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Wandel beim Gewerbepark Salzbödetal

Führungswechsel Wandel beim Gewerbepark Salzbödetal

Nach den Streitigkeiten, die es im Verbandsvorstand Anfang des Jahres gab, setzte die Gemeinde Lohra jetzt ihre Änderungsforderungen zum Teil durch. Die Geschäftsführung des Verbandes wandert von Gladenbach nach Lohra.

Der Interkommunale Gewerbepark Salzbödetal ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Gladenbach mit den Gemeinden Lohra und Bad Endbach.

Quelle: Gianfranco Fain

Gladenbach. „Die Vorkommnisse zu Beginn dieses Jahres haben mich schon in meiner Absicht bestärkt, die Geschäftsführung des Interkommunalen Gewerbeparks Salzbödetal (IGS) abzugeben“, sagte Heinrich Reitz gestern Abend der OP mit dem Hinweis darauf, dass er sich jetzt ganz auf seine Aufgabe als technischer Leiter des Nautilust konzentrieren wolle.

Die Versammlung danke Reitz für seine langjährige Tätigkeit, die dazu führte, dass der Gewerbepark zu rund 60 Prozent ausgelastet ist. „Nicht alle Gewerbeparks sehen so aus“, betonte der Versammlungsvorsitzende Werner Waßmuth.

Seinen Rücktritt zum Jahresende erklärte Reitz während der vorausgegangenen Gewerbepark-Vorstandssitzung, bei der Gladenbachs Bürgermeister Peter Kremer (parteilos) einstimmig zum Verbandsvorsitzenden gewählt wurde. Lohras Bürgermeister Georg Gaul (parteilos) bleibt wie auch unter Kremers Vorgänger Stellvertreter.

Die Geschäftsführung wandert jedoch, ebenfalls auf einstimmigen Beschluss, von Gladenbach nach Lohra und wird dort ab Januar von Lars Plitt wahrgenommen werden, der in der Gemeindeverwaltung als Fachbereichsleiter auch für die Finanzen zuständig ist. Damit findet ein Zwist, der im März dieses Jahres öffentlich wurde (die OP berichtete) wie abgesprochen ein einmütiges Ende.

Anfang April einigten sich der damalige Gladenbacher Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim (CDU) und Georg Gaul mit der Erfüllung einer Kompromisslösung, die Vorkommnisse der Vergangenheit innerhalb des Vorstands des Interkommunalen Gewerbeparks Salzbödetal für erledigt zu erklären.

Einnahmen flossen erst nicht in die Verbandskasse

Der damalige Verbandsvorsteher und sein Stellvertreter vereinbarten damals auch, wenn Knierim aus dem Amt geschieden ist, in neuer Konstellation über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Zuvor waren die IGS-Turbulenzen in der Forderung nach einer Vorsitzendenwahl noch vor Ablauf von Knierims Amtszeit und der Verlegung der Geschäftsführung nach Lohra gegipfelt. Es war bekannt geworden, dass vom Gladenbacher Rathaus Einnahmen aus Gewerbesteuer und Konzessionsabgaben aus vier Jahren in Höhe von rund 554000 Euro nicht an die Verbandskasse weitergeleitet und somit nicht auf die beteiligten Kommunen - Gladenbach, Lohra und Bad Endbach - verteilt wurden.

Die Einnahmen des IGS werden von der Stadtverwaltung Gladenbach eingezogen, wo auch die Geschäftsführung des IGS ansässig ist. Knierim stimmte Anfang März einem unter Mitwirkung der Kommunalaufsicht gefundenen Kompromisses zu, demzufolge die Stadt Gladenbach für das einbehaltene Geld rund 21000 Euro Zinsen an den IGS zahlt.

Denkbar erschien damals auch ein turnusgemäßer Wechsel in Vorsitz und Geschäftsführung, nicht nur des IGS, sondern auch in den beiden anderen Verbänden, die beide von Lohra aus geleitet werden und an denen beide Gemeinden nahezu gleiche Anteile haben. Darüber wurde noch keine Vorgehensweise vereinbart.

Während der Verbandsversammlung standen gestern Abend auch Beschlüsse an. Während der Entwurf des Haushaltsplans 2015 einstimmig angenommen wurde, wird dies mit der geprüften Jahresrechnung zum 31. Dezember 2012 erst bei einer zusätzlichen Sitzung Anfang Januar geschehen können, weil es noch Nachfragen hinsichtlich von Rückstellungen und Abschreiben gibt.

von Gianfranco Fain

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