Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Waffennarr zu drei Jahren Haft verurteilt

Gericht Waffennarr zu drei Jahren Haft verurteilt

Ein 53-Jähriger, der am 30. Januar im Hinterland seinen ehemaligen Nachbarn mit einer Maschinenpistole bedroht hatte, wurde am Mittwoch vom Landgericht Marburg zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt.

Voriger Artikel
Auf den Knollwiesen finden Amphibien neue Lebensräume
Nächster Artikel
Waldschwimmbad Holzhausen

Mit dieser Maschinenpistole bedrohte der Angeklagte einen ehemaligen Nachbarn. Foto: Silke Pfeifer-Sternke

von Silke Pfeifer-Sternke

Marburg . „Heute ist Zahltag“. Mit diesen Worte hatte der 53-Jährige laut Anklage am Morgen des 30. Januar vor dem Haus seines ehemaligen Nachbarn im Hinterland gewartet und den damals 49-Jährigen abgefangen. Mit einem Bundeswehr-Tarnanzug bekleidet hielt er ihm eine Maschinenpistole mit Schalldämpfer und Zielfernrohr vor das Gesicht und forderte ihn auf, mit ihm auf die Wiese zu gehen.

Der ehemalige Nachbar nutzte einen unbeobachteten Moment und rettete sich mit einem Sprung über eine 1,60 Meter hohe Hecke. Dabei zog er sich Verstauchungen an beiden Händen und eine Verletzung im Gesicht zu. Der Angeklagte flüchtete und wurde erst sieben Stunden später von Kräften des Sondereinsatzkommandos gefasst. Nach seiner Vernehmung stellten die Beamten noch eine Kleinkaliberpistole und 197 Schuss Munition sicher.
„Wie kann ein scheinbar braver Mensch etwas tun, das äußerlich den Anschein eines Amoklauf hat?“. Diese Frage beschäftigte das Gericht während der Beweisaufnahme und wurde von Richter Mirko Schulte auch in der Urteilsbegründung wieder aufgegriffen.

Wie aus der Aussage des Angeklagten hervorging, hatte er vorgehabt, mit dem heute 50-Jährigen abzurechnen. Ihn macht der Angeklagte für die Misere in seinem Leben verantwortlich. Der 50-Jährige hatte vor einigen Jahren das ehemalige Wohnhaus des Angeklagten bei einer Zwangsversteigerung erworben. Zuvor hatte der Angeklagte wegen einer Trunkenheitsfahrt seinen Führerschein verloren und war ohne Fahrerlaubnis weiter zur Arbeit gefahren. Dass er erwischt wurde, schreibt er dem 50-Jährigen zu. Dieser soll nach Auffassung des Angeklagten auch für eine Haftstrafe wegen illegalen Waffenbesitzes verantwortlich sein, die der 53-Jährige derzeit verbüßt.

Die Tatvorwürfe zum 30. Januar räumte der Angeklagte uneingeschränkt ein. Eigentlich habe er vorgehabt, dem 50-Jährigen nur einen gehörigen Schrecken einzujagen. Dann habe er seinem eigenen Leben ein Ende setzen wollen.

Mehr dazu lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr