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„Vorglühen“ für den September

Kunstevent und Familienwoche „Vorglühen“ für den September

Vom 13. bis 18. September findet auf der „Bleiche“ 
in Biedenkopf das Kunstevent „Ton und Flammen“ statt. Zeitgleich startet die erste Biedenkopfer Familienwoche mit Aktionen für Kinder und Erwachsene.

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Das Brennen von großen Tonskulpturen bildet den Höhepunkt des Kunstevents „Ton und Flammen“.

Quelle: Veranstalter

Biedenkopf. Die Zielstellung der Weifenbacherin Jasmin Schröder sowie der Arbeitsgruppe „BidKultur“ ist unmissverständlich: Neben den Schlossfestspielen, den Eckelshäuser Musiktagen und dem Stadtfest soll eine vierte jährliche Kulturveranstaltung im September in Biedenkopf Fuß fassen.

Die miteinander stattfindenden Veranstaltungen „Ton und Flammen“ sowie die „Biedenkopfer Familienwoche“ bieten „Kultur für alle Altersstufen“. Jasmin Schröder, Betreiberin einer Keramikwerkstatt, gibt sich optimistisch, dass mit diesen Veranstaltungen ein neuer und nachhaltiger Publikumsmagnet entstehen kann. Die stellvertretende Vorsitzende der nationalen Keramikervereinigung „Kalkspatz“ entwickelte die Idee zur Kulturwoche bereits seit ­Oktober 2014.

Grenzgang steht für Motto Pate

Den Höhepunkt der kulturellen Woche bildet das am Wochenende stattfindende Brennen der „Feuer-Skulpturen“. Drei der besten Keramikkünstler aus dem deutschsprachigen Raum erstellen am Samstag jeweils eine mannshohe Skulptur aus Ton und brennen sie in verschiedenen Verfahren in selbstgebauten Öfen.

Als Thema dient der Biedenkopfer Grenzgang und der feierliche Spruch beim Huppchen: „Der Stein, die Grenze, in Ewigkeit“. Am Abend werden die fertigen Statuen dann im Veranstaltungszelt auf der „Bleiche“ enthüllt, im Anschluss gibt es eine Feuershow sowie eine Darbietung der Rock-Coverband „Meadowbrooks“. Am darauffolgenden Tag werden die Tonskulpturen auf dem Keramikmarkt versteigert.

„Am meisten Respekt hatte ich vor dem Brennen und den feuerpolizeilichen Auflagen“, so Biedenkopfs Kulturreferentin Birgit Simmler, „doch wer könnte bessere Ideen zu Feuer und Brennen haben als die Feuerwehr“? Diese sei somit nicht nur zum Absichern mit ins Boot gestiegen, sondern wirke auch als aktiver Teil des Programms mit. Und das Konzept überzeugte nicht nur die Feuerwehr: Tonkünstler aus allen Ecken Deutschlands und der Schweiz beteiligen sich an den Wochenaktionen in Biedenkopf und bieten Kurse für Keramiker an.

Erlös aus Versteigerungen geht an Schulen

Ebenfalls angefragt vom Kalkspatzverein, der sich der Förderung von Kultur, Bildung und Sozialem in der Arbeit mit Ton verschrieben hat, sicherten auch die Schulen vor Ort ihre Teilnahme zu. Das honorierte auch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und stellte die Veranstaltung als Lehrerfortbildung aus.

Zudem fließt der gesamte Erlös aus den Versteigerungen und Aktionen zurück in die Schulen: Die Organisatoren rund um Jasmin Schröder spenden das eingenommene Geld den Fördervereinen der beteiligten Schulen, um Kreativprojekte der Schüler zu unterstützen.

Die ursprüngliche Idee zum Kunstevent kam Jasmin Schröder bereits im Oktober 2014, als sie ein Feuerskulpturen­seminar in Würzburg besuchte.

„Das passt toll zu Biedenkopf“, schwärmt sie. Die Stadt lebe von ihrem Wald, der Erde, der Lahn. Erde, Luft, Wasser, Feuer – beim Brennen von Ton ( Foto: Veranstalter) kommen alle Elemente zusammen und verbinden sich zu einer Art Kultur, die zur Gegend und ihren Leuten passe.

2014 sowie 2015 war die Weifenbacherin gleich zwei Mal Gastgeberin für ähnliche Seminare. Nach mehreren Gesprächen wurden weitere Ideen wie der Keramikmarkt ins Programm integriert. Der Biedenkopfer Kinderbuchautor Andreas Steinhöfel trug die Idee von Jasmin Schröder zusätzlich in den von ihm mitbegründeten Kulturkreis „BidKultur“.

Das Programm 
wird stetig erweitert

„Dadurch bringen sich jetzt an Veranstaltungsorten um die Bleiche herum etliche weitere bildende Künstler mit Aktionen und Ausstellungen ein“, erläutert Schröder. Steinhöfel selbst beteiligt sich am Donnerstag, 15. September, am ­Wochenprogramm: Er hält Lesungen für Kinder wie auch für Erwachsene.

Ebenfalls terminlich fixiert sind unter anderen eine Kinderaktion der Konzeptkünstlerin Ursula Cyriax zum Zeichnen mit Kohle, ein Vortrag über den Stadtbrand 1717 inklusive eines Stadtrundgangs zusammen mit Restaurator Christoph Kaiser sowie ein mit Ton gefülltes Zelt für Kinder und eine „Nacht der Lagerfeuer“.

Doch laut Schröder ist das Programm noch nicht komplett: So sucht Künstlerin Renate Hahn aus Bad Laasphe beispielsweise noch einen Raum für ihre ­Installation. Auch an einer weiteren Ausstellung um Feuer und Vulkanismus arbeiten drei weitere Biedenkopfer Künstler. „Viel ist noch am Entstehen“, sagt Jasmin Schröder, „aber wir haben ja auch noch nicht morgen die Enthüllung der Feuer-Skulpturen“.

von Joshua Müller

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