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Vormittags sägen, nachmittags laufen

Hobbykünstler Hans-Peter Petri Vormittags sägen, nachmittags laufen

Hobbykünstler Hans-Peter Petri ist auf vielen Kunsthandwerkermärkten zuhause. Das Hobby Arbeiten mit Holz entdeckte er 1993 wieder für sich.

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Hans-Peter Petri präsentiert sein selbst gefertigtes Nostalgieherz, das in Serviettentechnik entstanden ist.

Quelle: Ingrid Lang

Obereisenhausen. Bis 1993 führte Hans-Peter Petri mit seiner Frau Marlies, einer gelernten Köchin, 25 Jahre lang in dritter Generation das Lokal „Zur Petersburg“ in Obereisenhausen. Nach einer Erkrankung folgte der Verkauf des Restaurants und der Umzug innerhalb des Ortes. Eine handgefertigte Krippe hatte sich dann seine Frau von dem gelernten Geflügelzuchtberater zu Weihnachten gewünscht.

„Dem Wunsch bin ich gerne nachgekommen und so entstand ein Jahr später die erste Krippe aus Naturholz“, sagt Petri. Von seinem Werk waren nicht nur seine Frau, sondern auch Freunde und Bekannte begeistert. Er fertigte weitere Krippen aus Kork, Baumrinde, Moos, Holz und weiteren Naturmaterialien – in unterschiedlichen Größen.

Bis zu fünf Stunden ist der 72-Jährige im Hobbykeller

Sieben Jahre später war er mit seinen Krippen auf der Weihnachtsausstellung in Biedenkopf vertreten. Mittlerweile habe er weitere Krippen gefertigt – alle aus Naturmaterialien –, berichtet der Hobbykünstler. Zudem hat er einen Bauernhof mit Fachwerk und die Kirche in Obereisenhausen nachgebaut.

Heute ist der Künstler, der krankheitsbedingt seinen Beruf aufgeben musste, ganz in seinem Element, wenn er im kleinen Hobbyraum die Dekupiersäge anlässt und Figuren für Kinder, die er zuvor mit Motiven in Serviettentechnik aufgebracht hat, oder unterschiedliche Bäume aussägt. Täglich widmet der 72-Jährige mindestens vier bis fünf Stunden seinem Hobby.

Er fertigt verschiedene Motive wie Herzen aus dreifach verleimtem Holz, schneidet Kerzen aus Kanthölzern zu oder stellt auf Wunsch große Holzständer mit einem Willkommensgruß her. Aus Besenstielen entsteht zum Beispiel die Umzäunung für kleine Osternester, Körbchen oder Etageren.

Großmütter kaufen „Wackeldackel“ für Enkel

Im Hobbyraum wird gesägt, gehobelt, geraspelt, gebohrt, gedübelt und geleimt. Petri beklebt zudem dünne Spanplatten in Serviettentechnik wie Osterhasen, Bären, Katzen, Füchse, die er für Kinder auf den Märkten an seiner Dekupiersäge aussägt. Es macht ihm viel Spaß, wenn ihm Jung und Alt begeistert über die Schultern schauen.

Seit vielen Jahren fertigt er den sogenannten „Wackeldackel“, der aus neun Einzelteilen zuzüglich vier Rollen für die Pfoten besteht, an. Der Dackel wird mit Gelenken versehen, sodass Kleinkinder ihn hinter sich herziehen können. Meistens, berichtet Petri, seien es die Großmütter, die einen solchen Dackel für ihre Enkelkinder kaufen und damit ein Stück Erinnerung an frühere Zeiten bewahren. Alle Holzartikel werden mit einer Farbe versehen, die für Kinderspielzeug geeignet sei, betont Petri.

Um sich über neue Dekoartikel zu informieren, besucht der Hobbykünstler Messen, wie die in der Westfalenhalle. Auf Wunsch fertigt er auch Dekorationsartikel an, die mittlerweile fast alle mit LED-Beleuchtung ausgerüstet sind. Eins ist aber für Petri sicher, dass es ein Hobby bleiben soll, denn der Nachmittag gehört vom Spätherbst über Winter dem Läufer Petri, der täglich bis zu 34 Kilometer absolviert und der bei schönem Wetter ab dem Frühjahr auf das Rennrad umsteigt und dann größere Touren unternimmt.

von Ingrid Lang

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