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Weihnachtsoratorium in Weidenhausen

Konzertieren in evangelischer Kirche Weihnachtsoratorium in Weidenhausen

Ohne Bachs Weihnachtsoratorium ist die Weihnachtszeit für viele Menschen einfach nicht komplett. Am Samstag, 7. Januar, werden die Kantaten 1 bis 3 gespielt.

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Am ersten Samstag des neuen Jahres werden in Weidenhausen die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach aufgeführt.

Quelle: Klaus Kordesch

Weidenhausen. Das Weihnachtsoratorium Ende der ­ersten Januarwoche? Zwar ist dann der Baum zumeist abgeschmückt, doch kirchlich gesehen die Weihnachtszeit aber noch nicht beendet: Je nach Zählweise dauert sie bis zum Sonntag nach „Epiphanias“, dem Tag der Heiligen drei Könige am 6. Januar oder sogar bis zum 2. Februar, dem Fest der „Darstellung des Herrn“.

Johann Sebastian Bach selbst hat sein sechsteiliges Oratorium keineswegs „am Stück“ aufgeführt, erklärt Dekanatskantor Burghardt Zitzmann: „Die sechs Kantaten sind erstmals in den sechs Gottesdiensten zwischen dem 1. Weihnachtstag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 in den beiden Hauptkirchen Thomaskirche und Nikolaikirche im Leipzig aufgeführt worden, wo Bach als Kantor für die Kirchenmusik verantwortlich war“, berichtet er.

Wenn nun die ersten drei Kantaten in einer Veranstaltung konzertiert werden, dann handelt es sich also um die für Heiligabend und die beiden Weihnachtsfeiertage vorgesehenen Teile mit der eigentlichen Weihnachtsgeschichte bis zur Anbetung der Hirten.

Vier auswärtige Solisten

„Die erste Kantate schildert­ die historische Situation der Volkszählung, den Weg der ­heiligen Familie nach Bethlehem und ­ihre vergebliche ­Suche nach Quartier“, erläutert der Kirchenmusiker. In einem Stall wird Christus schließlich geboren. „Dem jubelnden Eingangschor ,Jauchzet, frohlocket‘ folgen betrachtende Stücke in Form von Arien, Duett und Choral“, erklärt er weiter: „Teils besinnlich anbetend, teils festlich verehrend münden sie in den Schlusschor, der die von Chor und Streicher versinnbildlichte Armut der Krippengeburt und königlichen Glanz – dann mit Trompeten und Pauken – vereint.“

Die zweite Kantate führt den Hörer zu den Hirten aufs Feld: „Besinnlicher, schwingender­ Rhythmus im wiegenden 12/8-Takt zaubert eine friedliche Idylle, die durch die Erscheinung des Engels jäh unterbrochen wird“, sagt Zitzmann. Die Botschaft des Evangeliums ist ungewöhnlich: Nicht Königen und Herrschern wird die Geburt des Heilands der Welt zuerst verkündet, sondern Hirten als den Ausgestoßenen, den am Rande der Gesellschaft Stehenden. „Frohe Hirten, eilt, ach eilet – die Botschaft ist so schön“, heißt es in der Arie. „So geht denn hin, ihr Hirten geht, dass ihr das Wunder seht“, lautet die Botschaft des Engels, zu der sich die Menge der himmlischen Heerscharen gesellt und das Lob Gottes „Ehre sei Gott in der Höhe“ anstimmt.

Der festliche Auftakt der dritten Kantate ermuntert die Hirten dazu, aufzubrechen und das Wunder der Heiligen Nacht zu sehen. Zusammen mit Maria und Josef erkennen sie, was geschehen ist, und Jesu Mutter tut das einzig Richtige: Sie schließt das Geschehene in ihr Herz: „Ja, ja, mein Herz soll es bewahren“ – ein Appell, der auch den Besuchern der Aufführung gilt. Mit dem Cembalo ist Torsten Mann dabei, als Solisten sind Katrin Strocka (Sopran) und Claudia Maria Laule (Alt) sowie Thomas Oertel-Gormanns (Bass, alle aus Leipzig) und Sören Richter (Tenor, Frankfurt am Main) engagiert.

  • Karten gibt es im Vorverkauf im evangelischen Pfarramt und in der Buchhandlung Colibri in Weidenhausen, beim Pfarramt Friedensdorf und in der Buchhandlung ­Lamer in Gladenbach. Einlass ist bei freier Platzwahl ab 17.15 Uhr.

von Klaus Kordesch

  • Klaus Kordesch ist für Öffentlichkeitsarbeit des Evangelischen Dekanats Biedenkopf-Gladenbach verantwortlich.
 
 
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