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Weipoltshäuser sprechen sich für Übernahme aus

Dorfgemeinschaftshaus Weipoltshäuser sprechen sich für Übernahme aus

Rund 130 Weipoltshäuser sprechen sich bei Versammlung für den Kauf des Dorfgemeinschaftshauses von der Gemeinde aus. Als nächster Schritt soll die Finanzierung des Kaufpreises von 75000 Euro geklärt werden.

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Zustimmung signalisierten bei der Dorfversammlung die rund 130 Weipoltshäuser als gefragt wurde, ob der Kultur- und Heimatverein das Dorfgemeinschaftshaus übernehmen soll.

Quelle: Anita Ruprecht

Weipoltshausen. Am Mittwochabend kamen rund 130 Weipoltshäuser in das Dorfgemeinschaftshaus, um über die Zukunft ihres Hauses zu sprechen. Dieses möchte die Gemeinde Lohra verkaufen, um sich von einem Teil ihrer Schuldenlast und der laufenden Kosten für das Haus zu befreien.

Daraufhin gründeten die Weipoltshäuser den Kultur- und Heimatverein, um mit der Gemeinde zu verhandeln und Träger des Dorfgemeinschaftshauses zu werden. Der Vorsitzende des Vereins Wolfgang Waldschmidt gab einen Überblick über den Stand: Die Gemeinde Lohra bietet den Weipolts­häusern das Haus für 75000 Euro an und mietet die Räume der Feuerwehr für die nächsten 10 Jahre für 690 Euro monatlich. Die ersten fünf Jahre zahlt die Gemeinde zudem einen Betriebskostenzuschuss von insgesamt 50000 Euro (die OP berichtete).

Waldschmidt bezeichnete das Angebot der Gemeinde als ­„gute Diskussionsgrundlage für Vertragsverhandlungen“. Auf der einen Seite stehe die Gemeinde Lohra mit ihren Haushaltsproblemen und auf der anderen Seite Weipoltshausen mit all den Problemen, wie demografischer Wandel und Landflucht, die die Dörfer derzeit haben. Mit der Übernahme des Dorfgemeinschaftshauses wolle man versuchen, die Lebensqualität in einem lebendigen Dorf zu erhalten, sagte Waldschmidt.

Vorschlag: Ein-Prozent-Spende aus Einkommen

Als nächsten wichtigen Schritt nannte Waldschmidt die Klärung der Finanzierung der Übernahme. Ende Januar finde im Zuge der Dorferneuerung ein Bilanzierungsgespräch statt. Beteiligt sind Vertreter des Landkreises und der Gemeinde Lohra. Das Geld aus der Dorferneuerung kann bis Juni 2015 abgerufen werden. Aus diesem Grund stehe der Verein unter Zeitdruck und die Verantwortlichen müssten klären, wie viel Geld der Verein für Sanierung und Umbau des Hauses zur Einrichtung eines Dorfcafés aus dem Dorferneuerungsprogramm bekommen könne.

Nach dieser Einführung übergab Waldschmidt die Redeleitung an den Immobilien-Fachmann Jan Schmidl. Er bezeichnete das Gebäude als Generationenprojekt, das die Dorfgemeinschaft für die nachfolgende Generation erhalten solle, und er fügte hinzu, „wir müssen uns ehrenamtlich einbringen, sonst funktioniert es nicht“.

Um auf Dauer bestehen zu können, müsse das Dorfgemeinschaftshaus auf eine wirtschaftlich solide Grundlage gestellt werden, sagte er, „denn wenn wir das Haus haben, müssen wir auch dafür gerade stehen“.

Er schlug vor, dass die Weipolts­häuser dieses Jahr einmalig ein Prozent ihres Jahreseinkommens spenden, sodass der Kaufpreis von diesem Geld aufgebracht werden kann. Die Mieteinnahmen und den gemeindlichen Zuschuss benötige der Verein zur Sanierung des Hauses. Vorstandsmitglied Hans Rücker verwies auf die Küche und die Toiletten im Dorfgemeinschaftshaus, die dringend saniert werden müssten.

Daniela Rühl, Vorsitzende des TSV Weipoltshausen, berichtete, dass die Vorsitzenden der Vereine in der Gemeinde Lohra in einem Vereinsgespräch vom Bürgermeister informiert wurden, dass die Vereine ab Januar für die Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser vier Euro pro Stunde an die Gemeinde zu zahlen haben. Ihr sei wohler, wenn sie das Geld an den Kultur- und Heimatverein zahle, sodass es im Dorf bleibe und direkt für die Sanierung und Unterhaltung des Dorfgemeinschaftshauses genutzt werden könne, sagte Rühl.

Der Kultur- und Heimatverein ist der Förderverein für unser Dorfgemeinschaftshaus, sagte Vorstandsmitglied Michael Ganz. Nach der gut einstündigen Diskussion und der breiten Zustimmung per Handzeichen zeigte sich Jan Schmidl zuversichtlich, dass die Weipoltshäuser die Übernahme ihres Dorfgemeinschaftshauses stemmen können. Und er sei in finanziellen Belangen ein eher vorsichtiger Mensch, merkte Schmidl an.

Von den gut 130 Gästen der Dorfversammlung sprachen sich mehr als 50 Prozent schriftlich für eine Mithilfe zur Übernahme des Dorfgemeinschaftshauses aus, sagte Waldschmidt nach der Versammlung der OP.

von Anita Ruprecht

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