes Leben. Dass seine Familie bei diesem „Experiment” mitmacht, habe eine positive Wirkung. Dadurch komme ein guter Austausch von Ideen zustande, es motiviere zu weiteren Schritten. Mit der Zeit ergäben sich dann weitere Perspektiven, bestimmte Gewohnheiten umzustellen. Momentan, so verriet Weißenborn im Gespräch mit der OP, bemühten er und seine Familie sich darum, Plastikmüll zu reduzieren.

von Björn-Uwe Klein

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