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Vom Nachtquartier zum Naturschutzhaus

20-jähriges Bestehen Vom Nachtquartier zum Naturschutzhaus

Am Sonntag feiert der Verein für Vogel- und Naturschutz Lohra mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises das 20-jährige Bestehen des Naturkundehauses Damm.

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Das Naturkundehaus in Damm besteht seit 20 Jahren. Darin bietet der Verein für Vogel- und Naturschutz Lohra den Besuchern ein vielfältiges Spektrum zur Tier- und Pflanzenwelt. 2010 war ein brütender Turmfalke zu beobachten. Archivfoto

Damm. Das Naturkundehaus Damm wurde um 1900 in der damals selbstständigen Gemeinde Damm an der Ecke Salzbödeweg/Untere Straßeals eingeschossiges Haus in schmuckloser Fachwerkbauweise errichtet. Das Gebäude, das sein Dasein im Schatten der kleinen Dorfkirche fristete, wurde als Obdachlosenunterkunft sowie für durchreisende Wanderburschen und Landstreicher als Nachtquartier für eine Nacht genutzt.

Im hinteren Teil des Hauses befand sich das Backhaus und in unmittelbarer Nachbarschaft standen das Wiegehäuschen mit der Gemeindewaage sowie ein Leiterhaus. In den Jahren 1934/1935 wurde das Haus aufgestockt, so entstanden neben dem Backhaus drei weitere Räume. Die Waage wurde vor einigen Jahren aus dem Wiegehäuschen entfernt; der Raum dient jetzt als Lager. Das Leiterhaus wurde ebenfalls abgerissen.

Während des Zweiten Weltkriegs waren im Obergeschoss kurzfristig französische Kriegsgefangene untergebracht und in den Jahren 1945 bis 1948 wurden dort Vertriebene aus dem Sudetenland beherbergt. Zu dieser Zeit gab es keine Toilette im Haus. 1948 wurde im Obergeschoss das Dammer Bürgermeisteramt eingerichtet.

Das Zimmer im Untergeschoss neben dem Backhaus wurde als Raum für den Kindergottesdienst, die Mütterberatung und für Veranstaltungen genutzt. Nachdem Damm durch den Zusammenschluss zur Großgemeinde 1974 seine Selbstständigkeit aufgeben musste, stand das Haus leer. Der mittlerweile nutzlose Backofen wurde entfernt und dem einst ansehnlichen Fachwerkhaus drohte der Verfall.

Mit einen Zuschuss des Landes Hessen zur Restaurierung des mittlerweile unter Denkmalschutz stehenden Hauses im Jahr 1990 wurde eine Vereinbarung zwischen der Gemeinde Lohra, dem Amt für Regionalentwicklung, Landschaftspflege und Landwirtschaft mit dem Verein für Vogel- und Naturschutz getroffen, das Haus als Naturkundestation zu nutzen. Die Initialzündung dazu gaben Gustav Gessner und Gert Ewelt.

Die Gemeinde beauftragte eine Firma mit der Restaurierung der Außenhülle und der Verein übernahm den Innenausbau in Eigenleistung. Die Mitglieder und Helfer wendeten für den Innenausbau 2300 Arbeitsstunden an Eigenleistung auf.

Am 26. Juni 1994 wurde das renovierte Gebäude, das noch immer als Naturkundehaus dient, eröffnet. Viele Sonderausstellungen fanden dort während der 20 Jahre seines Bestehens statt. Dazu zählte unter anderem eine Ausstellung über Flechten, Pilze, Borkenkäfer, Pflanzengallen, Blattminen, Tiere und Pflanzen auf Eiern. Zudem öffnete das Naturkundehaus seit 2009 jährlich zum Tag des Museums seine Pforten. In vergangenen Jahr wurden die Bruthöhlen im Dach saniert und eine Kameraanlage installiert. In diesem Jahr wurden neuen Schaukästen erstellt mit den Titeln „Leben am Waldboden“ und „Großes Wiesel und Hermelin“. Zudem wurde der Verein für Vogel- und Naturschutz für seine engagierte Arbeit mit dem Otto-Ubbelohde-Preis ausgezeichnet.

n Das Naturkundehaus ist am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Zu sehen gibt es eine Fotoausstellung über 20 Jahre Naturkundehaus. Unter anderem informiert Petra Kunze-Bruckhoff über Kräuter und Kräutergerichte, der Gartenbauverein Lohra presst Apfelsaft, die Untere Naturschutzbehörde ist mit einem Infostand vertreten und es gibt eine Bastelecke der Naturkindergruppe, außerdem sind Fabeltiere aus Holz zu sehen. Ab 12 Uhr werden Bock- und Rindswurst sowie Gulaschsuppe serviert.

von Ingrid Lang

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