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Von Wasser als Heilmittel geprägt

Im Porträt: Rolf Koch Von Wasser als Heilmittel geprägt

Für Rolf Koch ändern sich mit der Abgabe des Vorsitzes im Kneipp-Verein die Aufgaben, doch das zu erreichende Ziel bleibt für den Bad Endbacher immer gleich.

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Rolf Koch arbeitet seit dem vergangenen Jahr als Mitglied im Hessischen Fachausschuss für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen mit.

Quelle: Helga Peter

Bad Endbach. Seine Ehefrau Irmtraud freut sich, dass ihr Gatte sich jetzt vermehrt der Familie und besonders den Enkel- und Urenkelkindern widmen kann.

Zwar ist Rolf Koch immer noch im „Unruhestand“, doch zumindest ist er seit dem Jahreswechsel nicht mehr Vorsitzender des Kneipp-Vereins Bad Endbach. In die Vorstandsarbeit des Vereins stieg der Endbacher Mitte der 1970er Jahre ein und führte den Verein bis Ende 2015.

Schon vor vier Jahren kündigte er an, dass ein Nachfolger für ihn gefunden werden müsse, was zum Jahresende tatsächlich vollzogen wurde. Der Bad Endbacher Kneipp-Verein, dessen Mitglieder zu mehr als 60 Prozent Frauen sind, betätigt sich in sportlicher Hinsicht.

Im Kneipp-Verein sollen Jüngere ihre Ideen leben

Der verjüngte Vorstand solle jetzt in verantwortungsvoller Position eigene Ideen und Perspektiven einbringen, meint Koch. Doch obwohl er heute sein 74.  Lebensjahr vollendet, begibt er sich keineswegs in den Ruhestand.

Mit seinem reichen Erfahrungsschatz und seinem Wissen um Gemeinschaftssinn bleibt er besonders dem Kneipp’schen ganzheitlichen Gesundheitskonzept verbunden. Das aus gutem Grund, denn er erinnert sich daran, wie drei als unheilbar entlassene Patienten, die in der elterlichen Pension untergebracht waren, von Professor Hans Storck behandelt und wieder in das Arbeitsleben eingegliedert wurden.

„Ist das Wasser für den gesunden Menschen ein vorzügliches Mittel, seine Gesundheit und Kraft zu erhalten, so ist es auch in der Krankheit das erste Heilmittel.“ Dieser Leitsatz stammt von Sebastian Kneipp (1821-1897), dem Begründer der Kneipp-Anwendungen.

Koch erlebte die Entwicklung des Bad Endbacher Kneipp-Heilbades von Anfang an mit, was ihn zusätzlich stark prägte. So engagiert er sich weiterhin für den Kneipp-Gedanken, gehört seit dem vergangenen Jahr als ordentliches Mitglied des Kneipp Bund Landesverbandes Hessen dem Fachausschuss für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen beim Regierungspräsidium in Kassel an, der für die Vergabe der Prädikate zuständig ist.

Dies ist ein Novum, denn der Kneipp Bund Landesverband Hessen gehörte bisher diesem Fachausschuss nicht an. Für Rolf Koch ist es unabdinglich, dass einem solchen Fachausschuss gerade im Zusammenhang mit Prädikatisierungsanträgen der Kneipp Bund Landesverband Hessen angehören muss. Deshalb setzte er sich ­dafür ein. Seit dem Jahre 2000 arbeitet Koch im Landesverband Hessen in der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.

Geopark-Errichtung 
bleibt sein Steckenpferd

Der Kneipp Bund Deutschland, in dem Hessen durch seinen Landesverband vertreten ist, hat ebenfalls Prädikatisierungskriterien. So freut es Rolf Koch besonders, was die Deutsche Unesco-Kommission am 4. Dezember etwas sperrig bekanntgab: Das „Kneippen als traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps“ ist in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Bad Wörishofen als Kneipp-Mekka trägt dieses Siegel. Koch formuliert es so: „Das Wirken Kneipps mit dem Kneipp Bund Deutschland und dem Kneipp Bund Hessen mit Bad Wörishofen als Urzelle ist immaterielles Kulturerbe geworden.“

Doch Koch setzt sich auch in anderen Gremien für die heimische Region ein. Eng verbunden ist er mit dem Verein Region Lahn-Dill-Bergland, den er 1990 mitgründete. „Zur Zeit der Gründung gehörten dem Verein vier Kommunen an“, erinnert sich der stellvertretende Vorsitzende, „mittlerweile hat sich die zahl auf 19 verändert“.

Zu seinem Steckenpferd gehört auch die Einrichtung eines Geoparkes „Westerwald, Lahn und Taunus“. Gerade auch die heimische Region prädestiniere sich für eine solche Einrichtung. Koch verweist auf die Bad Endbacher Thermalbohrung, das Biedenkopfer Schloss oder den Steinbruch in Rachelshausen mit besonderen geologischen Vorkommen.

von Helga Peter

 
Hintergrund
Im Hessischen Fachausschuss für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen beim Regierungspräsidium Kassel wirken Vertreter folgender Institutionen mit: Kneipp-Bund Landesverband Hessen, der Deutsche Wetterdienst, der Hessische Städtetag, der Hessische Landkreistag, der Hessische Städte- und Gemeindebund sowie der Hessische Heilbäderverband, der DEHOGA, der Hessische Tourismusverband und der Verband Deutscher Mineralbrunnen.
 
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