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Wechsel an der Awo-Pflegeheim-Spitze

Gerhard löst Plaicher ab Wechsel an der Awo-Pflegeheim-Spitze

Der Neujahrsempfang des Awo-Pflegezentrums war am Freitag der letzte der langjährigen Leiterin 
Angelika Plaicher in Gladenbach. Ulrich Gerhard tritt ihre Nachfolge an.

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Therapiehund Anjulie weicht Angelika Plaicher seit fast zehn Jahren nicht mehr von der Seite. Sie zieht mit ihrem Frauchen nach Wabern, wo Plaicher eine im Bau befindliche Awo-Pflegeeinrichtung leiten soll. Ihre Nachfolge in Gladenbach übernimmt Ulrich Gerhard (links). Seine Vorstellung und Plaichers Verabschiedung übernahm Michael Schmidt (Mitte).

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Nach fast zehn Jahren endet für Angelika Plaicher die Tätigkeit im Awo-­Altenpflegezentrum in Gladenbach.

Die Heimleiterin, die ihre­ berufliche Kraft aus Ideen schöpft, die sie in Konzepten bündelt und diese umsetzt, wechselt nach Wabern, wo derzeit ein Awo-Neubau errichtet wird, in dem Plaicher „Aufbauarbeit“ leisten soll. Im Gladenbacher Awo-Heim hinterlässt Plaicher Spuren. Sie hat die Entwicklung der Einrichtung und die des Neubaus in Lohra, dessen Leitung sie zeitweise zusätzlich übernahm, geprägt.

Pflegeheim leistet Pionierarbeit

Die Ausrichtung des Neujahrsempfangs als Treffpunkt und zum Austausch war eine ihrer Ideen, ebenso wie das Projekt „Kunst im Park“, der Einsatz von Therapiehunden und der Neubau des Seitenflügels, in dem Parkinson-Patienten untergebracht sind sowie das Konzept zur Betreuung von Demenzkranken.

Das jüngste von ihr mitgestaltete Projekt, ein Pflegebereich für Menschen, die an Chorea Huntington erkrankt sind, wurde am Freitag den Gästen des Neujahrsempfangs erstmals präsentiert. 14 an der unheilbaren Nervenkrankheit leidenden Personen haben im Awo-Pflegeheim einen Platz gefunden.

Das Pflegeheim leistet auf diesem Gebiet Pionierarbeit. Es gebe deutschlandweit kaum Einrichtungen, die diesen Menschen ein Leben mit Selbstbestimmung und Teilhabe ermöglichen, erklärte Michael Schmidt, Geschäftsführer der Awo Nordhessen. Die Aufgabe bestehe darin, zu ergründen, welche Ressourcen diese Menschen noch haben und wie diese aktiviert werden können.

Besonders zu beachten sei, dass Chorea-Huntington-Patienten ein hohes Verletzungsrisiko haben, weil sie ihre Bewegungen nur schwer kontrollieren können, sagte er. Deshalb wurden die Zimmer komplett umgestaltet: Stolperfallen und spitze Kanten wurden entfernt.

Tränen zum Abschied

Gefahrenstellen, wie die Heizung, sind mit einer strapazierfähigen Polsterung versehen, auch der Fußbodenbelag ist speziell gepolstert, um Stürze abzufedern. Im Gemeinschaftsraum gibt es statt einzelner Sitzmöbel eine große Liegefläche. Für die Neugestaltung erhielt die Awo einen Zuschuss von 100.000 Euro aus dem Fernseh-Lotterietopf.

Die Spezial-Ausstattungen dieser Zimmer sind Unikate. Inspiration holte sich das Projektteam extern in der Isar ­Amper Klinik in Taufkirchen, die an Chorea-Huntington-Erkrankte spezialisiert ist. Plaichers Nachfolger, Ulrich Gerhard, führte die Besucher durch den neuen Pflegebereich und stellte die Vorzüge heraus. Für ihn gilt es nun, Plaichers 
Linie der kontinuierlichen Verbesserung weiterzuverfolgen.

Er ist künftig für beide Awo-Häuser, in Gladenbach und in Lohra, zuständig. Diese Doppelaufgabe sei lösbar, weil nur wenige Kilometer zwischen den Einrichtungen liegen. „Vermutlich werde ich an den Vormittagen in Lohra und nachmittags in Gladenbach anzutreffen sein“, sagt der 54-Jährige. Während er der neuen Aufgabe entgegenfiebert, fiel seiner Vorgängerin der Abschied schwer. Unter Tränen sagte sie allen Adieu.

von Silke Pfeifer-Sternke

 
 
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