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Wanderer feiern beliebtes Ausflugsziel

100 Jahre Kaiser-Wilhelm-Turm Wanderer feiern beliebtes Ausflugsziel

Am Sonntag feierte der Zweigverein Biedenkopf im Oberhessischen Gebirgsverein gemeinsam mit seinen Gästen das 100-jährige Bestehen des Kaiser-Wilhelm-Turms.

Biedenkopf. „Wir lassen uns von dem schlechten Wetter nicht die Laune verderben und werden das Jubiläum, trotz der Regenschauer, gebührend feiern“, sagt die Vorsitzende des OHGV Zweigvereins Biedenkopf, Anneliese Ihle-Hampel, in ihrer Begrüßungsrede zur Jubiläumsfeier anlässlich des Aussichtsturm-Jubiläums am Sonntag-Nachmittag.

Auch Landrat Robert Fischbach hieß die Gäste willkommen und gestand schmunzelnd, dass er den Turm noch nie bestiegen habe und dieses Vorhaben auch nicht an diesem Tag umsetzen werde, da „es ja bei diesem Wetter eh nichts zu sehen gibt“.

Allerdings betonte er, der Kaiser-Wilhelm-Turm sei ein sehr attraktiver Anziehungspunkt für Wanderer und Touristen und das ehrenamtliche Engagement des Vereins sei überaus lobenswert.

Während Fischbach die touristischen Merkmale des Turms hervorhob, verwiesen die Ersten Stadträte, von Biedenkopf Jürgen Schneider, und von Hatzfeld, Wilhelm Specht, auf dessen besondere Lage, verbinde er doch die beiden Landkreise Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg.

Specht konnte sich einen kleinen Seitenhieb auf seinen nachfolgenden Redner nicht verkneifen und rechtfertigt die Tatsache, dass er, anders als seine Vorgänger, kein Geldgeschenk überreiche mit dem Verweis auf die schlechte finanzielle Lage der Gemeinde.

Dr. Thomas Schäfer, der Finanzminister des Landes Hessen, ließ das nicht auf sich sitzen und sagte: „Von einem Finanzminister wird einerseits erwartet, dass er geizig ist, andererseits darf er bei solchen Veranstaltungen nicht mit leeren Händen auftauchen.“

Hochachtung vorErbauern des Turms

Deshalb schlug er der Vorsitzenden vor, sie solle sich an die Ansprechpartnerin seines Ministeriums wenden, um mit ihr über das ausgebliebene Geschenk seines Vorredners zu sprechen. Die Gäste honorierten diesen verbalen Schlagabtausch mit lauten Lachern und kräftigen Applaus.

Es folgten weitere Begrüßungsreden der Vorsitzenden des OHGV Hauptverbandes und der Vorsitzenden weiterer benachbarten Zweigvereine. Sie alle betonten die positive Stimmung und die tollen ­Wandererlebnisse, die sie mit dem Kaiser Wilhelm-Turm verbinden.

Untermalt wurden die Reden mit musikalischen Einlagen des Männergesangsvereins Laisa, der Buchenauer Jagdhornbläser und der Dautphetaler Jagdhornbläser. In seinem historischen Bericht erinnerte Karl-Heinz Schneider an die Entstehungsgeschichte des Turms, der im Jahr 1913 innerhalb von drei Monaten errichtet wurde. „Ich empfinde Hochachtung vor den Handwerkern, die diesen Turm gebaut haben, denn sie errichteten den Turm manuell, das heißt nur mit geringen technischen Hilfsmitteln“, sagt Schneider. Der Name des Turms geht auf Kaiser Wilhelm II. zurück. Ob sich der Kaiser an den Kosten für die Errichtung beteiligt habe, sei unklar, so Schneider.

Es sei wahrscheinlicher, dass der Turm diesen Namen erhalten habe, um die staatliche Genehmigung voranzutreiben.

Finanziert wurde der Turmbau, zu Beginn des letzten Jahrhunderts, in erster Linie durch Spenden. Auch die aktuellen Sanierungen, wie der Bau eines Dachs im Jahr 2005 und die Verkleidung der Zinnen mit Kupferblech wurden primär durch Eigenleistungen des Vereins, Spenden und Zuschüsse der umliegenden Gemeinden, Kreise und des Landes Hessen finanziert. „Ich bin froh, dass wir es geschafft haben, unseren Turm zu erhalten, sodass wir dieses Jubiläum feiern können“, sagt Schneider abschließend.

von Salomé Weber

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