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Vorwurf: Unter Drogen mit Baseballschläger geprügelt

Aus dem Amtsgericht Vorwurf: Unter Drogen mit Baseballschläger geprügelt

Eine Familiensache? 
Mindestens zehn Mal soll der Angeklagte mit einem Baseballschläger auf seinen Vater eingeschlagen haben. Die Folge: Nasenbeinbruch, eine offenen Wunde und Prellungen.

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Ein 27-jähriger Gladenbacher soll seinen Vater malträtiert haben.

Quelle: Patrick Seeger / dpa

Marburg. Weil er auf seinen Vater mit einem Baseballschläger eingeschlagen und ihn dabei schwer verletzt haben soll, steht ein 27-jähriger Gladenbacher vor dem Marburger Amtsgericht.

Am Dienstag, dem ersten Verhandlungstag, bestätigten mehrere­ Zeugen die Vorwürfe des Staatsanwalts. Der Angeklagte­ schwieg. „Es sah aus, wie in ­einem Kinofilm“, beschrieb ein Nachbar das, was er im Mai aus einiger Entfernung beobachtete. „Der Täter hat zugeschlagen, als wenn er Holz hackt.“

Laut Anklage hat der Gladenbacher am Abend des 12. Mai unter Drogen- und Medikamenteneinfluss mit dem Sportgerät mit voller Wucht mindestens zehnmal zugeschlagen, vorwiegend gegen den Kopf, aber auch auf den Körper.

Er habe Rasen gemäht, sagte­ der als Nebenkläger auftretende 61-Jährige. Plötzlich habe der Sohn mit dem Baseballschläger vor ihm gestanden und zugeschlagen. Danach könne er sich erst wieder erinnern, als Rettungsdienst und Polizei vor Ort waren. Laut ärztlicher Atteste erlitt er neben zahlreichen Prellungen einen Nasenbeinbruch und eine offene Wunde am Bein, die noch nicht verheilt ist.

„Das geht niemanden etwas an“

Ein Polizist sagte aus, der Vater habe ärztliche Hilfe trotz der offensichtlich schweren Verletzungen, das Gesicht sei komplett geschwollen gewesen, zunächst unter dem Hinweis auf eine reine Familienangelegenheit abgelehnt. Wie Zeugen aussagten, war er zuvor vom Täter ins Haus geleitet worden.

Der polizeibekannte Sohn habe offensichtlich unter Drogen oder Medikamenten stehend, bei seiner Festnahme kurz darauf gesagt, „das ist eine Familiensache, das geht niemanden etwas an,“ sagte der Polizist.

Auch eine Schnittverletzung am Hals erlitt das Opfer, es weiß aber nicht woher. Im Zimmer des Angeklagten, so berichtete der Polizist, wurden neben Drogenutensilien auch Messer und eine Machete gefunden. Ob ­eine zweite Waffe eingesetzt wurde, konnte kein Zeuge bestätigen, wohl aber, dass auch die Mutter des Mannes vor Ort war. Diese nahm ihr Zeugnisverweigerungsrecht in Anspruch.

Laut Aussage eines Nachbarn versuchte sie, ihren Sohn durch Reden von der Tat abzuhalten. Nach der Tat habe der sich ganz ruhig verhalten, ihr die Tatwaffe gegeben und sei mit ihr davongefahren.

Zuvor soll er aber noch die 60-jährige Vermieterin seines Vaters geschlagen haben, die hinzugekommen war. Sie erlitt beim Sturz Verletzungen am Rücken. Wie die Zeugin berichtete, sagte der Mann zu ihr, sie sei am Ende der Beziehung seiner Eltern schuld, das stimme aber nicht.

An dem Prozess, der am 10. November fortgesetzt wird, nimmt auch ein psychiatrischer Sachverständiger teil. Der Vorsitzende Richter Dominik Best verwies darauf, dass bei einer Verurteilung, bei entsprechenden Gutachten, wegen der Drogenproblematik durchaus eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt herauskommen kann.

von Heiko Krause

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