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Weipoltshausens langjähriger Ortsvorsteher Helmut Fink ist tot

Nachruf Weipoltshausens langjähriger Ortsvorsteher Helmut Fink ist tot

Am Sonntag verstarb der Träger des Bundesverdienstkreuzes Helmut Fink im Alter von 78 Jahren. Am Freitag wird er in seinem Heimatort Weipoltshausen beigesetzt.

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Helmut Fink ist tot.

Quelle: Archivfoto

Weipoltshausen. Helmut Fink liebte sein Heimatdorf und seinen Geburtsort Weipoltshausen und engagierte sich dort jahrzehntelang für ein lebenswertes Leben. Während seiner Funktion als Ortsvorsteher hat er viel in Bewegung gebracht und verändert - zum Besseren. Einer seiner Weggefährten, Altbürgermeister Hermann Brand, beschreibt Helmut Fink als Motor, der andere mitgerissen hat. Gemeinsam mit ihm habe Brand viel erreicht. Es sei in einem positiven Sinne ein Schlitzohr gewesen.

„Weipoltshausen ging ihm über alles“

„Auf ihn konnte man sich verlassen“, sagt der Altbürgermeister. Als Beispiele seines beispiellosen Einsatzes nennt Brand den Sportplatzbau, das Dorfgemeinschaftshaus, den Brunnen und das Heimatmuseum. Kein Wunder, „Weipoltshausen ging ihm über alles“, erinnert sich Brand. Die Heimatstube, die während der Dorferneuerung entstand, trage Finks Handschrift. Sie habe ihm besonders am Herzen gelegen. Dass es sie gibt, sei sein Verdienst. Nicht nur im Heimat- und Verschönerungsverein habe Fink ein wachsames Auge auf alles gehabt - für ihn war alles von Bedeutung. „Mit Helmut an der Spitze wurde viel getan. Er war überall präsent - auch in der Altenarbeit.“ Bei aller Liebe zu seinem Heimatdorf habe Fink aber nie die Belange der anderen Ortsteile aus dem Blick verloren. Er setzte sich auch dort dafür ein, dass Nöte beseitigt wurden. „Für mich war Helmut Fink eine tragende Persönlichkeit“, sagt ­Hermann Brand.

Ehrenamtliche Laufbahn begann vor 48 Jahren

Die ehrenamtliche Laufbahn von Helmut Fink begann 1967 im Alter von 48 Jahren. Er wurde Gründungsmitglied im Heimat- und Verschönerungsverein und übernahm über viele Jahre den Vorsitz. Kommunalpolitisch war Fink von 1984 bis 1989 und von 1992 bis 1993 und 1997 bis 2007 als Gemeindevertreter aktiv. Von 1999 bis 2007 engagierte er sich im Lohraer Seniorenrat, der heute unter dem Namen Familien- und Seniorenrat firmiert, von 2005 bis 2007 übernahm er dort die Funktion des Vorsitzenden. Fast zwei Jahrzehnte - von 1989 bis 2007 - leitete Fink als Ortsvorsteher die Geschicke von Weipoltshausen, zudem war er in vielen örtlichen Vereinen engagiert. Während seiner Amtszeit als Ortsvorsteher hat Weipoltshausen 15 Mal am Wettbewerb „Unser Dorf“ teilgenommen. Mehrfach trugen die Weipoltshäuser auf regionaler Ebene den Sieg davon. Beim Landesentscheid 2002 belegte der Lohraer Ortsteil den 2. Platz - dies war möglich unter der Federführung von Helmut Fink.

Helmut Fink erhielt zahlreiche Auszeichnungen

Als der Elisabethpfad gebaut wurde, trieb Fink den Bau der Schutzhütte voran. So wurde für Pilger eine Übernachtungsmöglichkeit geschaffen. Auch wurde ein Waldlehrpfad angelegt und ein Schwalbenbaum aufgestellt. Und es wurde grüner: Auf fünf Streuobstwiesen wurden 800 Bäumen und 300 Sträucher gepflanzt.

Für seinen bürgernahen und unermüdlichen Einsatz erhielt Fink zahlreiche Auszeichnungen: die höchste ist die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, das er am 10. November 2003 erhielt. Davor wurde er vom Hessischen Fußballverband ausgezeichnet, vom Land Hessen und von der Gemeinde Lohra. Mehr als 50 Jahre war Fink mit seiner Frau Helga verheiratet. 2010 feierte das Paar Goldene Hochzeit. Der gelernte Landwirt durchlief mehrere berufliche Stationen, bis er 1972 eine Ausbildung zum Bürokaufmann absolvierte. Bis zu seinem vorzeitigen Ruhestand arbeitete er als Pförtner der Gießener Universität. Am Freitag nimmt die Familie vom Ehemann, Vater, Schwiegervater, Opa und Uropa Abschied.

von Silke Pfeifer-Sternke

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